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Camerons fiktiver Appell „Frau Merkel, holen Sie die Big Bazooka raus“

Der britische Premier spricht Großbritanniens Sorgen um den Euro beim Besuch der Kanzlerin heute an. Was Cameron mit Blick auf die EZB tatsächlich wünscht, schreibt unser Gastautor in einer fiktiven Rede auf.
  • Andrew Gowers
28 Kommentare
Der britische Premier David Cameron. Quelle: Reuters

Der britische Premier David Cameron.

(Foto: Reuters)

LondonEs ist eine wirkliche Freude, wieder in Berlin zu sein. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Englisch rede - ich weiß, dass man in Europa jetzt Deutsch spricht, aber diese neue Sitte hat die britischen Küsten noch nicht erreicht. Bei unserem ersten Treffen haben wir uns versprochen, immer Klartext zu reden. Es ist Zeit für ein paar sehr offene Worte darüber, wie Sie mit der Euro-Krise umgehen. Dabei habe ich großen Respekt für die deutsche Wirtschaft und für Ihre Art, mit komplexen politischen Aufgaben umzugehen wie der, Ihre Landsleute für das Herauspauken anderer Euro-Länder zu gewinnen.

Sie denken, dass eine Politische Union die Antwort auf das Euro-Chaos ist. Auf Ihrem Parteitag haben Sie das "mehr Europa, nicht weniger" genannt. Das können wir natürlich niemals akzeptieren - Sie wissen ja, wie diese verdammten Hinterbänkler mir im Nacken sitzen. Aber ich muss zugeben: Ihre Position ist schlüssig. Weder George Osborne noch ich sehen, wie der Euro überleben soll, wenn es nicht sehr viel mehr fiskalische Integration gibt.

Sie werden das zweifellos vorantreiben, und ich wäre nicht einmal überrascht, wenn Sie meine Sorgen darüber - ich habe immerhin ein Vetorecht! - als amüsante Bedeutungslosigkeit ansähen. Das ist aber heute nicht die Frage. Die Politische Union vorzubereiten wird Jahre zäher Verhandlungen erfordern, und niemand weiß, ob ein neuer Vertrag angenommen wird. Meine Sorge, über die ich offen mit Ihnen reden will, ist viel unmittelbarer. Nein, es geht nicht um eine "Tobin-Tax" auf Finanztransaktionen. Ich muss dagegen sein, sonst würde ich in der City gehängt. Aber ganz unter uns: Ich stimme mit dem Erzbischof von Canterbury überein, dass es keine blöde Idee ist.

Meine Sorge, Frau Bundeskanzlerin, dreht sich um Folgendes: Sie haben das Ziel, den Euro zu retten, aber Sie sind nicht für die nötigen Mittel. Sie meinen es sicher ernst, wenn Sie sagen "Scheitert der Euro, scheitert Europa" und dass es um eine historische Aufgabe geht.

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28 Kommentare zu "Camerons fiktiver Appell: „Frau Merkel, holen Sie die Big Bazooka raus“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • War Cameron jetzt eigentlich da oder nicht? Wenn er da war, was hat er gesagt? Nichts ist darüber zu finden im Handelsblatt, stattdessen dieses Elaborat eines Andrew Gowers. Offenbar vermisst auch niemand einen Bericht über Camerons Besuch. Wenn heute der 1. April wäre, und die Gowers-Satire wirklich britisch humorvoll wäre, könnte man ja noch lachen. So bleibt mir nur das Lesen der Titanic (deutscher Humor), die ist dann doch um Meilen besser.

  • Spartakus, mein Nachbar wurde auch versklavt.

    Erst dachte ich, er sei ein Dummkopf und könne einfach nicht mit Geld umgehen und kaufe sich daher immer Autos und Schrankwände und Mobiltelefone und Urlaubsreisen, die er sich gar nicht leisten kann. Aber jetzt verstehe ich: Er wurde in Wirklichkeit von den Herstellern dieser Autos und Schrankwände und Mobiltelefone unter Androhung roher Gewalt zum Kauf gezwungen! Natürlich unter Mittäterschaft der Banken, die ihm gar keine andere Wahl gelassen haben, als sich über beide Ohren zu verschulden! Er ist also völlig unschuldig an seiner Misere, denn er wurde von den Banken mit vorgehaltener Waffe zur Unterschrift gezwungen! Das ist ja die pure Gewalt! Dieselbe Gewalt, mit der die Griechen seit 30 Jahren gezwungen werden, eine katastrophal schlechte Regierung nach der anderen zu wählen!

    Mann, die Welt ist wirklich ungerecht. Da bin ich ja richtig froh, dass ich mir nur Dinge kaufen muss, die ich mir auch leisten kann und von niemandem mit vorgehaltener Waffe zum Kaufen gezwungen werde. Und dass ich schlechte Regierungen einfach abwählen kann.


  • Sie bringen mich zum Lachen!
    Und jetzt....auf Englisch:
    http://hat4uk.wordpress.com/2011/11/18/eurozone-crisis-worlds-first-computer-modelled-outcome/

  • Wer hat denn die Big Bazooka gegen einzelne Eurostaaten rausgeholt, wenn nicht die weiterhin ungeregelten Finanz Konglomerate bestehend aus der Londoner City und den Amerikanern.
    Nee, Andrew Gowers, ihren Patriotismus in Ehren aber wir haben auch Interessen und die sind uns wichtig.

  • Es ist eine wirkliche Freude, wieder in Berlin zu sein. Bitte entschuldigen Sie, dass ich Englisch rede - ich weiß, dass man in Europa jetzt Deutsch spricht, aber diese neue Sitte hat die britischen Küsten noch nicht erreicht. (Zitat)

    Das ist wohl kaum die Sprache eines Diplomaten und schon gar nicht eines britischen. Gut nehmen wir also an, es ist die frustriete Persiflage eines Andrew Gowers , es heißt ja auch FIKTIVER APPELL?

    Andrew hat also Sorgen offenbar, dass die Mehrheit von Deutschland ein nicht erfüllbares Verlangen der Fr.Merkel unterbreiten könnte , wenn er meint, „Ich verstehe auch, dass eine große Mehrheit in Deutschland von Ihnen verlangt, unseren südlichen Freunden Feuer unterm Hintern zu machen“.

    Damit liegt er wirklich nicht so falsch. Abgesehen davon, dass eben FR. Merkel leider nicht darauf reagieren wird?
    Dagegen lässt Andrew die Katze aus dem Sack, wenn er das Verlangen Englands
    „versteckt natürlich“ mit einer Big Bazooka hinaustreibt :

    „Werden Sie nun die Restriktionen der EZB lockern und sie massiv zugunsten der notleidenden Mitglieder intervenieren lassen?.... Das ist die Big Bazooka, nach der ich gerufen habe. Denn ob Sie es glauben oder nicht: Ich stimme aus vollem Herzen zu, der Euro muss gerettet werden. Scheitert er, wäre das ein Desaster für Europa und für die ganze Welt“

    Da fragt man sich , warum gerade ist England darauf so erpicht? Die Antwort gibt Andrew sich bereits selbst – man muss dann sein „für die ganze Welt“ durch „England“ ersetzen. Denn ein „Eurosturzflug“ könnte die englische Währung in weitaus größere Schwierigkeiten bringen. Ein schwacher Euro hingegen nicht und schon gar nicht wäre ein Wiedererstarken Deutschlands (mit oder ohne) Euro erwünscht. That’s it !

  • Liebes Handelsblatt,

    senden Sie doch bitte Herrn Cameron diesen Brief zur Unterschrift zu. Anschließend können Sie Merkels Antwort verfassen und ebenso verfahren. Schließlich bleiben noch die übrigen Regierungschefs und ruckzuck haben wir den Euro gerettet. Danke!

  • Kann mal bitte jemand Herrn Cameron mitteilen, dass das deutsche Volk weder hinter Frau Merkels Eurofinanzwahnsinns steht, noch die waghalsigen Auswirkungen von Herrn Camerons Londoner Finanzjongleuren finanzieren möchte.

  • ihre " Bilderberger" bzw. die Investoren dahinter sitzen schon seit JAHRHUNDERTEN in den Vorständen britischer Banken. Und genau diese "Investoren" profitieren von der Krise und mahnen nun Frau Merkel noch was draufzulegen ...........für wen ?
    Neee danke,
    wenn man schon pleite geht dann richtig und
    DANN AUS EIGENER KRAFT WIEDER RAUS!
    DIE MEDIZIN/WAFFE gegen diese KRISE HEISST KEINE neuen SCHULDEN MACHEN, KEINE ZINSEN ZAHLEN .

    Das gibt einen MEGA-HEBEL!!
    hebelt natürlich auch die Investoren aus , aber dann haben wir endlich mal die nächsten 50ig Jahre Ruhe .

    dazu ein paar Links die jedermann wissen sollte
    http://www.youtube.com/watch?v=UQfm5Tgtszs
    http://www.youtube.com/watch?v=hD2SRDql_jg
    http://www.youtube.com/watch?v=UQfm5Tgtszs
    http://www.krisennews.com http://www.krisenvorsorge.com/62/Die_Ursachen_der_Finanzkrise_.html
    http://lupocattivoblog.wordpress.com/

  • Spaetestens am Sonntag macht Angie ihren beruehmten Umfaller. Ab Montag morgen wird gedruckt was das Zeug haelt. Einen anderen Weg den Euro zu retten gibt es sowieso nicht. Da leider alle deutschen Politiker total Euro besoffen sind ist dies mal wieder voellig alternativlos.
    Die einzige wirkliche Alertative die Deutschland hat waere raus aus dem Euro und sich neue Freunde suchen. Wie soll man in einer globalisierten Welt bestehen wenn man dauernd solche Parasiten durchfuettern muss?
    Kanada, Brasilien, Australien, Russland und China haben alle was zu bieten, sei es Rohstoffe und Absatzmaerkte. Zumindest kommen die nicht dauernd angejammert um zu betteln nach dem Motto "wenn der Michel mir jetzt keine Kohle gibt isser ein Nazi." Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde.

  • Selbst nicht den Euro als Währung einführen, aber sagen wollen, wo es lang geht. Herr Cameron will doch nur von seinen innenpolitschen Problemen ablenken. Jetzt versucht er sich als Cowboy auf der europäischen Bühne, um somit bei den englischen Wählern zu punkten. Und da passt es doch gut, wenn man sich mit den Deutschen anlegt.

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