Comeback perfekt Sarkozy bläst zur Rückeroberung des Elysee

Die Zeit der Spekulationen hat ein Ende: Frankreich Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat seine Rückkehr in die Politik angekündigt und will sich 2017 erneut zum Staatsoberhaupt wählen lassen. Sein Timing ist günstig.
Update: 19.09.2014 - 16:37 Uhr 5 Kommentare
Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy in Paris auf dem Weg zur Pressekonferenz, auf der er sein Comeback ankündigte. Quelle: ap

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy in Paris auf dem Weg zur Pressekonferenz, auf der er sein Comeback ankündigte.

(Foto: ap)

ParisDer eine steht mit dem Rücken zur Wand, der andere schaltet auf Angriff: Während Frankreichs Staatschef François Hollande am Donnerstag bei einer großen Pressekonferenz seine magere Bilanz verteidigen musste, hat sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy am Freitag sein Comeback in die Politik verkündet: Der konservative Politiker erklärte am Freitag auf seiner Facebook-Seite, er wolle für den Vorsitz der UMP-Partei kandidieren. Sarkozy war von 2007 bis 2012 französischer Präsident. Im Mai 2012 unterlag er bei den Präsidentschaftswahlen seinem sozialistischen Herausforderer François Hollande.

Über ein Comeback des 2012 von den Franzosen abgewählten Sarkozy war in den vergangenen Monaten viel spekuliert worden, er selber heizte die Gerüchte genüsslich an. Jetzt aber ist die Sache entschieden: 2017 will er den Elysée-Palast zurückerobern. Nach dem wenig überzeugenden Vertrauensvotum für Hollandes Regierung und angesichts verheerender Wirtschaftszahlen bietet sich Sarkozy eine breite Angriffsfläche - mit seiner Rückkehr könnte er aber ungewollt die Sozialisten stärken. Denn Sarkozy ist in zahlreiche Justizverfahren verwickelt, die noch für viele Negativschlagzeilen sorgen könnten.

Der Zeitpunkt jedenfalls ist günstig für Sarkozy: Hinter Hollande liegen katastrophale Wochen. Der Präsident warf nach innerparteilicher Kritik an seinem Sparkurs drei Minister aus dem Kabinett, die Arbeitslosigkeit hat neue Höchstwerte erreicht, die Regierung musste die Wachstumsprognosen senken und die versprochene Rückkehr zu einem EU-konformen Defizit um zwei Jahre auf 2017 verschieben.

Bei einem Vertrauensvotum konnte Hollandes reformfreudiger Premierminister Manuel Valls dann am Dienstag zwar eine Mehrheit erringen. Doch 31 sozialistische Abgeordnete vom linken Parteiflügel verweigerten dem Regierungschef die Zustimmung, sie wollen den Sparkurs der Regierung nicht mittragen.

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5 Kommentare zu "Comeback perfekt: Sarkozy bläst zur Rückeroberung des Elysee"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich wünsche dem Herrn Sarkozy, dass er den Vorsitz der UMP - Partei erringt und deren Präsidentschaftskandidat wird.
    Holland und Sarkozy als Kandidaten wären die Garanten, dass Frau Le Pen Präsidentin von Frankreich wird und dieser EU endlich das Herz aus dem feudalen Leib reißen wird.
    Sarkozy, mach uns glücklich!

  • was ändert sich?

    Die eine Pfeife wird von der Vorgängerpfeife abgelöst.....

  • Allez, Allez Sarkozy!!!

  • Der Joker Hollande ist erledigt!
    Aber dieser wortgewandte Valls hat auch nur das Dilemma "schlau" umschrieben (Deutschland und die UMP sind schuld!).
    Wäre schön, wenn mal konkrete Vorschläge und Ideen für die Wiederbelebung der Grande Nation von diesem Schwätzer kommen würden. Nichts, aber auch garnichts zu sehen!

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