Bundesaußenminister Heiko Maas wirbt für Iran-Abkommen

Bundesaußenminister Maas versucht, das Atomabkommen trotz des Ausstiegs der USA zu retten. Beim G20-Treffen in Argentinien hofft er auf Verbündete.
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„Es aufzugeben bedeutet, sich in eine völlig ungewisse Zukunft zu begeben, was die Frage der Nuklearwaffen im Iran angeht.“ Quelle: dpa
Heiko Maas zum Atomabkommen

„Es aufzugeben bedeutet, sich in eine völlig ungewisse Zukunft zu begeben, was die Frage der Nuklearwaffen im Iran angeht.“

(Foto: dpa)

Buenos AiresZum Auftakt des G20-Treffens in Buenos Aires hat Bundesaußenminister Heiko Maas sich erneut für den Erhalt des Atomabkommens mit dem Iran stark gemacht. „Es aufzugeben bedeutet, sich in eine völlig ungewisse Zukunft zu begeben, was die Frage der Nuklearwaffen im Iran angeht“, sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend nach seiner Ankunft in der argentinischen Hauptstadt. „Dabei geht es gar nicht so sehr um den Iran, sondern es geht um unsere eigenen originären Sicherheitsinteressen, die deutschen, aber auch die europäischen.“

Das G20-Treffen der führenden Wirtschaftsmächte der Welt findet ohne den neuen US-Außenminister Mike Pompeo statt, der in Washington bleibt und dort am Montag eine Grundsatzrede zur Iran-Strategie der USA hält. In Buenos Aires lässt er sich von seinem Vize John Sullivan vertreten. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte kurzfristig ab. Außerdem fehlen die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian.

Fortschritte bei der Bewältigung der sich zuspitzenden Krisen im Nahen und Mittleren Osten sind deswegen kaum zu erwarten. Mit Russland und den USA fehlen die Außenminister zweier wesentlicher Vertragsstaaten des ins Wanken geratenen Atomabkommens mit dem Iran. Maas wird am Montag immerhin mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi über die Bemühungen reden können, das mühsam ausgehandelte Abkommen trotz des Ausstiegs der USA zu retten.

China und Russland wollen die Vereinbarung, die eine iranische Atombombe verhindern soll, genauso wie die europäischen Unterzeichner weiterführen. Dazu ist aber die Beibehaltung wirtschaftlicher Anreize für den Iran trotz harter US-Sanktionen notwendig.

Maas war am Sonntagabend in Buenos Aires eingetroffen. Er wird am Montag am Rande der G20-Konferenz Gespräche mit seinen Kollegen aus Argentinien, Mexiko und Chile führen. Möglicherweise ergibt sich auch die Gelegenheit für ein Krisengespräch mit dem saudischen Außenminister Adel al-Dschubair. Saudi-Arabien hatte vor einem halben Jahr den Botschafter aus Berlin abgezogen, weil der damalige Außenminister Sigmar Gabriel der wichtigen Regionalmacht „Abenteurertum“ vorgeworfen hatte.

Auf der offiziellen Agenda des G20-Treffens stehen die Themen Terrorbekämpfung, Digitalisierung, Klimaschutz und Stärkung der multilateralen Weltordnung mit ihren internationalen Abkommen und Institutionen. Der Staatengruppe gehören die 19 führenden Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union an. Sie repräsentieren zusammen zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft.

Deutschland hatte im vergangenen Jahr den G20-Vorsitz. Das Gipfeltreffen findet dieses Jahr am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires statt.

Maas reist am Montagabend nach Washington weiter, wo er am Mittwoch Pompeo treffen will. Das Iran-Abkommen und der Handelsstreit mit den USA um drohende Strafzölle auf Stahl und Aluminium werden dabei die Hauptthemen sein. Es ist bereits der dritte USA-Besuch von Maas seit seinem Amtsantritt Mitte März. Die ersten beiden Male war er aber nur in New York, weil Pompeo erst Ende April ins Amt kam. Sein Vorgänger Rex Tillerson war einen Tag vor dem Amtsantritt Maas' entlassen worden.

  • dpa
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10 Kommentare zu "Bundesaußenminister: Heiko Maas wirbt für Iran-Abkommen"

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  • Wie bereits gesagt, auf dem Mars wirbt auch noch jemand!

  • Und auf dem Mars wirbt auch nicht jemand!

  • Herr Becher, ohne die Amerikaner kann man dem Iran nicht helfen? Meinen Sie, die Amerikaner wollen dem Iran helfen? Die Amerikaner sind eine dekante Macht. Je mehr
    solche Aktionen sie versuchen, umso eher werden sie zweitrangig.

  • Herr Samer, der Iran braucht die Energieerzeugung durch Atomkraf nichtt, aber er kriegt sie
    kurzfristig von Russland. Natuerlich koennen die Amerikaner und Israelis versuchen, den
    Iran platt zu machen, aber werden die Russen und Chinesen tatenlos zusehen? Der Iran
    ist nicht der Irak, den man entwaffnen und dann vernichten konnte, wobei es auch zehn-
    tausende amerikanischer Opfer gab. Die Amerikaner greifen nur wehrlose an, und dass ist
    der Iran eben nicht und der Iran hat Freunde. Wie lange die Amerikaner noch Freunde
    haben, wird man sehen.

  • Herr Maas hat das falsche Amt, Bahnhofsvorstand von Freilassing wäre passend.

  • Warum eigentlich soll der Iran keine Atombomben haben? Israel hat doch auch - und nicht wenige. Und Israel ist der schlimmste Agressor in der Region, hat gerade wieder Syrien angegriffen. Und gibt -entgegen aller UN-Resolutionen - besetzte Gebiete nicht zurück. Damit kein Mißvertsändnis aufkommt. Am besten wäre es, kein Staat hätte Atombomben. Aber den Standpunkt, die guten dürfen Atomwaffen haben und die anderen nicht (und die guten sind natürlich USA und Israel) finde ich naiv.

  • @ Henseler: die USA brauchen andere Nationen nicht. Es ist auch völlig egal, ob sie ein bisschen oder mehr isoliert sind, wenn sie nur mit dem Finger winken, kommen alle anderen sofort herangekrochen. Und wer behauptet, man brauche den Dollar gar nicht, zeigt nur, dass er überhaupt keine Ahnung hat. Es sind die amerikanischen Banken, die praktisch in alle größeren Finanzierungen direkt oder in direkt über Refinanzierungen eingebunden sind. Und auf diese kann man keinesfalls verzichten. Genauso kann man auf die Finanzierung des Außenhandels nicht verzichten

  • Ohne die USA kann man dem Iran nicht helfen. Das müsste auch dieser Außenminister wissen. Wie soll man denn den Iran unterstützen, wenn es dafür saftige Sanktionen gibt, für die direkt und indirekte Beteiligten? Und wie soll der Handel ohne Einschaltung amerikanischer Banken funktionieren? Was er von sich gibt, ist einfach unqualifiziertes Gerede. Aber das kennt man ja von ihm.

  • Ich bin kein Trumpfan war aber auch nie ein Fan des Iranabkommens, der Iran sitzt auf einer Erdölblase er hat nie und wird nie auf die Energieerzeugung aus Atomkraft angewiesen sein. Der einzige Zweck ist es an die Atombombe zu kommen. Deswegen droht man auch mit weiterer Anreicherung, wie soll das bitte denn möglich sein wenn man angeblick über das Abkommen die Fähigkeiten des Iran wirksam beschränkt hat Uran hoch anzureichern ?

    Wohin die Reise geht kann man an Nordkorea schön beobachten die einzige Möglichkeit den Iran von diesem Weg abzubringen ist die militärische Zerstörung der Anlagen, das hätte man besser schon vor 10 Jahren gemacht.

    Aber man hat ja lieber über 20 Jahre verhandelt um ein windelweiches Abkommen zu bekommen das den Iran kurz nachdem es gekündigt wurde dazu in die Lage versetzt Uran hoch anzureichern. Nur die Bombe kann den Mullahrs die Macht scihern, es würde ein Wettrüsten gigantischen Ausmaßes in der Region beginnen, wenn nicht vorher Israel oder Saudi Arabien einen Krieg gegen den Iran anzetteln.

    Maas ist naiv wenn er glaubt auch nur eine international tätige Firma die in den USA Geschäfte macht würde sich dem finanziellen Risiko aussetzen gleichzeitig mit dem Iran Geschäfte zu machen, das Abkommen ist faktisch tot.

  • Kein Schaden ist so gross, dass er nicht doch etwas Nutzen bringt, sagte mein Vater.
    Der Nutzen ist, dass die USA weiter isoliert werden, und dass die anderen Laender sich
    vom Dollar weg bewegen. Die Erpressung durch die USA wird nicht weiter hingenommen,
    und der Rest der Welt wird sich dagegen wappnen, indem er sich gegen die USA abschottet.
    Die Waehrung ist die wichtigste Waffe der USA, und es gibt mittlerweile Alternativen -
    der Euro, der Yuan etc.

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