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Corona-Beschränkungen Quarantänepflichten und gestrichene Flüge: Asiens Neustart im Reisegeschäft verläuft chaotisch

Von Indien über Thailand bis nach Singapur versuchen die Regierungen, den Reiseverkehr wieder anzukurbeln. Dabei kommt es zu Problemen. Auch die Lufthansa ist betroffen.
15.10.2020 - 14:45 Uhr Kommentieren
Ein Schild fordert Strandbesucher zum Tragen einer Schutzmaske auf – doch viele Feriendestinationen bleiben leer. Denn der Neustart im asiatischen Reisegeschäft verläuft reichlich chaotisch. Quelle: AFP
Strand in Phuket

Ein Schild fordert Strandbesucher zum Tragen einer Schutzmaske auf – doch viele Feriendestinationen bleiben leer. Denn der Neustart im asiatischen Reisegeschäft verläuft reichlich chaotisch.

(Foto: AFP)

Bangkok Während die Grenzen in den meisten Ländern Asiens für Reisende noch weitgehend geschlossen sind, sollten es Fluggäste aus Deutschland zumindest in Indien ein bisschen einfacher haben. Als eine von wenigen Airlines erhielt die Lufthansa im Juli die Erlaubnis, Flüge nach und von Indien anzubieten – eine Ausnahmegenehmigung in dem Land, das sämtliche internationale Linienflüge im März gestrichen hatte.

Doch es brauchte nicht lange, bis die sogenannte „Air Bubble“ zwischen Deutschland und Indien wieder platzte: Es war zum Streit gekommen, weil die Regierung in Neu Delhi ihre Staatsairline bei Flügen nach Deutschland als benachteiligt ansah. Das Lufthansa-Management sah sich daraufhin veranlasst, die Flüge nach Indien bis auf Weiteres wieder komplett zu streichen.

Der Versuch, das internationale Reisegeschäft nach monatelanger Abschottung wieder schrittweise in Gang zu bringen, stößt auch in anderen Teilen Asiens auf erhebliche Probleme: In Ländern wie Thailand und Singapur sind die Grenzen seit einem halben Jahr für die meisten Besucher geschlossen, was zu enormen wirtschaftlichen Schäden führt.

Die lokalen Behörden suchen nun nach Wegen, sich für den internationalen Reiseverkehr zu öffnen, ohne dabei einen Anstieg der Infektionszahlen zu riskieren. Bisherige Ansätze blieben aber weitgehend wirkungslos – oder endeten im Chaos.

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    Thailand wollte ursprünglich bereits vergangene Woche die ersten Touristen seit Monaten wieder ins Land lassen. Doch nur zwei Tage vor der geplanten Ankunft des ersten Ferienfliegers aus China auf der Urlaubsinsel Phuket sagte die Regierung das Vorhaben wieder ab.

    Erst verwies sie darauf, dass die Vorbereitungen für Quarantäne und Tests der Reisenden nicht abgeschlossen seien. Später hieß es, man wolle erst das Ende eines lokalen Festivals abwarten, für das Inlandstouristen auf der Insel erwartet werden.

    Kollaps der Tourismusbranche

    Doch nicht nur das Hin und Her der Behörden weckt Zweifel daran, dass das Angebot bei Touristen überhaupt auf großes Interesse stoßen würde. Denn die Urlaubssaison zu Corona-Zeiten hat in Thailand einen erheblichen Nachteil: Die Behörden wollen, dass sich alle Gäste erst für zwei Wochen in speziellen Quarantäne-Hotels isolieren, bevor sie sich im Land frei bewegen dürfen. Die Einrichtungen verlangen dafür in der Regel mehr als 1000 Euro.

    Attraktiv ist das höchstens für Langzeiturlauber. Die sind in Thailand aber in der Minderheit: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Touristen betrug zuletzt rund neun Tage.

    Der thailändischen Wirtschaft, die in diesem Jahr vor der stärksten Rezession seit der Asienkrise Ende der 90er-Jahre steht, dürfte die Initiative daher kaum helfen: Für das vierte Quartal rechnet der thailändische Tourismusrat nun mit 50.000 Urlaubern und Einnahmen von umgerechnet rund 120 Millionen Euro – 99 Prozent weniger als im Vorjahr.

    Kaum besser ist die Lage in Singapur, das angesichts von Reisebeschränkungen um seinen Status als internationales Geschäftszentrum bangt und für das dritte Quartal einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr meldete. Um wieder zumindest etwas mehr Betrieb an seinen internationalen Flughafen zu bekommen, will sich der Stadtstaat nun für Länder in der Region öffnen, die die Corona-Pandemie unter Kontrolle gebracht haben.

    Seit Anfang Oktober dürfen deshalb Einwohner Australiens und Vietnams nach Singapur reisen, ohne sich dort in Quarantäne begeben zu müssen – nur ein Covid-19-Test wird bei der Einreise fällig.

    Doch einen Haken hat auch dieser Vorstoß: Beide Länder sind bisher nicht bereit, Singapurs Öffnungsgeste zu erwidern. Für Australier gilt derzeit sogar ein Reiseverbot – sie dürfen nur mit Sondergenehmigung das Land verlassen. Und die wenigen, die es damit nach Singapur schaffen, müssen bei ihrer Rückreise nach Australien wieder in Quarantäne.

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    Mit Vietnam verhält es sich ähnlich: Vietnamesen dürfen zwar nun in den Stadtstaat einreisen, aber sie schaffen es kaum wieder zurück – weil Vietnam seit Monaten keine kommerziellen Flüge mehr ins Land lässt.

    Singapur versucht nun einen neuen Anlauf: Verkehrsminister Ong Ye Kung teilte am Donnerstag mit, dass sich sein Land mit der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong auf eine sogenannte „Travel Bubble“ geeinigt hat. Dieses Mal sollen die Reiseerleichterungen auf beiden Seiten gelten.

    Kern der Vereinbarung ist, dass Reisende zwischen den beiden Regionen nicht in Quarantäne müssen, wenn sie einen negativen Covid-19-Test verweisen können. Ein genaues Startdatum steht dafür noch nicht fest. Singapurs Regierung zeigte sich aber optimistisch, dass es bereits in wenigen Wochen losgehen könnte.

    Eine Entscheidung über die Zukunft des deutsch-indischen Flugverkehrs steht unterdessen noch aus. Die Lufthansa hatte für Oktober ursprünglich 23 Flüge pro Woche in indische Metropolen geplant. Indiens Regierung wollte die Zahl der Flüge aber auf sieben pro Woche reduzieren, um bessere Wettbewerbsbedingungen für die staatliche Fluggesellschaft Air India herzustellen.

    Bei der Lufthansa wollte man sich darauf nicht einlassen und strich die bis 20. Oktober geplanten Flüge komplett. Anschließend verlor Air India nach Unternehmensangaben in Deutschland die Landeerlaubnis. Seither verhandeln die Regierungen der beiden Länder über den Neustart. Auf Twitter werden die Indienmitarbeiter der Lufthansa inzwischen mehrmals pro Stunde nach Neuigkeiten gefragt. Die Antwort lautet dann: „Ich kann Ihnen nicht sagen, wann die indische Regierung eine Entscheidung treffen wird.“

    Mehr: Wohin man derzeit noch in Europa reisen kann

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