Bundesbank-Chef Weber „Was auf dem Tisch liegt, reicht“

Bundesbank-Chef Axel Weber sorgt für Verwirrung: Reichen 750 Milliarden Euro im Kampf gegen die Schuldenkrise? Zuerst spricht Weber davon, der Rettungsschirm für den Euro werde möglicherweise aufgestockt. An den Märkten löst das heftige Spekulationen aus. Nun stellt er klar, die bereitstehenden Gelder seien ausreichend. Auch die EU gerät in Erklärungsnot.
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Bundesbank-Chef Weber geht nun doch davon aus, dass die bereitstehenden Mittel zur Lösung der Krise ausreichen. Quelle: DAPD

Bundesbank-Chef Weber geht nun doch davon aus, dass die bereitstehenden Mittel zur Lösung der Krise ausreichen.

HB BERLIN. Bundesbankpräsident Axel Weber hat Spekulationen zurückgewiesen, die Rettungshilfen für EU-Krisenstaaten müssten massiv aufgestockt werden. Weber geht davon aus, dass die bereitstehenden Mittel zur Lösung der Krise ausreichen. "Ich glaube nicht, dass das, was jetzt auf dem Tisch liegt, nicht reicht", sagte Weber am Donnerstag in Berlin.

Ein Tag zuvor hatte Weber in Paris noch gesagt, dass die Euro-Staaten im Notfall sicher mehr Geld zur Verfügung stellen würden, sollte der Schirm nicht ausreichen. An den Finanzmärkten wurde dies als Warnung aufgefasst, als Andeutung weiterer Probelme. Die Risikoaufschläge für irischen, portugiesischen und spanischen Anleihen stiegen daraufhin am Donnerstag deutlich an.

In Berlin rechnete Weber nun vor, dass die Summe der außenstehenden Staatsverschuldung der Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Irland und Spanien mehr als eine Billion Euro beträgt. Dem stünden Stabilisierungshilfen der öffentlichen Hand von rund 925 Mrd. Euro gegenüber. Dazu zählte er neben Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) von ingesamt 750 Mrd. Euro auch das Hilfspaket für Griechenland und die Staatsanleihen-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB).

"Sie müssen schon extrem pessimistische Szenarien fahren, dass 85 Prozent der außenstehenden Staatsverschuldung in den nächsten drei Jahren aus dem Markt heraus nicht prolongiert werden, damit sie in Bereiche kommen, in denen diese Mittel ausgeschöpft werden", fügte das EZB-Ratsmitglied Weber hinzu: "Es stehen rund 925 Mrd. Euro der öffentlichen Hand gegen ein Maximalszenario von 1070 Mrd. Euro." Bei einer Überschlagsrechnung fehlten zwar 145 Mrd. Euro. Er halte dieses pessimistische Szenario jedoch für ausgeschlossen. "Und selbst wenn es so käme, bin ich fest davon überzeugt, dass der Euro an dieser Differenz nicht scheitert.

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4 Kommentare zu "Bundesbank-Chef Weber: „Was auf dem Tisch liegt, reicht“"

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  • Ja was denn jetzt?
    Rettungsschirm reicht nicht, reicht jetzt anscheinend doch, nachdem Axel Weber noch mal im Geldbunker war und nachgezählt hat. Will man denn nach einem Merkel-Crash auch noch einen Weber-Crash haben? Deshalb immer vorher überlegen, was man postuliert.

  • Diese Typen aus brüssel und sonstwo lagen doch bisher jedesmal falsch - warum sollte man ihnen diesmal ihre Gutenachtgeschichten von der sicheren Währung und dem funktionierenden Schuztschirm glauben?
    Meine Urgrosseltern haben die Ersparnisse eines ganzen Arbeitslebens in der Hyperinflation verloren. Hielt damals auch keiner für möglich, dass soetwas eintreten könnte. Erst recht nicht die Politiker.

  • den EURO in der jetztigen Form wird es nächstes Jahr nicht mehr geben .....
    es sei denn die EZb kauft alle Staatsanleihen der Pleiteländer in der EURO-Zone komplett auf, lagert diese in einer bAD bANK aus.
    Die Staaten sind dann Schuldenfrei, die EZb hat kein Kreditausfallrisiko, noch zu klären wer die bad bANk übernimmt. ich denke Deuchland, dh. eine Tochter der KFW übernimmt die Schirmherrschaft und bürgt dann wenn doch ein Ausfall (sehr unwarscheinlich) droht und kann dann auf den Deutschen Rettungsschirm für bedrohte banken zurückgreifen wofür wiederum Deutschland Garantien und bürgschaften(für den nie eintretenden Fall) geleistet hat. Sollten dennoch die Mittel (Geld)
    nicht ausreichen, so kann die EZb weiteres Geld in den Umlauf bringen, z.b. Kauf von US Staatsanleihen (wird von der FED sehr erfolgreich praktiziert) absolut Risikofrei, die USA ist Gläubiger bester bonität.
    So hat die Regierung in Washington nun genügent Mittel um als Heilsbringer fürs alte EUROPA einspringen zu können und dort alles Retten kann sprich ein nie dagewesens Hilfspaket (1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.)schnüren kann dass den EU-Rettungsschirm parktisch überflüssig macht.
    Ein auf solch festen Fundament basierter EURO
    wird garantiert die stärkste Währung die es je auf
    dieser Welt gegeben hat, nach den US Dollar versteht sich und nur dank der Hilfe der USA.
    Guten Abend

  • Was auf dem Tisch liegt, reicht? Und die deutsche Sau läuft mit ihrem Fett immer noch frei herum?

    Die Verfechter des Euros, auch Weber, kämpfen doch längst mit dem Rücken zur Wand. Den Rettungsschirm zu "vergrößern" heißt im Klartext (da kein EU-Land mehr das Geld dafür hat; alle sind total und heillos überschuldet): Geld drucken oder Währungsschnitt.

    Geld drucken ist für die Europa-/EU-/Euro-Verfechter das einfachste Mittel, um die entsetzlichen Schuldenberge abzutragen, denen sogleich wieder weitere EU-Subventions-, Kohäsions- und Sozialprogramme folgen werden. Europa ist ein wahrer Sauhaufen geworden und der Karlspreisträger Juncker, Rehn aus Skandinavien, Rompoy aus belgien oder D's Weber (EZb-Karrierist ersten Ranges) und v.a.m. die Sauhirten einer Sau, die jeder gerne schlachten möchte. Nicht so witzig, daß wir Deutsche in dieser absurden Euro-Groteske die Sau spielen müssen.

    Was gilt eigentlich im normalen Leben? Wir haben Einkommen; davon leben wir. Wenn wir's schneller/'besser' machen wollen, nehmen wir einen Kredit auf. Kredite sind meist vorweggenommener Konsum. Das hat seine Grenzen. irgendwann ist Schluß damit. Dann gibt's kein Geld mehr. Folge: Der Gürtel muß enger geschnallt werden. Der Konsum geht zurück; die Händler klagen. Es braucht Zeit, bis es anders wird. Trivial!

    Diese Trivialität will und wird Europa nicht einsehen, solange die dt. Sau noch frei herumläuft. Am Ende des Tages versichert uns Weber treuherzig, daß niemand der Sau ans Leder will. So reden sie, so wesen sie, so schämen sie sich nicht: Europas Sachwalter und Kommödianten.

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