Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Peter Altmaier

„Habe ich das Gespräch gerne geführt.“

(Foto: Reuters)

China-Besuch Altmaier nach Treffen mit Huawei-Gründer: „Er hat meine Fragen beantwortet“

Es ist einer der wichtigsten Termine auf der China-Reise des Wirtschaftsministers: das Frühstück mit Huawei-Gründer Ren.
Update: 21.06.2019 - 11:48 Uhr 1 Kommentar

Berlin, Peking Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am Freitag in Schanghai den Gründer des unter Druck geratenen chinesischen Telekomriesen Huawei, Ren Zhengfei, getroffen. Im Rahmen einer dreitägigen China-Reise Altmaiers kamen beide zu einem einstündigen Frühstück im Hotel Kempinski zusammen.

„Das Gespräch war sehr sachlich. Es gab einen Informationsaustausch“, berichtete Altmaier im Anschluss an das Treffen auf einer Diskussionsrunde mit chinesischen Studenten der Universität Tongji, die nach dem Treffen fragten. „Ich habe ihm Fragen gestellt, und er hat sie mir beantwortet.“ Man müsse sich mit den Unternehmen auseinandersetzen und sich informieren. „Deswegen habe ich das Gespräch gerne geführt“, sagte Altmaier.

Beim „Austausch von Positionen und Argumenten“, wie Altmaier das Treffen mit Ren nannte, habe er noch einmal bekräftigt, dass die Sicherheit der Telekommunikationsstruktur in Deutschland ein hohes nationales Gut sei. „Wir erwarten von allen Anbietern, dass sie die Sicherheitsanforderungen, die wir noch einmal neu verfassen werden, erfüllen. Und dann ist die Aufgabe von Huawei darzulegen, dass sie dazu imstande sind“, sagte Altmaier.

Das Treffen war nach Angaben Altmaiers auf Wunsch von Huawei zustande gekommen. „Es ist selbstverständlich, dass ein Unternehmen, das in diesem Ausmaß in Deutschland tätig ist, seine Sicht der Dinge dem zuständigen Minister vortragen kann“, hatte der Minister im Vorfeld des Treffens gesagt. „Ich hätte auch den Anspruch, dass ein großes deutsches Unternehmen auch Zugang zu Regierungen in anderen Ländern hat.“

Bereits seit Monaten wird in Deutschland und Europa über die Beteiligung von Huawei am Ausbau des 5G-Netzes diskutiert. Der superschnelle Mobilfunkstandard ermöglicht es, enorme Datenmengen zu übertragen und ist entsprechend interessant für Industriespionage und Sabotage. Vor allem die USA haben erhebliche Sicherheitsbedenken gegen Huawei. Das Unternehmen bestreitet die Anschuldigungen. Wie Deutschland in der Causa Huawei am Ende entscheidet, könnte eine starke Signalwirkung für den Rest Europas haben.

Der deutsche Umgang mit Huawei ist das dominierende Thema bei den politischen Gesprächen in Peking. Miao Wei, der chinesische Minister für Industrie und Informationstechnologie, war am Mittwoch beim Treffen mit Altmaier sofort zur Sache gekommen: „Wir würden gerne mit Ihnen über den 5G-Ausbau und Huawei sprechen“, sagte er. Bevor Altmaier darauf antworten konnte, mussten die Journalisten den Konferenzraum verlassen.

Auch in deutschen Sicherheitskreisen wird das Unternehmen als Risiko betrachtet. Deutschland will, dass alle 5G-Ausrüster schärfere Sicherheitsauflagen erfüllen und sich einer Überprüfung unterziehen müssen. Ob das Ergebnis dieser Überprüfung sein wird, dass Huawei ausgeschlossen wird, ist noch nicht klar.

„Höchste Sicherheitsanforderungen“

Nach dem Gespräch mit Miao berichtete Altmaier, man habe „ausführlich“ über dieses Thema gesprochen. Die deutsche Position sei bekannt. Beim Ausbau des neuen Mobilfunknetzes mit dem schnellen 5G-Standard in Deutschland solle kein Unternehmen diskriminiert werden. Doch müssten alle den „höchsten Sicherheitsanforderungen“ entsprechen. Das werde Deutschland gesetzlich festlegen, prüfen und zertifizieren. „Die chinesische Seite ist sich im Klaren, dass ihre Hard- und Software höchsten Sicherheitsansprüchen genügen muss.“

In Deutschland soll die Zertifizierung das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übernehmen. BSI-Chef Arne Schönbohm hatte kürzlich dem Handelsblatt gesagt, dass am Ende einer solchen Überprüfung auch ein Ausschluss von Huawei stehen könnte.

US-Präsident Donald Trump hatte den Streit um Huawei zuletzt verschärft, indem seine Regierung den Konzern im Mai auf eine schwarze Liste von Unternehmen setzte, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. US-Chiphersteller, Google oder auch internationale Unternehmen haben deswegen ihre Kooperation mit Huawei ausgesetzt oder auf den Prüfstand gestellt.

Nach dem Treffen mit Ren besuchte Altmaier am dritten und letzten Tag seines China-Besuches ein Entwicklungszentrum des Autobauers BMW, der in Schanghai an Lösungen für autonomes Fahren arbeitet.

Mehr: Peter Altmaier will die Zusammenarbeit mit Peking vertiefen. Mehr über die Motive seines China-Besuchs lesen Sie hier.

Startseite

Mehr zu: China-Besuch - Altmaier nach Treffen mit Huawei-Gründer: „Er hat meine Fragen beantwortet“

1 Kommentar zu "China-Besuch: Altmaier nach Treffen mit Huawei-Gründer: „Er hat meine Fragen beantwortet“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auf dieser sachlichen Ebene kann man Fortschritte für beiden Seiten erreichen. Trotzdem auch jetzt im 3g/4g Bereich ist die Sicherstellung bzw. Zertifizierung ein Kraftakt ohne Gleichen. Laien sollten nicht die Vorstellung haben, man gieße ein 5G Gesetz mal einfach in Worte...implementiere daraus ein zweifelsfreien und über alles erhabenen Algorithmus, der dann eine einfache true/false boolean Variable zurückliefert, die klar sagt HUAWEI oder irgendein anderer Anbieter ist "sicher". So einfach ist es leider oder Gott sei Dank nicht. Der Gedanke und das Gefühl des Vertrauens zwischen den Partnern wird auch durch 5G im 21. Jahrhundert nicht ersetzt. Zertifizierungen können die Kontrolle des Vertrauens wesentlich verbessern aber nicht ersetzen.