Chodorkowski und Pussy Riot kommen frei Putins Tag der Gnade

Russlands Präsident lässt Gnade walten: Erst wurde bekannt, dass die inhaftierte Band „Pussy Riot“ und Greenpeace-Aktivisten freikommen. Jetzt soll auch noch Kreml-Kritiker und Unternehmer Chodorkowski begnadigt werden.
Update: 19.12.2013 - 15:50 Uhr 15 Kommentare

Freiheit für Chodorkowsi, Pussy Riot und Greenpeace-Aktivisten

MoskauKremlchef Wladimir Putin hat eine Begnadigung seines seit zehn Jahren inhaftierten Gegners Michail Chodorkowski (50) angekündigt. Der frühere Milliardär habe ein Gnadengesuch gestellt, das er unterschreiben werde, sagte Putin am Donnerstag in Moskau vor Journalisten.

Putin äußerte sich nach seiner großen Pressekonferenz. „Er hat mehr als zehn Jahre in Haft verbracht. Das ist eine ordentliche Zeit“, sagte Putin vor Kameras des Staatsfernsehens. Er werde deshalb das Gnadengesuch in Kürze unterschreiben.

Putin erinnerte daran, dass der einst reichste Mann Russlands stets auf ein solche Bitte verzichtet habe. Vor kurzem allerdings sei das Schreiben Chodorkowskis eingegangen.

Chodorkowski will nach dem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigten Gnadenerlass seine Anwälte treffen. Chodorkowskis Pressestelle ließ am Donnerstag Aussagen zurückziehen, nach denen die Rechtsberater des Putin-Gegners nichts von einem Gnadengesuch ihres Mandanten gewusst hätten. Geplant sei nun ein Treffen mit dem früheren Öl-Milliardär in seinem Straflager nahe der russischen Grenze zu Finnland.

2010 sagte Chodorkowski im Interview mit dem Handelsblatt, dass er sich nach einer möglichen Freilassung vor allem mit seiner Familie beschäftigen wolle. „Meine Kinder sind ohne mich groß geworden, ich habe nicht einmal meine neugeborene Enkelin gesehen“, so Chodorkowski. „Was meine berufliche Tätigkeit angeht, so würden mich alternative Energie und moderne Bildung interessieren. Im Leben werde ich mich nicht mehr im Ölgeschäft engagieren.“

Die deutsche Wirtschaft begrüßte die Aussicht auf Freilassung des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski und anderen in Russland. „Der Fall Chodorkowski hat im vergangenen Jahrzehnt unzweifelhaft das Geschäftsklima in Russland belastet. Die Freilassung ist ein wichtiger Schritt, um das internationale Vertrauen in den Standort Russland zu verbessern“, sagte Eckhard Cordes, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Cordes verband mit der Ankündigung die Hoffnung, dass die Begnadigungen „neben Chodorkowski auch für möglichst viele mittelständische Unternehmer gelten, die in den vergangenen Jahren mit der russischen Bürokratie in Konflikt geraten sind“. Die Wirtschaft interpretiere die Ankündigung des russischen Präsidenten auch als ein Gesprächsangebot, das genutzt werden sollte, sagte Cordes. Die neue Bundesregierung könne einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Dialog zwischen der EU und Moskau wieder in Gang zu bringen.

Der prominenteste Gefangene Russlands war 2003 festgenommen worden, nachdem er Putin öffentlich kritisiert hatte. Nach zwei international umstrittenen Urteilen unter anderem wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung sollte Chodorkowski im August 2014 aus der Haft kommen.

Er sehe keine Perspektive für einen dritten Prozess gegen Chodorkowski, so Putin. „Ich verstehe insgesamt nicht so richtig, wo da noch ein Fall sein soll. Ich habe gehört, dass darüber gesprochen wird. Aber bis jetzt sehe ich keine Bedrohung hier für jemanden“, sagte Putin. Er reagierte damit auf neue Ermittlungen von Behörden. Die Bundesregierung, die USA und die Europäische Union fordern seit Jahren die Freilassung des Kremlgegners.

Der Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos hatte stets befürchtet, dass der Kreml alles tun könnte, um ihn politisch weiter kaltzustellen.

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15 Kommentare zu "Chodorkowski und Pussy Riot kommen frei: Putins Tag der Gnade"

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  • Ich würde mich ja über ihr Sinnfreis geschreibsel aufregen aber wer noch nicht mal weiß was der Begriff Bolschewiken überhaupt bedeutet ist einfach unter meiner Würde. Und wenn ich ein Systemschreiberling wäre würde ich hier die USA und die EU glorifizieren auch konnte ich noch keinen Geld eingang von Herrn Putin auf meinem Konto verbuchen. Ich habe nie gesagt das ich mit allen Taten eines Herrn Putin konform gehe, aber das er über intelligenter und strategisch denkender Politiker ist können auch Sie mit Ihren Hasstiraden nicht ändern.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Harlemjump

    Nur weil Sie das Wort "Regime" irgendwo anhängen, bedeutet gar nicht das Sie es dürfen. Ganz im Gegenteil haben Sie das Wort überhaupt nicht verstanden!

    Putin ist demokratisch gewählt worden, genau wie Angela Merkel. Und die liebe Frau Merkel darf auch zum dritten mal regieren und wurde mit großer Mehrheit gewählt. Das Merkel-Regime finden Sie auch undemokratisch? Oder das Erdogan-Regime in der Türkei? Ist Kaiser Erdogan demokratisch?

    Geben Sie es zu. Unsere Politik und Medien kümmert die Regierungsform einen SCH**-DRECK. Unsere Politik und Medien kümmert es einen SCH**-DRECK, wie es den Menschen geht, oder was sie wollen. Sie gehen mit jedem ins Bett, der ihnen Geld gibt und zeigen jedem die Keule, der ihnen nichts gibt. Das Katar-Regime und die WM?

    Und allein die Regierungsform "Demokratie" zu vergöttern ist so dämmlich, wie es nur sein kann. Nur weil die Mehrheit etwas glaubt, bedeutet schon gar nicht, dass sie es dürfen oder richtig liegen. Alle haben geglaubt die Erde wäre eine Scheibe und jeden beschimpft, der das anders sah. Jetzt scheinen alle auf den anit-Putin-trip zu sein und doch er ist der einzige mit gesundem Menschenverstand, der u.a. Snowden vor Guantanamo gerettet hat. Der Welt ist nicht mehr zu helfen.

  • Welches Regime?
    Russland ist nicht schlechter als Deutschland. Fahren Sie mal hin und lernen die Menschen kennen. Das sind Europäer wie wir und leben ganz normal.
    Der Russland-Hass wird leider geschürrt, weil die Weltmacht Nr.1 mit seinem auserwählten Volk kein vereintes Europa (inkl.Osteuropa) gebrauchen kann.

    Wenn Greenpeace, Pussy Riot oder Homosexuelle gegen geltende Gesetze des Landes verstoßen, droht nun mal eine Strafe. Warum diskriminieren und skandalisieren Sie Russland? Nur weil dieses Land andere Gesetze hat, die Ihnen nicht passen?

    Reden wir doch besser über China, Afrika oder die USA. Dort gibt es viel mehr hinsichtlich der Menschenrechte und Menschenwürde anzuklagen als in Russland.

  • keine angst, das geldsystem verstehen die wenigsten. vermutlich weils zu einfach ist und nicht sein kann/sollte.
    ausser andreas popp und fleischmann empfehle ich aber auch prof. bernd senf - tiefere ursachen der krise - und als erstes den comic goldschmied fabian.
    Aber wie schon gesagt, es ist zu einfach :-)) dabei ist doch klar, dass die zinsen die arme leute bezahlen in die taschen der reichen fließen. ist rechnerisch schon logisch. Aber eben mathe...ohjeee :-)

  • Na also wissen Sie, sie klagen aber auf einem sehr hohem Niveau.
    Leben sie ersteinmal 10 Jahre in den exkommunistischen Ländern, dann werden Ihnen die Unterschiede schon auffallen vorausgesetzt, Sie haben keine Scheuklappen auf!!!!!!

  • dieser russische wicht wird mir immer sümpatischer. macht was er will und lacht sich eins. und scheinbar gehts den russen auch nicht richtig schlecht.
    wenn man mal bei gugelmeps mit dem auto an der küstenstrasse von sotschi richtung westen fährt, schlackert man mit den augen, wie hübsch da alles ist. klar stehen da auch ruinen, aber auch häsuer die in miami stehen könnten.

  • Vielleicht sollten sie sich erstmal mit dem Begriff vertraut machen bevor Sie ander als "Bolschwicken" beschimpfen.

    Und Putin ist ein großer Staatsmann ob Sie das verstehen oder nicht. Und die größe eines Staatsmannes hängt nunmal nicht davon ab ob man Demokrat, König oder Diktator ist, Alexander der Große war auch kein Demokrat und über seine Leistungen brauch man wohl nicht zu diskuieren.

    Und was ist in den Demokratien den anders als in der Diktatur, die Vorzeige Demokratie USA ist doch nur noch ein Schatten ihrer selbst, die wirklich hervoragende Verfassung der Gründerväter wurde entstellt. Wenn man alle 4 Jahre die Wahl zwischen Pest und Cholera hat und dann die Politik nicht mehr mitgestalllten kann hat das wohl kaum was mit Demokratie zu tun.

    Mit Putin haben die USA wieder einen Gegenspieler der sich ihnen und ihren Weltmachtsphantsien entgegenstellt.

  • @Harlemjump

    "Das Sie das Putin-Regime mit den Machthabern in Nordkorea vergleichen und nicht mit westlichen Demokratien, lässt hoffen,"

    Welche Demokratie im Westenmeinen Sie?

    Die Scheindemokratie?

    Haben Sie den Euro gewollt? Die EUDSSR? Die Rettungschirme für die int. Banken?

    Wie können Sie in einer Gesellschaft in der private Bankenkartelle bzw. deren Eigentümer das Geldmonopol haben, und Geld ( per Kredit ) aus dem NICHTS schaffen und damit die ganze Menschheit verschulden bzw. versklaven, von einer Demokratie sprechen?

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn private Banken-Kartelle bzw. deren Eigentümer Geld aus dem NICHTS schöpfen?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" oder "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" suchen.

  • Die Kremlschreiber hier gehen jedem auf den Geist. Putin ist ein verbrecherischer Diktator, dem der Boden unter den Fuessen zu heiss wird. Die russische Volksseele ist drauf und dran sich des Pavians zu entledigen. Schlaufuchs Putin will dem mit der Generalamnestie zuvorkommen. Er wird sich aber nicht retten koennen. die Absagen fuer Sotchi werden mehr und die Demontage des lupenreinen Diktators Putin und nicht mehr aufzuhalten. Putindaemmerung nennt man das liebe Bolschwicken.

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