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China Die unterschätzte Militärmacht

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Das Pentagon habe Chinas Tempo im Verteidigungssektor unterschätzt, sagte der Chef des US-Marinegeheimdienstes, Vizeadmiral Jack Dorsett: "Wir liegen in vielen Dingen richtig, aber einiges haben wir dennoch falsch beurteilt." Als Beispiel nannte Dorsett die Fähigkeit Chinas, eine ballistische Rakete zu entwickeln, die in der Lage sei, einen sich bewegenden Flugzeugträger zu treffen. Der Nachrichtendienstler nahm damit Bezug auf die chinesische DF-21-Rakete. Diese sei von Peking bereits mehrfach über Land getestet worden. "Die Rakete funktioniert und leistet, was sie soll", räumte Dorsett ein. Einzig in echten Kampfsituationen sei die Waffe bislang noch nicht eingesetzt worden.

Es sei zu früh um einschätzen zu können, ob den US-Militärs ein ähnlicher Irrtum auch beim chinesischen Tarnkappenbomber unterlaufen sei, einem Kampfjet der vierten Generation. Von Tests mit dem Prototypen J-20, der später einmal dem amerikanischen Tarnflugzeug F-22 "Raptor" Paroli bieten soll, waren in dieser Woche erstmals Bilder aufgetaucht. Noch in einem Pentagon-Bericht im August 2010 hatte das US-Militär zwar auf die chinesische DF-21-Rakete hingewiesen. Der Tarnkappenbomber wurde dabei jedoch mit keiner Silbe erwähnt.

Dass es überhaupt möglich war, Bilder von einem Rolltest des Bombers zu machen und in der Öffentlichkeit in Umlauf zu bringen, ist nach Auffassung des US-Militärexperten Richard Fisher kein Zufall. In einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN sagte Fisher, Peking hätte die Aufnahmen verhindern können. Doch offenbar war dies eine gezielte Indiskretion. Fisher: "Innerhalb Chinas war die Reaktion auf die Nachricht ausgesprochen positiv. Das hat den Nationalstolz enorm angefacht."

Auch in der europäischen Rüstungsindustrie haben die Bilder des China-Bombers Diskussionen ausgelöst. Beobachter weisen daraufhin, dass der Jet eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Anfang des Jahrtausends entwickelten Mig 1.44 aufweise. Doch das russische Militär hat den Entwurf nicht weiterverfolgt. Möglicherweise seien die Pläne in China gelandet, heißt es in europäischen Militärkreisen. Für diese Annahme spricht die Tatsache, dass China bisher kaum in der Lage ist, aus eigener Kraft Kampfflugzeuge mit Tarneigenschaften zu bauen. Dafür fehlt dem Land Fachwissen im Bereich Kohlefasern sowie vor allem in der Triebwerkstechnik. Noch stammen die Turbinen chinesischer Kampfflugzeuge allesamt aus russischen Lizenzen.

Rüstungsexperten weisen darauf hin, dass China die USA nicht auf der Weltbühne herausfordern will. Vielmehr strebe Peking eine besser abgesicherte Position in der eigenen Region an. Eine Drohkulisse soll vor allem Taiwan davor abschrecken, unter dem Schutz der USA die Unabhängigkeit anzustreben. Pekings Militärplaner wollen in der Lage sein, die USA bei Einsätzen vor der eigenen Küste zu stören. Darauf weist auch die Art der Aufrüstung hin: China investiert in Raketen gegen Satelliten und Flugzeugträger, in die Entwicklung von Computerviren und andere Cyber-Waffen - und nun offenbar auch in einen Kampfjet.

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9 Kommentare zu "China: Die unterschätzte Militärmacht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Liebe Redaktion !
    Lassen Sie bitte die Kirche im Dorf.Bauen Sie kein neues Schreckgespenst auf.Selbst wenn China 150 Milliarden Dollar in den Rüstungshaushalt steckt, hinkt es weit hinter den USA hinterher, die für ihre Verteidigung seit Jahren das Dreifache ausgeben.
    Es ist richtig, dass die chinesische Marineaufrüstung für die Nachbarn bedrohlich ist, zumal es Streit um die Spratly und Paracel-Inseln gibt.Deshalb suchen Vietnam, Japan und Indien die Zusammenarbeit mit den USA - auch die militärische.
    Also kein Anlass zur Entwarnung, sondern der Hinweis auf das richtige Augenmaß.
    Die USA bleiben auf absehbare Zeit die Militärmacht Nr.1 - auch im asiatisch-pazifischen Raum.
    Ihr Hohenzoller

  • ich erinnere mich an einen Artikel in einer chinesischen Zeitung von vor einigen Jahren (Huanqiu Ribao?) ueber Reagans Star-Wars-Programm (den Raketenschutzschild) in den 80er Jahren. Das Programm wurde als riesengrosser bluff bezeichnet, mit dem Ziel, Russland in einen ruinoesen Ruestungswettlauf zu treiben, was ja auch funktioniert habe. Wenn man bedenkt, das der Schutzschild bis heute nicht funktioniert, koennte da auch was dran sein.
    Warum sollten die Chinesen den gleichen Trick nicht auch einmal versuchen? Woher weiss man denn, dass der chinesische Stealth-bomber, der einem russischen Vorbild so verblueffend aehnlich sieht, wirklich kann, was behauptet wird?

  • Gut erkannt, deshalb ist es ja Made aus Germany

  • interssanter Artikel - vielen Dank!

  • Wo bleiben internationale Proteste? Wo sind die Lichterketten gegen Verletzung der Menschenrechte, Rüstungswahn der Chinesen ( 10 Flugzeugträger im bau), gigantische Umweltzerstörung, Sklaverei in chineschen Fabriken, Lohndumping in sämtlichen bereichen, weltgrösster Ölverbrauch, kommunistische Diktatur???
    Nichts hört man-weder Sozies noch Grüne die sonst überall die grosse Klappe aufreissen wollen wagen es nicht gegen die chinesischen Verbrecher den Mund aufzumachen
    äussern sich
    Nur wenn Amerikaner irgendwo Fehler machen sind Oberlehrer Gabriel Trittin Nahles und ähnliche Nullnummern zur Stelle

  • Na gut, dann sind's nicht die Amis, sondern die Chinesen ...
    beide sind bereit, Militär für ihre interessen einzusetzen.

  • "Rüstungsexperten weisen darauf hin, dass China die USA nicht auf der Weltbühne herausfordern will ... China investiert in Raketen gegen Satelliten und Flugzeugträger". des versteh' ich jetzt aber nicht: wer hat denn schon flugzeugtraeger und satelliten, die er gegen china einsetzt? doch wohl nur die usa. also, einerseits keine direkten herausforderungen, aber andererseits, was waere denn, wenn china wirklich mal einen us satelliten abschiesst oder einen us traeger versenkt?

  • Hallo Leute, lasst doch bitte die Kirche im Dorf. Die Amerikaner mit ihrer Hi-Tec-Army sind doch auch nicht in der Lage, den Taliban Paroli zu bieten. Gegen Partisanen hat noch keine Armee der Welt etwas ausrichten können. Sollte da jemand reklamieren, dann bitte nur mit einen atomaren Foul Out.
    Dann gibt es aber keine Sieger, nur Verlierer.
    Das Säbelrasseln kennt die Menschheit sein Urzeiten. Leider hat sie nichts dazugelernt. Militärs leben mit unserem Urinstinkt. Mit beiden Fäusten auf die brust schlagen und ein großes Geschrei anstimmen. Sehr beeindruckend!

  • http://www.weltvonmorgen.org/broschuren/har.htm

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