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Caracas Sechs Festnahmen nach versuchtem Attentat auf Venezuelas Staatschef

Venezuela macht Kolumbien für ein versuchtes Attentat mit Drohnen auf den sozialistischen Präsidenten verantwortlich. Alles deute auf eine rechte Verschwörung.
05.08.2018 Update: 05.08.2018 - 21:57 Uhr Kommentieren

„Auf mich wurde ein Mordanschlag verübt“ – Maduro beschuldigt Kolumbien

Caracas Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro ist am Samstagabend nach Angaben der venezolanischen Regierung einem Anschlag entgangen und hat umgehend seinen kolumbianischen Kollegen Juan Manuel Santos der Urheberschaft bezichtigt. Nach offizieller Darstellung war Maduro zuvor am Samstagabend Ziel eines Attentats mit Drohnen während einer Militärparade in Caracas gewesen.

Im Staatsfernsehen war mindestens eine Explosion zu hören, während Maduro vor Tausenden Soldaten eine Rede hielt. Der Staatschef blieb dabei unverletzt. Nach Angaben des Regierungssprechers Jorge Rodríguez erlitten sieben Soldaten der Nationalgarde Verletzungen.

„Ein Teil der Verantwortlichen dieses Attentats ist bereits gefasst worden“, sagte Maduro kurz nach dem Zwischenfall. Er sei sich sicher, dass man ihn ermorden wollte. Alles deute auf eine rechte Verschwörung mit Verbindungen nach Kolumbien und in den US-Bundesstaat Florida hin, sagte der Staatschef am Samstagabend. „Ich hege keine Zweifel, dass dahinter die extreme Rechte und Juan Manuel Santos stecken“, fügte der Sozialist hinzu.

Soldaten und Zuschauer liefen zum Teil in Panik weg. Quelle: AP
Sicherheitskräfte schirmen Maduro ab

Soldaten und Zuschauer liefen zum Teil in Panik weg.

(Foto: AP)

Nach Angaben der Regierung sind mittlerweile sechs Personen festgenommen worden. Einer der als „Terroristen“ bezeichneten Verdächtigen werde beschuldigt, bereits in einen Anschlag auf eine Militärbasis im Jahr 2017 verwickelt gewesen zu sein, teilte Innenminister Nestor Reverol am Sonntag mit. Er sei deshalb per Haftbefehl gesucht worden. Ein weiterer Festgenommener sei bereits 2014 wegen Protesten gegen die Regierung in Gewahrsam genommen worden, sagte Reverol.

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    Kolumbiens Regierung wies die Vorwürfe kategorisch zurück. „Das entbehrt jeder Grundlage“, sagte ein Sprecher in Bogotá. Santos übergibt am Dienstag das Amt an seinen gewählten Nachfolger Iván Duque. Der Konservative Santos kritisiert seit langem die Politik des autoritär regierenden Sozialisten Maduro.

    Maduro glaubt, dass auch Exilvenezolaner in den USA seien beteiligt. Erste Erkenntnisse zeigten, dass die Geldgeber in Florida säßen, sagte Maduro. „Ich hoffe, dass Trumps Regierung bereit ist, diese Terrorgruppen zu bekämpfen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur AVN den Sozialisten. Beweise wurden nicht vorgelegt. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab kündigte für Montag nähere Angaben an.

    Die Verantwortung übernahm allerdings die bisher weitgehend unbekannte Gruppe „Nationale Bewegung von Soldaten in T-Shirts“. Die beiden Drohnen seien von Scharfschützen abgeschossen worden. „Wir haben gezeigt, dass sie verwundbar sind. Heute hatten wir keinen Erfolg, aber es ist nur eine Frage der Zeit“, hieß es in einer Erklärung, die in sozialen Medien veröffentlicht wurde. Die Organisation gründete sich 2014, um alle „Widerstandsgruppen“ Venezuelas zusammenzubringen.

    Verletzt bei der Explosion. Quelle: AP
    Blutender Soldat

    Verletzt bei der Explosion.

    (Foto: AP)

    Der Vorfall in Caracas wurde teilweise im Staatsfernsehen übertragen. Maduro unterbrach seine Rede nach einem lauten Knall. Fernsehbilder zeigten Soldaten und Zuschauer, die in Panik wegliefen, ehe die Übertragung abgebrochen wurde. Auf Bildern des Fernsehsenders VTV war später ein blutüberströmter Soldat zu sehen.

    Nach Medienberichten wurde Maduro von Sicherheitskräften von der Tribüne eskortiert. Nach Angaben des Regierungssprechers wurden mehrere mit Sprengstoff gefüllte Drohnen eingesetzt.

    Befreundete sozialistische Staaten wie Bolivien, Kuba und Nicaragua solidarisierten sich mit Maduro. Das sei das Werk von „Terroristen“ und „Kriminellen“, sagte Nicaraguas Regierungssprecherin Rosario Murillo, die Frau von Staatschef Daniel Ortega.

    Maduro wird das Errichten einer Diktatur vorgeworfen. Im vergangenen Jahr schaltete der Sozialist das von der Opposition kontrollierte Parlament aus, im Mai ließ er sich für eine weitere fünfjährige Amtszeit bei einer umstrittenen Wahl im Amt bestätigen.

    Die wichtigsten Oppositionsführer sind im Gefängnis, im Exil oder wurden von der Abstimmung ausgeschlossen. Die Wahl wurde von der Europäischen Union, den USA und vielen Nachbarstaaten nicht anerkannt.

    Venezuela leidet seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise, internationale Organisationen warnen vor einer humanitären Notlage. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt kämpft mit einer Hyperinflation, wegen mangelnder Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel und Medikamente importieren. Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten vor Elend und Unterdrückung in die Nachbarstaaten geflohen.

    Zuletzt prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für das laufende Jahr eine Inflationsrate von einer Million Prozent. Die Wirtschaftsleistung könnte zudem um 18 Prozent einbrechen.

    Der frühere Busfahrer Maduro hat erklärt, es gebe eine „imperialistische“ Verschwörung, die den Sozialismus zerstören und die Ölvorkommen des Landes übernehmen wolle. Kritiker machen dagegen ihn selbst für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich.

    • dpa
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