China Rekordentschädigung für Hausabriss gefordert

Wegen der Zerstörung seines Wohnhauses, das auch als Museum diente, hat ein Chinese von den örtlichen Behörden eine Rekordentschädigung verlangt. Die Besitzer seien während des Abrisses 30 Stunden festgehalten worden.
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Die chinesische Flagge. Aus dem Haus seien laut Gericht unter anderem Dinosaurier-Fossilien, Kalligraphie-Werke sowie Gold und Schmuck entwendet worden. Quelle: AFP

Die chinesische Flagge. Aus dem Haus seien laut Gericht unter anderem Dinosaurier-Fossilien, Kalligraphie-Werke sowie Gold und Schmuck entwendet worden.

(Foto: AFP)

ShanghaiWegen der Zerstörung seines Wohnhauses, das gleichzeitig als Museum diente, hat ein Chinese von den örtlichen Behörden eine Rekordentschädigung in Höhe von umgerechnet 34,3 Millionen Euro gefordert. Liu Guangjia aus Anle, einem Vorort der ostchinesischen Metropole Shanghai, verlange in einem Gerichtsprozess von den Behörden des Stadtbezirks Minhang 289 Millionen Yuan, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Lius Haus, das auch ein Museum mit Bonsai-Bäumen und exotischen Steinen beherbergte, war im April vergangenen Jahres zerstört worden.

Die Zeitung „Global Times“ berichtete, Liu habe dem Gericht dargelegt, dass er und seine Frau Zhu Rongzhou, beide um die 70 Jahre alt, während des Abrisses ihres Hauses 30 Stunden lang festgehalten und gefesselt worden seien. Lius Frau habe damals gerade eine Brustkrebs-Therapie hinter sich gehabt, ihm selbst sei von den Sicherheitskräften ein Arm ausgekugelt worden. „Als wir freigelassen wurden, gab es das Haus, das Museum und alles darin nicht mehr“, zitierte die Zeitung Liu.

Das Gericht gab in einer Internet-Erklärung an, aus Lius Haus seien unter anderem Dinosaurier-Fossilien, Kalligraphie-Werke sowie Gold und Schmuck entwendet worden. Die Behörden von Minhang weisen Lius Entschädigungsforderung allerdings zurück. Bei dem Abriss seien die rechtlichen Vorgaben eingehalten worden, erklärten sie.

Dass Beschwerden gegen die Behörden vor Gericht überhaupt zugelassen werden, kommt in China selten vor. Zwangsräumungen und Abrisse sind hingegen häufig, weil die örtlichen Behörden mit Landverkäufen ihre Finanzen aufbessern und Bauprojekte zur Ankurbelung der Wirtschaft fördern.

Im chinesischen Online-Netzwerk Sina Weibo erntete die Regierung von Minhang scharfe Kritik für ihren Umgang mit Liu. „Zwangsbeschlagnahmungen und Abrisse sind nichts anderes als Raub und Plünderei von Gaunern und Banditen“, schrieb Xie Zhiyong, Professor an der Chinesischen Universität für Politikwissenschaften und Recht.

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