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Cannabis-Legalisierung in den USA Kiffen gegen die Staatsschulden

Die Bürger in Colorado und Washington haben Ende 2012 dafür gestimmt, Marihuana zu legalisieren. Die beiden Staaten erwarten Milliarden an Steuern, Unternehmer wittern das große Geschäft. Doch die Obama-Regierung bremst.
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Noch ist unklar, ob in den USA mit dem Verkauf von Marihuana Geld verdient werden darf. Quelle: ap

Noch ist unklar, ob in den USA mit dem Verkauf von Marihuana Geld verdient werden darf.

(Foto: ap)

Washington Der 6. November vergangenen Jahres war ein großer Tag. Für die Anhänger von US-Präsident Barack Obama zum Beispiel, der an jenem Tag wiedergewählt wurde. Freude gab es aber auch bei den Freunden von Cannabis: In den Bundesstaaten Colorado und Washington stimmten die Wähler per Referendum dafür, das benebelnde Kraut für den Privatgebrauch zu legalisieren.

Doch ob der Mittlere Westen und der Nordwesten Amerikas demnächst zu Kifferparadiesen werden, ist auch knapp acht Monate nach der historischen Abstimmung noch lange nicht entschieden. Denn die Referenden werfen kniffelige Probleme auf, die die Politik erst noch lösen muss: So ist es zum Beispiel in Washington nun nach Landesrecht erlaubt, Marihuana zu besitzen. Anbau und Verkauf allerdings bleiben nach Bundesrecht strafbar.

Dan Satterberg, Staatsanwalt aus der Gegend um Seattle, brachte den Widerspruch auf den Punkt: Er wisse nicht, wie man überhaupt legal an den Stoff gelangen könne, sagte der Jurist im vergangenen Jahr. „Wenn man auf der Straße darüber stolpert oder wenn er vom Himmel fällt, darf man ihn behalten. Andernfalls ist man Teil einer kriminellen Verwertungskette“.

Ein Gesetzeskonflikt, der dringend gelöst werden muss. Doch der wenig begeisterte US-Justizminister Eric Holder lässt sich Zeit, noch immer warten die beiden Staaten auf eine Antwort, wie sich die Bundesregierung zu verhalten gedenkt. Gleichwohl haben sie sich daran gemacht, den Wählerwillen umzusetzen und Gesetze ausgearbeitet, die den Marihuana-Verkauf regeln. Auch Unternehmer suchen nach Wegen, das große Geld mit dem Gras zu verdienen.

Allerdings mit gebremster Zuversicht: Zwar erwarten die beiden Staaten einen dringend benötigten Geldregen von bis zu 2,1 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen über fünf Jahre. Doch am Ende könnten sie trotzdem leer ausgehen – sollte die Bundesregierung weiter der Auffassung bleiben, dass sich jeder strafbar macht, der mit Marihuana Geld verdient. Nur Menschen, die den Stoff aus medizinischen Gründen brauchen, werden in Ruhe gelassen.

Experten sehen deshalb noch keinen baldigen Geldrausch in Washington oder Colorado. „Die Voraussagen sind sehr vorschnell, weil wir nicht wissen, was die Bundesregierung tun wird“, sagte Harvard-Ökonom Jeffrey Miron der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wegen der Unsicherheit und des juristischen Risikos wird es wohl zunächst eine Schattenwirtschaft bleiben.“ Die Folge: Colorado plant die erhofften Einnahmen in den nächsten beiden Haushalten erst gar nicht ein.

Happiger Steuersatz auf Cannabis
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19 Kommentare zu "Cannabis-Legalisierung in den USA: Kiffen gegen die Staatsschulden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Als erstes werden die Diäten erhöt, und der Rest der Steuereinnahmen wird für Sinnlosen Scheiß, wo wir nichts von haben bzw.warscheinlich nicht wiederbekommen verplemmpert.

  • Sich über allfällig anfallende Gesundheit aufregen, aber über anfallende Prohibitionskosten, zu deren Finanzierung die Allgemeinheit zur Kasse gebeten wird, schweigt man sich aus.
    Diese Beobachtung habe ich bei Prohibitionisten schon häufig gemacht: sie mögen es nicht, zur Kasse gebeten zu werden um Leuten medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Andererseits scheint es für diese Leute absolut OK zu sein, dass man zur Gängelung drogenkonsumierender Mitbürger Steuergelder verwendet...

  • @IGhanfPiraten:
    Ihrem Kommentar kann ich vorbehaltlos zustimmen, siehe auch meinen obenstehenden Marktkommentar bei "Netshadow"

  • @netshadow: Bin voll mit Ihrer Analyse einverstanden, sehr gut ausgedrückt!!
    Kleiner Hinweis aus der Marktwirtschaft: Überall, wo der Staat in die Preisbildung eingreift, sind die Preise entweder zu hoch oder zu niedrig!!!!! Ich hoffe, das einige Leser dies richtig interpretieren können.

  • Die etablierten Parteien erzeugen durch gesundheitspolitisch kontraproduktive Drogenverbote mit voller Absicht unnötige Kriminalität, verfolgen Millionen Unschuldige und verursachen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe - um der Klientel Marktvorteile zu sichern und sich vor dem Hintergrund hausgemachter Gefahren als Beschützer zu gerieren, Rechte abzubauen, Resourcen zu verschwenden und die Bevölkerung zu überwachen.
    Seit Jahrzehnten sorgt diese Politik dafür, dass bei Polizei und Justiz ausschließlich Menschen eingestellt werden, die aus Sadismus, Eigennutz oder Ignoranz bereit sind, Unschuldige zu verfolgen.
    Dank Verboten bleiben nicht Millionen von Menschen einfach nüchtern, sondern werden allenfalls dem Alkohol, Tabak, Medikamenten, Forschungschemikalien, legalen Naturdrogen, "Schnüffelstoffen" etc. zugetrieben. Hinzu kommen im Falle der willkürlich illegalisierten Substanzen der Reiz des Verbotenen, die effektive Verunmöglichung von Jugendschutz und Schadensminimierung, Szenenbildung und finanzielle Anreize durch überhöhte Preise.
    Prohibition tötet und steht im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

  • Ist doch klar, wer seine tägliche Ration nicht mehr zahlen kann, dem droht die Abhängigkeit in Gender-Mentalität und spurt er dort auch nicht, werden Stricke ausgelegt, die eine Strafe zum Tode sein dürften. Mehrwert schaffen durch Billigung von Unwerten.

    Man gönnt sich in der allumfassenden Demokratie der Vereinigten Staaten von Nordamerika doch sonst nichts, wie Rechte vor Linken.

  • Mit ihren Krankenkassenbeiträgen finanzieren sie doch aber auch die Behandlung von verletzten Sportlern, oder die Behandlung von im Verkehr zu Schaden gekommenen, aber auch die Spätfolgen von falscher Ernährung (Fettleibigkeit) und übermäßigem Zuckerkonsum (Stichwort Diabetes). Damit haben sie kein Problem? Wo ziehen sie da die Grenze? Für was darf man ihre Beiträge benutzen und für was nicht?

  • Halten sie das Cannabisverbot für sinnvoll?

    Denn Untersuchungen in der Schweiz haben vor zehn Jahren ergeben, dass kein Zusammenhang zwischen Konsumhäufigkeit und Repression besteht. Dazu ist Cannabis zu weit verbreitet.

    Die Verfügbarkeit ist trotz Verboten praktisch überall gegeben. Holland ist das beste Beispiel. Trotz liberalen Gesetzen wird im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wenig Maihuana konsumiert!

    Das von US-Fundamentalisten vor fünfzig Jahren durchgesetzte UNO-Verbot aller narkotischen Drogen erweist sich als Flop.

    Eine Gesellschaft ohne Drogen ist eine Illusion. Deshalb schlägt eine internationale Kommission, einen radikalen Richtungswechsel vor. Zwei Juristen der Universität Neuenburg stützen diesen Kurs.

    1961 hatten die Vereinten Nationen die Konvention gegen narkotische Drogen verabschiedet. Darin wurde ein weltweites Verbot stipuliert, das erstmals auch für Cannabis galt.

    Zehn Jahre später hatte der damalige US-Präsident Richard Nixon offiziell den Krieg gegen Drogen verkündet. Der Feldzug zur Befreiung der Welt vor allen Drogen wurde und wird immer noch auch mit militärischen Mitteln geführt.

    Doch die Bilanz dieses Feldzugs nach 40 Jahren ist niederschmetternd: Der Krieg gegen Drogen verschlang Milliarden von Dollar, ist aber auf der ganzen Linie verloren.

    Im Gegenteil: Noch nie zuvor wurden so viele Drogen konsumiert wie heute. Und der Internationale Währungsfonds (IWF) beziffert den Drogenhandel, der von Mafia-Gruppen und terroristischen Organisationen kontrolliert wird, auf 321 Milliarden Euro – jährlich. Aus Sicht von öffentlicher Gesundheit, Sicherheit und der Menschenrechte ist die Niederlage total.

    Der Krieg gegen Drogen ist gescheitert (Informieren sie sich). Es wird Zeit für eine humane Drogenpolitik und für eine Legalisierung bzw kontrollierte Abgabe von Cannabis.

  • Wie kommen Sie darauf das dem Gesundheitssystem mehr Kosten entstünden, wenn beispielsweise Cannabisprodukte legalisiert würden? Eine Legalisierung führt nicht zu mehr Konsumenten,wie in den Niederlanden seit etwa 30jahren zu beobachten ist. Möglicherweise könnte es durch agressive Werbung und Gewinnorientierung dazu kommen. Der Gewinnorientierung kann durch Kostendeckende Clubs bzw. Vereinsstrukturen wie in Spanien begenet werden, aber auch Anbau für den Eigengebrauch ist möglich. Schließlich bleiben die meisten süchtig, wenn sie es den überhaupt oder erstmal sind.Deswegen sind die Kosten für Beispielsweise Haft, Arbeitslosigkeit, Polizei und Behandlung der evtl Sucht höher, als die Kosten für Prävention und Behandlung, da die Kosten der Repression wegfiehlen.

  • "Rauchen vrbeiten, aber Kiffen erlauben?"

    Haschkekse sind sehr lecker :), beruhigen und machen fröhlich *g*, und kreativ.

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