Xi Jinping und Donald Trump

Der US-Präsident zum Handelskrieg mit China: „Wenn es ihn gibt, dann gibt es ihn.“

(Foto: Reuters)

China und die USA Der geheime Handelskrieg

Im Verborgenen ist der Konflikt zwischen China und den USA längst eskaliert. In den politischen und wirtschaftlichen Zirkeln Chinas wächst der Frust über die Amerikaner. Es droht ein Handelskrieg zwischen den Giganten.
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PekingFür die chinesische Geschäftswelt fing das neue Jahr sehr schlecht an: Zuerst blockierte die amerikanische Regierung die Übernahme des US-Zahlungsabwicklers Moneygram, durch die Alibaba-Tochter Ant Financial, eine Woche später kam heraus, dass ein Deal zwischen AT&T und Huawei ebenfalls geplatzt war. Inzwischen, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, will die US-Regierung sogar, dass der Telekommunikationskonzern alle Geschäftsbeziehungen mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller kappt. Die Begründung: Bedenken wegen der nationalen Sicherheit.

Ein Vorbehalt, der in den vergangenen Monaten immer öfter zu hören ist. Für viele Beobachter amerikanisch-chinesischer Beziehungen sind diese Blockaden die ersten Anzeichen dafür, dass sich der Handelskonflikt zwischen Peking und Washington gefährlich zuspitzt. Demnächst könnten die Reibungen ihren Höhepunkt erreichen.

CFIUS, die US-Behörde für Auslandsinvestitionen, prüft jeden geplanten Kauf einer US-Firma durch Unternehmen aus Übersee, auf nationale Sicherheitsbedenken. Laut der Marktanalysefirma Dealogic wurden in den letzten zwei Jahren fast 30 Übernahmen chinesischer Firmen entweder von CFIUS geblockt oder noch nicht bearbeitet. Das ist soviel, wie alle anderen G7 Staaten zusammen genommen vorweisen.

„Wir haben eine Freundschaft entwickelt“
Staatsbesuch Xi Jinping in den USA
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Chinas Staatspräsident und seine Frau Liyuan Peng bei ihrer Ankunft am Donnerstag auf dem Flughafen Palm Beach International Airport in Florida (USA). Hier gibt es einen ausführlichen Artikel zu dem Treffen.

Empfangskomitee
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US-Außenminister Rex Tillerson (2. v. l.) und seine Frau Renda St. Clair (l.) nehmen die Gäste in Empfang.

Kolonne
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Präsident Xi Jinping fährt mit einer Limousine zum Eau Palm Beach Spa and Resort in Manalapan, Florida, wo er während des Staatsbesuchs untergebracht ist.

Präsidententreffen
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Im Beisein seiner Gattin Melania (r.) begrüßt Donald Trump (2. v. r.) seinen chinesischen Amtskollegen und dessen Frau, bevor sie zum Dinner in Trumps Anwesen Mar-a-Lago schreiten.

Willkommen
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Auf dem roten Teppich posieren sie für die versammelte Presse. Xi Jinping ist zwei Tage zu Gast in den USA.

Luxusanwesen
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Im Mar-a-Lago Club, auch genannt „Winter White House“, hält Trump Meetings ab. Hier gibt es mehr Bilder zu dem Anwesen.

Gesprächsrunde
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Die First Lady Melania Trump, die beiden Präsidenten und Xis Frau Peng Liyuan nehmen gemeinsam ein Getränk. Die Dolmetscher erleichtern das Gespräch.

Zu den abgewehrten oder noch nicht genehmigten Deals gehören: Die Übernahme des Halbleiterherstellers Lattice Semiconductors durch eine US-Beteiligungsgesellschaft mit Verbindungen nach China; der Einstieg einer chinesischen Investorengruppe beim digitalen Kartendienst Here; und HNA Capitals Kauf von SkyBridge Capital, dem Hedge Funds des ehemaligen Kommunikationschefs des Weißen Hauses, Anthony Scaramucci. Bernd Egbers, Partner bei der Transaktions-Kanzlei Ashurst, die internationale Firmenübernahmen betreut, weist bei den Statistiken jedoch darauf hin, dass die absolute Zahl der Übernahmen durch chinesische Firmen insgesamt gestiegen sei. Laut Deloitte wurden 2016 ganze 90 nordamerikanische Unternehmen von chinesischen Investoren aufgekauft, fast vier Mal so viel wie vor vier Jahren.

Egbers stellt aber auch fest, dass es immer schwieriger werde, die Zuständigkeiten der US-Behörde abzugrenzen. „Alles hat plötzlich eine strategische Bedeutung“, sagt er. „Und in der Praxis ist CFIUS wesentlich restriktiver geworden – vor allem vor dem politischen Hintergrund der Trump-Administration mit ihrer ‚America First‘-Strategie.“

Zu konkreten Fällen möchte sich Egbers nicht äußern. Dabei betreut seine Firma auch den deutschen Blutplasma-Hersteller Biotest, deren amerikanische Tochtergesellschaft 2017 von der chinesischen Creat Gruppe für eine Milliarde Euro übernommen werden sollte. Anfang November letzten Jahres verkündete CFIUS allerdings, dass sie Sicherheitsbedenken hatte. Laut Pressemitteilung zog Biotest die Transaktion zurück und meldete ein beschleunigtes Prüfungsverfahren an. Ob es jedoch genehmigt wird, könne man nicht garantieren.

Die CFIUS-Blockaden bleiben auch der chinesischen Seite nicht verborgen. Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums Gao Feng konstatierte in der Pressekonferenz nach dem geplatzten Huawei-AT&T-Deal, dass „der Protektionismus in den USA erstarkt ist und manchmal sogar den Ton angibt“. Und bei der geplatzten Moneygram-Übernahme hieß es, man „bedauere sehr“, dass „mal wieder sogenannte nationale Sicherheitsbedenken die eigentlich reguläre Übernahme eines amerikanischen Unternehmens durch ein chinesisches verhindern“. Peking habe nichts gegen Sicherheitskontrollen, befürchte aber, dass Washington „die nationale Sicherheit als eine Art ‚Glaswand‘ gegen ausländische Investitionen benutzt“.

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hatte noch am Montag in einem Telefonat mit dem US-Präsidenten gesagt, dass man „auf eine konstruktive Art und Weise vorgehen“ solle und gemeinsam eine Lösung für die Wirtschafts- und Handelskonflikte finden müsse, um „die Märkte füreinander zu öffnen“. Sowohl Washington als auch Brüssel beschweren sich bereits seit Jahren über den begrenzten Marktzugang für ausländische Firmen in China und den schlechten Schutz des intellektuellen Eigentums.

Donald Trump wiederum ließ ihn wissen, dass er „enttäuscht darüber sei, dass das amerikanische Handelsdefizit mit China weiter gewachsen ist“. Laut der chinesischen Zollverwaltung wuchs der Überschuss Chinas im Warenhandel mit den USA um rund neun Prozent auf 275,8 Milliarden US Dollar – ein Rekordhoch.

Li Wei, der als Direktor des Amerika-Instituts an der Denkfabrik des chinesischen Handelsministeriums arbeitet, sagte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt: „Solange Washington nur einzelne Deals blockiert, ist es kein großes Problem. Aber wenn die Amerikaner unseren Produkten tatsächlich Strafzölle auferlegen sollten, dann wird China auch handeln.“ Zu den möglichen Maßnahmen meinte er: „Die Amerikaner exportieren Lebensmittel und Flugzeuge nach China. Wir könnten zum Beispiel auch Tarife für diese Produkte einführen.”

Trotzdem kündigte Trump in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch an, dass er im Handelsstreit mit China schon bald Maßnahmen verkünden werde. Vor Ende des Monats wollte er auch bekanntgeben, ob er Strafzölle für ausländische Solarmodule einführen wolle. Fast 90 Prozent von ihnen werden in China produziert. Ähnliche Entscheidungen stehen im Januar auch für die Einfuhr von Stahl und Aluminium an. Auf die Frage, ob ein Handelskrieg zwischen den zwei Nationen ausbrechen könnte, sagte Trump: „Ich denke nicht. Ich hoffe es nicht. Aber wenn es ihn gibt, dann gibt es ihn.“

Seine Freunde, seine Feinde
Donald Trump und seine Freunde
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Viele waren überrascht, wie ungewöhnlich handzahm sich der US-amerikanische Präsident auf seiner zweiwöchigen Asienreise gegeben hat. Kurz vor dem Ende seines Trips zeigte er sich dann noch im Partnerlook mit dem philippinischen Präsidenten, Rodrigo Duterte und lobte die Politik des umstrittenen Machthabers. Trump kann aber auch ganz anders, was er meist über Twitter immer wieder eindrücklich demonstriert – und hat sich so nicht nur Freunde gemacht. Wir haben den Überblick.

Rodrigo Duterte: Freund
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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte, der für einen brutalen Antidrogenkrieg mit Tausenden Toten verantwortlich ist und seine Gegner gerne als Hurensohn beschimpft, zeigt beim Besuch von Donald Trump plötzlich eine charmante Seite: Im cremefarbenen Festtagshemd begibt sich der für seine rabiaten Äußerungen bekannte Politiker bei einem Staatsempfang in Manila an das Mikrofon – und schlägt ausnahmsweise sanfte Töne an: „Du bist das Licht in meiner Welt“, singt er in seiner Landessprache. Am Ende des Liebesliedes lässt er sein Publikum wissen: „Ich habe das Lied auf Wunsch des Oberbefehlshabers der Vereinigten Staaten vorgetragen.“

Eine ungewöhnliche Freundschaft
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Bei einem bilateralen Treffen mit Duterte am Rand des Gipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean lobte der US-Präsident die „herausragende Beziehung“ zwischen den Philippinen und den USA. Vermutlich mit Blick auf die Gesangseinlage seines Amtskollegen fügte er hinzu: „Die Show war fantastisch, du warst fantastisch.“ Und die Philippinen lieben Trump: Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung unterstützen den US-Präsidenten, nur Duterte ist bei seinem Volk noch beliebter. Mit Kritik aufgrund von Menschenrechtsverletzungen hielt Trump sich dann auch zurück, was in den USA gar nicht gut ankam.

Shinzo Abe: Freund
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Auf seiner zweiwöchigen Asienreise zeigte Trump sich von seiner umgänglichen Seite. Der japanische Premier Shinzo Abe bedankt sich mit passenden Golfkappen: „Donald und Shinzo. Machen die Partnerschaft noch größer“, steht darauf. „Wir mögen uns“, sagte Trump anschließend. „Ich glaube nicht, dass wir Japan je näher waren.“ Eine typische Übertreibung, aber auch eine spürbare Abkehr vom üblichen Gepolter.

Kim Jong Un: Feind
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Der nordkoreanische Diktator dürfte nicht so gut auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu sprechen sein. In letzter Zeit drohte Trump dem Regime in Pjöngjang immer wieder. Während seiner Asienreise gab sich der US-Präsident dann plötzlich ganz anders und fand lobende Worte für Kim Jong Un: „Er hat eine sehr weise und gut durchdachte Entscheidung getroffen“, twitterte Trump. Schon wenige Tage später wieder eine Kehrtwende: Trump stellte auf Twitter die Frage, warum der nordkoreanische Staatschef es für nötig halte, ihn als „alt“ zu beleidigen. Er würde ihn nie als „klein“ oder „fett“ bezeichnen, schrieb er mit dem Wort „nie“ in Großbuchstaben. „Ich bemühe mich so stark, sein Freund zu sein, und vielleicht wird es eines Tages dazu kommen!“

Gefährlicher Konflikt
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Kim hatte zuvor mitgeteilt, dass die Pläne für einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam vorerst zurückgestellt würden. Trump erwähnte das Angriffsvorhaben zwar nicht direkt, fügte aber hinzu: „Die Alternative wäre sowohl katastrophal als auch inakzeptabel gewesen!“ Die erheblichen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA hatten daraufhin ein wenig nachgelassen, begleitet auch von diplomatischen Bemühungen und Druck Chinas. Trump hatte Nordkorea zuletzt mit „Feuer und Wut“ gedroht und damit vor dem Hintergrund der atomaren Bewaffnung beider Länder für große Unruhe gesorgt.

König bin Salman: Freund
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Der saudische König bin Salman und Kronprinz Mohammed sind angetan von Donald Trump. Und er von ihnen. So eindeutig wie Trump hat sich schon lange kein US-Präsident mehr auf die Seite Saudi-Arabiens gestellt. Allerdings: Die Harmonie dürfte zumindest ein bisschen getrübt werden. Denn Washington kann sich keine Dauerfehde unter den Golfstaaten erlauben. Um den aktuellen Streit mit Katar zu beenden, werden auch die Saudis ein Stück weit nachgeben müssen.

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2 Kommentare zu "China und die USA: Der geheime Handelskrieg"

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  • CHINA UND DIE USA
    Der geheime Handelskrieg

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    Wieso ist da die USA zu benennen ?????

    CHINA kauft sich WELTWEIT ALLE ROHSTOFFE AUF DIE MAN NUR KAUFEN KANN.
    CHINA verkauft aber diese Rohstoffe nicht an andere SONDERN IST EGOISTISCH UND VERARBEITET DIE ROHSTOFFE SELBER und verkauft die Rohstoffe nur im verarbeiteten Zustand wieder.

    Dadurch will CHINA DAS MONOPOL ETWA ÜBER SELTENE ERDEN AUS AFRIKA ERREICHEN und hat es teilweise bereits erreicht.

    Wie soll da Globalisierung und Weltwirtschaft als Gemeinschaft funktionieren wenn CHINA sich die Trümpfe bei jedem Kartenspiel zuerst für sich aus dem Spiel nimmt ???

    Wohl hat nun CHINA eingelenkt und gibt ein Teil der seltene Erden wieder her, etwa nach dem Motto : Gold und Platin gehören mir , du bekommst aber erst Blei und Zink bevor ich dir Kupfer verkaufe ???

  • CHINA UND DIE USA
    Der geheime Handelskrieg
    Im Verborgenen ist der Konflikt zwischen China und den USA längst eskaliert. In den politischen und wirtschaftlichen Zirkeln Chinas wächst der Frust über die Amerikaner. Es droht ein Handelskrieg zwischen den Giganten.

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    Die Europäische Union lebt von dem Exportieren in die USA.

    ABER kauft dann mit den Gelder wie Weltmeister in CHINA ein und importiert es nach Europa.
    EIN DRITTEL MEHR kaufte diese EU in CHINA ein als daß CHINA in Europa einkaufte.

    Die USA kauft auch mehr ein in CHINA als daß CHINA in dem USA einkauft !

    Wo bitte schön ist da die USA der Böser wenn es sich dagegen wehrt seinen gesamten kapital den Chinesen direkt und indirekt in den Rachen des Drachens zu schieben ???

    Was TRUMP jetzt versucht zu ebnen, hätten viel mehr US-Präsidenten zuvor bereits tun müssen.

    Die EU ist auch nur teilweise aufgewacht !
    Schläft aber noch zu tief und zu lange um den rest zu korrigieren !


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