Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Carcassonne Frankreichs Rechte fordern erneuten Ausnahmezustand nach Terroranschlag

Wegen des jüngsten Terrorangriffs in Südfrankreich gibt es Streit um die Sicherheitspolitik. Staatschef Macron gerät ins Visier von Kritikern.
5 Kommentare
Frankreich: Rechte fordern Ausnahmezustand nach Terroranschlag Quelle: Reuters
Laurent Wauquiez

Der Chef der Mitte-Rechts-Partei Les Républicains fordert mutmaßlich gefährliche Islamisten zu internieren.

(Foto: Reuters)

Carcassonne/Paris Nach den Angriffen eines bekennenden Islamisten in Südfrankreich haben Konservative und Rechtspopulisten Staatschef Emmanuel Macron Nachlässigkeit im Anti-Terror-Kampf vorgeworfen. Die Mitte-Rechts-Partei Les Républicains sprach am Montag von einer „schuldhaften Naivität“. Parteichef Laurent Wauquiez forderte, den im November 2017 ausgelaufenen Ausnahmezustand wieder zu verhängen und mutmaßlich gefährliche Islamisten zu internieren.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen verlangte den Rücktritt von Innenminister Gérard Collomb. Das Macron-Lager warf ihr und Wauquiez dagegen vor, das Drama politisch auszuschlachten.

Der 25-jährige Radouane L. hatte am Freitag bei mehreren Angriffen in der Region Carcassonne zusammen vier Menschen getötet. Nach einer Geiselnahme in einem Supermarkt wurde er von der Polizei erschossen. Der Angreifer hatte sich als „Soldat“ der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet. Zwei Menschen aus seinem Umfeld seien immer noch im Polizeigewahrsam, berichtete Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins am Abend.

Mindestens zwei Tote – blutige Geiselnahme in Frankreich

Für Diskussionen sorgte, dass der Täter seit 2014 wegen Radikalisierung in einer Gefährder-Datenbank der Sicherheitsbehörden stand. Wauquiez forderte, die gefährlichsten Radikalisierten zu internieren. Diejenigen, die keine Franzosen sind, sollten sofort abgeschoben werden. „Wir müssen sie außerstande setzen, Schaden anzurichten, bevor sie das Blut von Unschuldigen vergießen.“ Chefermittler Molins sagte, dass der Tatverdächtigte bis in den laufenden Monat hinein von Geheimdiensten überwacht wurde.

Marine Le Pen forderte im Sender BFMTV ebenfalls die Ausweisung mutmaßlicher ausländischer Gefährder. Macron warf sie vor, das Ausmaß der Terrorgefahr nicht erkannt zu haben.

Nach früheren Angaben von Molins war der Angreifer 2016 und 2017 von den Behörden überprüft worden – offen blieb aber, in welcher Form. Er wiederholte am Montag, es hätten sich keine Anzeichen ergeben, dass er einen Terrorakt begehen würde. In Gewahrsam waren eine 18 Jahre alte Frau aus dem Umfeld des Täters sowie ein minderjähriger Freund.

Die junge Frau sei radikalisiert und habe bei ihrer Festnahme „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen, so Molins. Beide Verdächtige bestreiten demnach, etwas mit den Terrorangriffen zu tun zu haben.

Der französische Präsident Emmanuel Macron und sein Innenminister Gerard Collomb. Quelle: Reuters
Im Kreuzfeuer

Der französische Präsident Emmanuel Macron und sein Innenminister Gerard Collomb.

(Foto: Reuters)

Frankreich wird am Mittwoch mit einer nationalen Gedenkfeier an den Gendarmen erinnern, der sich in dem Supermarkt als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt hatte. Arnaud Beltrame (44) war von dem Täter getötet worden und wird als Held geehrt. Die Zeremonie soll am Pariser Invalidendom stattfinden. Macron wird eine Rede halten.

Frankreich hatte seine Sicherheitsgesetze erst im Herbst verschärft. Das Land wird seit drei Jahren von einer islamistischen Terrorwelle mit mehr als 240 Todesopfern erschüttert.

Ein ehemaliger Parlamentskandidat der Linkspartei La France Insoumise sitzt seit Sonntag in Polizeigewahrsam, nachdem er sich positiv über den Tod des Beamten geäußert hatte.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Carcassonne - Frankreichs Rechte fordern erneuten Ausnahmezustand nach Terroranschlag

5 Kommentare zu "Carcassonne: Frankreichs Rechte fordern erneuten Ausnahmezustand nach Terroranschlag"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Michael Berger
    27.03.2018, 11:13 Uhr
    ".. ... weil es nichts zu Sache tut. Ganz einfach. "

    Wenn ein Rechtsextremer die Tat begangen hätte, wäre es so relevant, daß die ganze Welt davon zwingend erfahren müßte.

  • Ach kommen Sie ... es steht auch nicht drin, dass Ostdeutsche schon wieder eine Frau mit Burka mit Messern angegriffen haben ... weil es nichts zu Sache tut. Ganz einfach.

    Über 3000 Menschen sterben im Jahr durch Verkehrsunfälle. Flüchtlinge und Moslems sind unterdurchschnittlich beteiligt. Berichtet auch niemand drüber.

    Nur weil es der nationalistischen Seele nicht passt, muss es Thema sein ... diese Einstellung teilt der Großteil der Bevölkerung nicht. Zum Glück.

  • @Michael Berger
    27.03.2018, 10:26 Uhr

    "So gut wie jede große deutsche Tageszeitung hat über das Thema berichtet. "

    Ja, aber: Steht darin auch, daß der Täter Moslem war? Stern, Welt-online, SPON und Zeit online schweigen sich darüber- im identischen Wortlaut - aus (vermutlich weil nicht sein kann, was nicht sein darf). Lüge durch Weglassen nennt man das.

  • G. Nampf, was bezwecken Sie mir Ihrer Aussage? So gut wie jede große deutsche Tageszeitung hat über das Thema berichtet.

  • Es ist nicht nur der Terrorangriff in Trébes, der Frankreich in diesen Tagen erschüttert, sondern auch der Mord an einer Holocaust-Überlebenden heute in Paris(http://www.krone.at/1678129). In deutschen Medien liest man von muslimischam Antisemitismus nichts - die arabischen Neubürger sind ja allesamt die "Guten"

Serviceangebote