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Corona-Maßnahmen Frankreich führt Quarantäne für Einreisende ein

Alle nach Frankreich kommende Menschen müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Außerdem will das Land den Ausnahmezustand um zwei Monate verlängern.
02.05.2020 Update: 03.05.2020 - 23:32 Uhr Kommentieren
Reisende tragen Mundschutz am Flughafen Roissy Charles de Gaulle. Alle nach Frankreich einreisende müssen in zweiwöchige Quarantäne. Quelle: dpa
Coronavirus - Frankreich

Reisende tragen Mundschutz am Flughafen Roissy Charles de Gaulle. Alle nach Frankreich einreisende müssen in zweiwöchige Quarantäne.

(Foto: dpa)

Paris Frankreich will seinen „Gesundheits-Ausnahmezustand“ vorerst für zwei Monate bis zum 24.Juli verlängern. Der erlaubt es, Beschränkungen der Bewegungsfreiheit vorzunehmen. Die Verlängerung und einzelne Ausführungsbestimmungen müssen allerdings noch durch Gesetze gedeckt werden. Die neuen Vorschriften sind Teil der Maßnahmen, die eine Aufhebung der strikten Ausgangsbeschränkungen nach dem 11. Mai absichern sollen. Die Regierung fürchtet, dass es nach der Lockerung eine neue Infektionswelle geben könnte.

Nach einem Sonder-Ministerrat am Samstag sagte Gesundheitsminister Olivier Véran, es werde „nach dem 11.Mai kein simples zurück zu der Lage vor Verhängung der Ausgangsbeschränkungen“ geben. So soll künftig eine Pflicht für alle nach Frankreich Einreisenden gelten, sich für zwei Wochen in Quarantäne zu begeben. Das gelte sowohl für Franzosen als auch für Ausländer und auch dann, wenn die betreffenden Personen keinerlei Covid-19-Symptome aufweisen. Von der Regelung ausgenommen seien Personen aus der EU und Großbritannien. Die genauen Modalitäten würden noch bekannt gegeben.

Weist ein Einreisender dagegen Symptome auf oder wird positiv getestet, kann die Quarantäne bis auf 30 Tage verlängert werden. Dagegen können die Betroffenen einen Richter anrufen, der die Maßnahme aufheben kann.

Die bereits häufiger in Aussicht gestellte StopCovid-App sei noch nicht einsatzreif, sagte Véran. Stattdessen sollen spezielle „Brigaden von Schutzengeln“, von der Regierung so genannt, Register der Rückkehrer oder Frankreich-Besucher sowie von den Personen, mit denen sie in Kontakt kommen, anlegen. Wie das funktionieren soll, ist noch nicht klar: Die Register sollen von den Krankenkassen geführt werden. Jemand, der keinerlei Symptome hat, kommt aber nicht mit den Kassen in Berührung, erst recht kein Ausländer, der sich nur vorübergehend in Frankreich aufhält.

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    Das Gesundheitsministerium konnte am Samstag noch nicht mitteilen, wie die „Brigaden“ arbeiten werden und ob beispielsweise jeder französische Geschäftsreisende nach jedem Auslandsaufenthalt für zwei Wochen in Quarantäne muss. Unklar ist auch, ob es wie beispielsweise in Deutschland Ausnahmen für Personen gibt, die sich nur eine oder zwei Tage im Inland aufhalten. Das werde anschließend noch geklärt, hieß es.

    Im Widerspruch zu den neuen Quarantäne-Auflagen steht, dass Franzosen, die bereits im Inland sind und an Covid-19 erkranken, nicht zwangsläufig in Quarantäne müssen. „Wir setzen auf die Vernunft der Bürger.“ sagte Véran. In den vergangenen Tagen hatte es Proteste aus der Opposition, aber auch aus der Fraktion der Macron-Partei „La République en Marche“ gegeben. Es sei mit den französischen Freiheitsrechten nicht vereinbar, alle Erkrankten zwangsweise in Quarantäne zu schicken, machten die Kritiker geltend, denen die Regierung jetzt offenbar nachgeben will.

    Die Quarantäne für Rückkehrer könnte sich auf den Tourismus auswirken, da die Franzosen es in diesem Falle wohl vorziehen werden, ihren Urlaub im Inland zu verbringen. Ob es im Sinne des Gesundheitsschutzes ist, steht auf einem anderen Blatt: Einige Regionen wie etwa die Hauptstadt Paris und Umgebung weisen deutlich höhere Infektionsraten auf als Urlaubsgebiete in Spanien oder Griechenland.

    Mehr: Mehrere Etappen sollen Frankreich zurück ins normale Leben führen. Der Plan kann jedoch jederzeit unterbrochen werden – sollte sich das Virus wieder zu stark ausbreiten.

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