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Catherine Ashton „Lady Who“ und ihre schwierige Mission

Auf dem Papier ist die die mächtigste Frau Europas. Sie soll die Interessen von 500 Millionen Europäern in der Welt vertreten und mit US-Außenministerin Hillary Clinton auf Augenhöhe reden. Sie darf einen eigenen diplomatischen Dienst aufbauen und in der Handels-, Klima- und Entwicklungspolitik mitreden. Doch in der Praxis ist es Catherine Ashton, der Hohen Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, bisher nicht einmal gelungen, ihre eigenen Interessen zu definieren.
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EU-Außenvertreterin Ashton will ihren Fehlstart in Brüssel vergessen machen – ausgerechnet mit einer Nahost-Reise. Quelle: ap

EU-Außenvertreterin Ashton will ihren Fehlstart in Brüssel vergessen machen – ausgerechnet mit einer Nahost-Reise.

(Foto: ap)

BRÜSSEL. Bis heute weiß in Brüssel niemand, was Ashton aus ihrem neuen Job, den sie übrigens nicht einmal angestrebt hat, machen will. Hundert Tage nach Amtsantritt ist die Britin genauso blass wie am Anfang. „Das Rampenlicht interessiert mich nicht“, sagte sie dem US-Nachrichtenmagazin „Time“. Sie habe auch nicht den Ehrgeiz, bei Besuchen in Washington oder anderen Hauptstädten einen Verkehrsstau auszulösen. Dabei war genau das das Ziel, das die EU einst hatte. Die erste „Außenministerin“ sollte Europa ein markantes Gesicht und eine kräftige Stimme geben.

Davon ist Ashton weit entfernt. Die Labour-Politikerin, die nie in einem Amt gewählt wurde und selbst in London als „Lady Who“ verspottet wird, tritt zurückhaltend auf. Bei Pressekonferenzen hält sie sich lieber im Hintergrund; ihre Stimme ist leise, ihr Blick ausweichend. Bei einem Treffen der EU-Außenminister in Cordoba wich Ashton allen Fragen aus. Dabei ist sie längst zwischen die Fronten geraten. Weil sie nach dem Erdbeben in Haiti nicht gleich in das Katastrophengebiet reiste und zudem noch ein Treffen der EU-Verteidigungsminister auf Mallorca schwänzte, werfen ihr Franzosen und Spanier mangelndes Fingerspitzengefühl und falsche Prioritätensetzung vor.

Ashton hat einen klassischen Fehlstart hingelegt. Dennoch wollten die EU-Außenminister in Cordoba nicht den Stab über sie brechen. Ashton habe bei ihrem Start nicht einmal über ein abhörsicheres Telefon verfügt, sie habe quasi bei Null anfangen müssen, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Daher müsse man ihr nun auch Zeit lassen, ihre Rolle zu finden. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr: Bis Ende April soll das Konzept für den neuen europäischen Außendienst stehen. Erste Ideen, die Ashton in Cordoba präsentierte, haben niemanden überzeugt. „Es ist klar geworden, dass es so nicht weitergeht“, platzte es aus Österreichs Außenminister Michael Spindelegger heraus.

Die Hoffnungen richten sich nun auf einen zweiten Entwurf, den Ashton in den nächsten Tagen vorlegen will. Außerdem muss sich Ashton auf ihrer ersten Nahost-Reise bewähren, die sie am Mittwoch auch nach Israel führt. Leicht wird das nicht: Denn die israelische Siedlungspolitik sorgt wieder einmal für Streit. Der US-Sondergesandte George Mitchell hat seine geplante Nahost-Reise aus Protest sogar verschoben. Nun richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf die scheue Baronin Ashton.

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