Chips: Nexperia-Eigner wollte offenbar Produktion nach China verlagern
Berlin, Düsseldorf. Der chinesische Eigner des niederländischen Chipherstellers Nexperia hat offenbar konkrete Schritte unternommen, um die Herstellung von Chips und das dafür nötige Wissen nach China zu verlagern. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Die niederländische Zeitung „NRC“ hatte ebenfalls berichtet.
Demnach wollte der inzwischen geschasste Nexperia-Eigner Zhang Xuezheng Wissen über Fertigung und Betrieb der Fabriken des Unternehmens für die Verlagerung der Geschäfte nach China nutzen. Sein vermeintliches Ziel: die europäischen Standorte abwickeln und fortan nur noch in Asien produzieren. Nexperia unterhält mehrere Standorte in Europa, darunter auch eine große Chipfertigung in Hamburg.
Neben Abfluss von Know-how ging die Niederlande zudem auch gegen mögliche Bilanzfälschungen durch Zhang vor. Dieser habe durch übergroße Bestellungen von Nexperia bei einer seiner chinesischen Firmen Kapital von Europa nach China verschieben wollen.
Die Verantwortlichen im niederländischen Wirtschaftsministerium kamen schließlich zu dem Schluss, dass all das durch einen Eingriff der Regierung verhindert werden muss. Ende September übernahm sie die Kontrolle bei Nexperia.