CNN-Moderator Richard Quest „Die Euro-Zone braucht einen Anführer“

Er ist wohl das bekannteste Gesicht in der internationalen Wirtschaftsberichterstattung: Richard Quest. Im Interview fordert der CNN-Moderator, dass Deutschland endlich seine Führungsrolle in Europa stärker ausfüllt.
7 Kommentare
Der gebürtige Brite moderiert bei CNN unter anderem seine Show „Quest Means Business“.
Richard Quest

Der gebürtige Brite moderiert bei CNN unter anderem seine Show „Quest Means Business“.

BarcelonaDer gebürtige Brite Richard Quest moderiert bei CNN unter anderem seine Show „Quest Means Business“, er trifft Staatenlenker und Unternehmenschefs auf der ganzen Welt. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona, mitten in der Innovation City, spricht er mit dem Handelsblatt über Griechenland, warum Deutschland endlich seine Führungsrolle ausfüllen sollte und warum die Eurozone ein klassisches Kamel ist.

Herr Quest, wie wird die Krise in Griechenland von außerhalb Europas wahrgenommen?
Viele haben sich gewundert, dass es sie immer noch nicht gelöst ist. Sechs Jahre, nachdem Griechenland beinahe Pleite war. In den USA haben mich die Leute gefragt, ob ich ihnen ernsthaft sagen will, dass die Krise immer noch nicht gelöst ist – und es aussieht, als würde es wieder von vorne losgehen.

Warum hat so lange niemand versucht, sich einzumischen?
Nach den letzten Wahlen hat Präsident Barack Obama sehr interessant interveniert: Er hat zum ersten Mal einen Kommentar gegen Austerität abgegeben. Und das ist auf offene Ohren gestoßen.

Warum war es vorher so ruhig?
Viele in den USA waren höchst erstaunt, dass der Konflikt noch nicht gelöst ist. Gerade wenn man sich ansieht, welche Probleme hier in dieser Zeit gelöst worden sind: Es wurde der Finanzsektor stabilisiert und stimuliert, die Wirtschaft wurde wieder belebt, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, natürlich gibt es Probleme mit Ungleichheit, aber zusätzlich ist auch noch der Kongress gespalten – und sie haben das trotzdem alles geschafft. Die EU hat es nicht erfolgreich geschafft, Griechenland aus der Klemme zu helfen.

Woran liegt das?
Schon vor zwei oder drei Jahren hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, vor zu viel Austerität (Sparpolitik, Anm. der Redaktion) gewarnt. Die Tatsache, dass es in Griechenland einen Linksruck gegeben hat, überrascht niemanden, der sich damit beschäftigt. Die Europäische Zentralbank (EZB), der IWF, sogar Ex-EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso; sie haben alle gewarnt, Griechenland müsse wachsen. Aber die Troika war beim Thema Austerität auf Autopilot. Und es gab niemanden, der die Führung übernommen hat. Ich meine nicht in Griechenland. Sondern jemanden der gesagt hätte, hört auf damit, und zwar jetzt.

Wer hätte diese Führung übernehmen sollen?
Deutschland. Aber hier hat man auf Sparsamkeit gepocht.

„Deutschland ist die führende Nation“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: CNN-Moderator Richard Quest - „Die Euro-Zone braucht einen Anführer“

7 Kommentare zu "CNN-Moderator Richard Quest: „Die Euro-Zone braucht einen Anführer“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Anführer"? In Deutschland? Früher war es Sache der Bundesbank sich um den Wechselkurs und die Finanzmarktstabilität zu kümmern. Diese harte Trennung zwischen Politik und Währungsmanagement war bewusst so gezogen. Diese Aufgabenteilung wurde von der Regierung bewusst aufgehoben. Den Politikern waren starke Bundesbänker schon immer ein Dorn im Auge. Wer will denn tatsächlich einen "Anführer"? Schauen Sie dich Frau Merkel einmal genauer auf die Finger! Wenn man in Deutschland einen Anführer sucht, dann ist doch diese Frau auf der Position und diesem Auftrag eine glatte Fehlbesetzung. Mit ihrem uckermarkschen Biss hat sie doch bisher alles kaputt gebissen, was ihr gefährlich werden könnte. Es wäre aber nicht fair, ihr die Last anzuhängen. Wo soll sie es denn her haben? Das war in der DDR schon immer so. Schluss mit der Hetze! Wer sich auf gefährlichem Terrain bewegt sollte sich mit Fachleuten umgeben und nicht mit Politikern. Ich verstehe die Aufforderung aus dem Ausland so, dass Kompetenz eingefordert wird und das ist gut so. Jetzt muss man sich Gedanken darüber machen Geld für Lösungen und nicht für Zeitgewinn auszugeben. Das war doch das Geschwätz von Frau Merkel und Herrn Schäuble, wenn ich mich richtig erinnere. Zugegeben, das reicht nicht. Das ist zuwenig für zuviel Steuergeld!

  • Deutscher Führer? Niemals mehr!! Verfolgt man die letzten jahren haben Deutsche Politiker nur gegen Deutschland gearbeitet!!! 1. Stelle waren Ausländer, Islamgläubige, 2. EU vielleicht und als Letztes: Deutschland!!! Fehler: unsere Politiker ind nur für Ihr persönliches Wohl! Amtseide zählen für Sie nicht!

  • Aber im Gegensatz zu den USA ist die Europäische Union kein vereinter Staat. Angela Merkel hat zwei Optionen: Entweder sie tut, was am besten für die EU ist, oder was am besten für Deutschland ist – und das ist nicht unbedingt dasselbe. Und jetzt die Preisfrage: Was ist die Aufgabe einer Bundeskanzler der BRD?. Soll und Ist klaffen schon weit auseinander.

  • Wären wir nicht in der EU und der Nato, würden uns die, die von uns die Übernahme der „Führungsrolle“ in Europa fordern, längst wieder mit Krieg überzogen haben. Wir sind zu erfolgreich, genau wie 1914 und 1939. Wie sagte Churchill zu einem Vertreter des deutschen Widerstandes während des Krieges in London: „Sie müssen sich darüber klar sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt"
    Mitteilung an einen Beauftragten des deutschen "Widerstandes" während des Krieges (vgl. Peter Kleist "Auch du warst dabei", Heidelberg, 1952, S. 370 und Emrys Hughes, Winston Churchill - His Career in War and Peace, S. 145)
    Dieser Zerschlagungsprozeß ist noch längst nicht abgeschlossen, er endet für „unsere Freunde“ erst, wenn der letzte autochthone Deutsche gestorben ist, erst dann ist der „Sieg“ des von ihnen angezettelten Krieges, den sie nur mit Hilfe der USA „erringen“ konnten, wieder einmal, vollkommen, das deutsche Volk ausgelöscht.

  • Wenn ich Anführer lese, muss ich immer an Zahlmeister denken. Warum blos?

  • Ein Brite fordert, dass Deutschland führt? Würden sich die Briten von Deutschland führen lassen? Lol! "Führen" ist das neue Wort für "Zahlen"! Sie wollen, dass Deutschland mehr zahlt. Und der dumme Michel soll glauben, dass wir jetzt "führen". Das sind Mätzchen für die Deppen - mehr nicht!

  • >> „Die Euro-Zone braucht einen Anführer“ >>

    Daran erkennt man ganz deutlich den Utopie-Ansatz der EUtopia !

    Eine Vereinigung benötigt natürlich eine Führung.

    Dies wird um Falle eines Deutschen Anspruches NIEMALS von den Anderen, insbesondere von Franzosen und Briten, akzeptiert !

    Deshalb ist die EUtopia zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.

    Denn eine Vereinigung ist durch Führungslosigkeit und paritätische Entscheidungswege zwischen 28 Mitgliedern HANDLUNGSUNFÄHIG !

    Das Ende der €-Sowjetunion naht.

    Man kann nicht gegen Naturgesetze und Physikalische Gesetzmäßigkeiten auf Dauer bestehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%