Chinas Absturz Das hilflose Winken gegen das Misstrauen

Börsencrash, Yuan-Abwertung, lahmende Binnenkonjunktur: Mit nicht mehr als Gesten wirbt Chinas Premier Li Keqiang um das verlorengegangene Vertrauen von Unternehmen und Märkten. Doch Taten Pekings fehlen bislang.
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“Es wird keine harte Landung in China geben“

DalianChinas Premier Li Keqiang lächelt und winkt. Es ist eine Geste, die Zuversicht ausstrahlen soll. „Es wird keine harte Landung in China geben“, bekräftigt Li am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede vor rund 1700 Teilnehmern des „Sommer-Davos“ genannten Weltwirtschaftsforum in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian. „Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, um die Märkte zu stabilisieren, und die Ausbreitung von Risiken einzudämmen“, sagte der Ministerpräsident.

Li will gegen das Misstrauen anreden, das sich in den vergangenen Monaten unter vielen Geschäftsleuten und Politikern breit gemacht hat. Schwache Wirtschaftsdaten, der Crash an Chinas Börsen und die überraschende Abwertung der chinesischen Währung hatten Schockwellen an die internationalen Märkte gesendet. Die Kurse an Chinas Aktienmärkten waren um rund 40 Prozent im Vergleich zu ihrem Höchststand im Juni eingebrochen. Analysten hatten daran gezweifelt, dass China das gesetzte Ziel von etwa sieben Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr erreichen wird.

Viele internationale Unternehmer sind verunsichert. Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China, sprach am Dienstag von einer verlorenem Vertrauen und widersprüchlichen Signalen der Führung in Peking. „Es ist für uns noch nicht das Ende aller Zeiten. Aber es sind andere Zeiten“, sagte Wuttke. Die 2013 angekündigten Wirtschaftsreformen würden nur schleppend umgesetzt. Zudem brachen im August die Importe überraschend stark um 13,8 Prozent ein – ein deutlicher Hinweis auf eine lahmende Binnenkonjunktur.

„China steht unter Abwärtsdruck“, räumte Li ein. Aber die Regierung sei in der Lage, alle Herausforderungen zu meistern. „Insgesamt ist die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft von einem großen Maß von Stabilität gekennzeichnet.“ Es gebe derzeit noch keine Notwendigkeit für großangelegte Konjunkturprogramme oder Geldspritzen für die Finanzmärkte. China werde seine Wirtschaftsziele für dieses Jahr erreichen.

Der Sturz des Drachen
27. Juli
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Auch im Juli müssen Chinas Anleger einen neuen Kurssturz verdauen. Die Börse Schanghai bricht um 8,5 Prozent ein auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer...

Börse Schanghai bricht ein
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Grund für den Sturz: Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

24. Juli
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Eine private Umfrage zeigt, dass der chinesische Industriesektor im Juni so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr geschrumpft ist. Die wichtigsten Indizes Chinas in Shanghai und Shenzhen verlieren 1,3 und 1,8 Prozent. Damit endet eine seit rund drei Wochen andauernde Erholungsphase.

23. Juli
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Die chinesische Regierung sichert den Märkten erneut ihre Unterstützung zu. Die Anleger feiern die staatlichen Eingriffe. Der Shanghai Composite Index gewinnt mehr als zwei Prozent und schließt den sechsten Tag in Folge im Plus.

13. Juli
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Die Maßnahmen der Regierung greifen. Die Anleger greifen erneut zu chinesischen Aktien. Der chinesische Leitindex springt über die 4000-Punkte-Marke – das erste Mal seit dem Sturz am 2. Juli. Für die Anleger ist das ein wichtiger Schritt und die Hoffnung, dass die Maßnahmen der Regierung Wirkung zeigen. Innerhalb von nur drei Handelstagen gewinnt der Index mehr als 20 Prozent.

9. Juli
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Nach den angekündigten Markteingriffen gehen die chinesischen Börsen auf Erholungskurs. Der Shanghai Composite Index gewinnt im Handelsverlauf mehr als ein Prozent. Das sorgt auch auf anderen asiatischen Märkten für Entspannung.

8. Juli
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Die Behörden verschärfen die Auflagen für Sicherheiten bei Wetten auf fallende Kurse chinesischer Kleinwerte. Außerdem fordern sie Banken und Versicherer auf, verstärkt Aktien zu kaufen. Die Börsenaufsicht warnt vor „Panik” und „irrationalen Verkäufen”...

Das Finanzministerium in Peking hatte am Mittwoch angekündigt, dass es die Umsetzung von geplanten Infrastrukturprogrammen beschleunigen werde. Gleichzeitig hatte die Behörde eine weitere Reform des Steuersystems in Aussicht gestellt, die neue Wachstumsimpulse liefern soll.

„Wir werden den Renminbi stabil halten“
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2 Kommentare zu "Chinas Absturz: Das hilflose Winken gegen das Misstrauen"

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  • Sollte ein Börsencrash kommen, dann ist aber hier die Hölle los

  • China ist kein Ursprung für Wachstum in der Weltwirtschaft, sondern mit dem Leistungsbilanzüberschuss genau das Gegenteil davon.

    Es wird Zeit, dass sich das auch mal bei den HB-Autoren herumspricht. ;-)

    Wenn die Währungsreserven Chinas tatsächlich abgenommen haben, dann deutet das auf ein Eingreifen der chinesischen Zentralbank hin. Das ist richtig. Es wird dabei auch tatsächlich gestützt, das heisst, der Yuan teurer gemacht. In Wirklichkeit wurde der Renminbi jedoch abgewertet. Das ist ein Widerspruch der der Aufklärung harrt.

    Oder hat sich Herr Scheuer, wie in letzter Zeit hier auf HB online leider zu oft, einfach in der Formulierung vergriffen?

    Schließlich: Was heißt, wir werden den Renminbi stabil halten? Sollen die Leistungsbilanzüberschüsse stabilisiert werden?

    Fragen über Fragen? ;-)

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