China: Wie schwer ist die wirtschaftliche Krise der Volksrepublik?
Die Chinesen konsumieren weniger als vor der Pandemie.
Foto: APPeking, Berlin. Bert Hofman hat den Vergleich: Im Mai und jetzt im Juli war der ehemalige Chinachef der Weltbank in China. Er berichtet von einem „spürbaren Stimmungsumschwung“ in Bezug auf die Wirtschaft: „Die Erholung scheint abzuflachen“, sagt der jetzige Direktor des Ostasieninstituts der Singapurer Nationaluniversität (NUS).
Drastischer formuliert es Jens Eskelund, Präsident der europäischen Handelskammer in China: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt scheine sich derzeit „in einer Art perfektem Sturm“ zu befinden.
Die negativen Meldungen aus Chinas Wirtschaft reißen nicht ab. Auf dem Immobilienmarkt schwelt eine Krise, und es gibt Anzeichen einer Deflation. Zusammen mit den hohen Schulden sowie der schrumpfenden und schnell alternden Bevölkerung wird das zu einem ernsthaften Problem. US-Präsident Joe Biden bezeichnete Chinas Wirtschaft zuletzt als „tickende Zeitbombe“.
Mehrere Investmentbanken haben in den vergangenen Tagen ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr nach unten korrigiert: Die US-Investmentbank Barclays rechnet nur noch mit einem Zuwachs von vier Prozent, Mizuho Financial aus Japan geht von fünf Prozent aus.