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Corona-Epidemie So erklärt China die nach oben korrigierte Zahl der Todesopfer in Wuhan

Daten aus China im Zusammenhang mit der Coronakrise werden weltweit kritisch betrachtet. Die Regierung des Landes will nichts vertuscht haben, räumt aber Fehler ein.
17.04.2020 - 15:11 Uhr Kommentieren
China lockert seit Anfang März nach und nach die Restriktionen, die zur Eindämmung des Virus verhängt worden waren. Quelle: AFP
Passanten in Wuhan

China lockert seit Anfang März nach und nach die Restriktionen, die zur Eindämmung des Virus verhängt worden waren.

(Foto: AFP)

Peking Die chinesische Stadt Wuhan, die als Ausgangspunkt des Coronavirus gilt, hat an diesem Freitag überraschend die Zahl der Menschen, die an dem Krankheitserreger gestorben sind, um rund die Hälfte erhöht. Zu den bisher gemeldeten 2579 Todesopfern im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 zählen den Behörden zufolge weitere 1290 Menschen. Das entspricht also 50 Prozent mehr Todesfälle als bisher bekannt.

Angesichts der neu gemeldeten Todesfälle in Wuhan revidierte China die nationale Zahl der Todesopfer auf 4632.

Schon seit Beginn der Krise werden immer wieder Zweifel an den Daten aus China geäußert. Experten bezeichneten die gemeldeten Zahlen als „Spitze des Eisbergs“. Tatsächlich wurden in dem 1,4 Milliarden Einwohner großen Land bislang nur rund 84.000 Infizierte gemeldet, während in dem wesentlich kleineren Deutschland mehr als 138.000 Fälle verzeichnet wurden.

Insbesondere die Daten aus Wuhan wurden auch innerhalb Chinas in Zweifel gezogen. In den vergangenen Tagen hatten lange Schlangen vor Krematorien in der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole den Verdacht zusätzlich geschürt, dass es mehr Todesopfer gibt als bislang angegeben.

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    Als Begründung für die falschen Zahlen führte Wuhan in einer Mitteilung Fehler bei den Gesundheitseinrichtungen in der Stadt an, weil diese überfordert gewesen seien. „Einige Patienten starben zu Hause, ohne in Krankenhäusern behandelt worden zu sein“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua die Mitteilung.

    Zudem sei das medizinische Personal mit der Rettung und Behandlung von Patienten beschäftigt gewesen, was zu verspäteten, versäumten und falschen Meldungen geführt habe. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, betonte, es habe „nie eine Vertuschung gegeben, und wir erlauben keine Vertuschungen“.

    Narrativ verbreitet sich

    Die Korrektur der Zahlen war auch Thema in den sehr stark zensierten sozialen Netzwerken in China. Überwiegend äußerten sich die Internetnutzer positiv und lobten die neue Transparenz.

    Die nationale Gesundheitskommission Chinas berichtete an diesem Freitag von 26 neuen Infektionen, darunter 15 Menschen, die aus dem Ausland eingereist waren, und elf neue lokale Ansteckungen. Die chinesische Regierung und die staatlich gesteuerten Medien verbreiten das Narrativ, dass Ausländer den Virus nach China bringen.

    Das hatte in den vergangenen Tagen zu heftigen Angriffen gegen nicht-chinesisch aussehende Menschen in der Volksrepublik geführt. Insbesondere Schwarze wurden heftig diskriminiert, Restaurants verboten ihnen den Zutritt.

    Seit mehreren Wochen besteht zudem ein Einreisestopp für Ausländer ohne chinesischen Pass. China selbst hatte dagegen Einreisestopps von anderen Ländern, für Menschen, die aus China kommen, zuvor heftig kritisiert.

    Die Volksrepublik lockert seit Anfang März nach und nach die Restriktionen, die zur Eindämmung des Virus verhängt worden waren, auch um die darbende Wirtschaft zu entlasten. Am Freitag hatte die chinesische Statistikbehörde einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 6,8 Prozent für das erste Quartal mitgeteilt. Es ist das erste Minus seit 1976. Damals war die Wirtschaft wegen der Kulturrevolution eingebrochen.

    Mehr: Zum ersten Mal seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen im Jahr 1992 verzeichnet China ein negatives Wirtschaftswachstum. Der Rückgang fällt noch deutlicher aus als erwartet

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