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Corona-Pandemie Einreisen aus Großbritannien ab Sonntag stark eingeschränkt

Im Vereinigten Königreich greift die indische Virusmutation B.1.617.2 um sich. Andere Länder werden hingegen von der Hochinzidenz-Liste gestrichen.
21.05.2021 Update: 22.05.2021 - 14:47 Uhr Kommentieren
Der Reiseverkehr zwischen Großbritannien und Deutschland wird stark eingeschränkt. Quelle: dpa
Coronavirus - Großbritannien

Der Reiseverkehr zwischen Großbritannien und Deutschland wird stark eingeschränkt.

(Foto: dpa)

Berlin Deutschland schränkt Einreisen aus Großbritannien ab diesem Sonntag drastisch ein, weil sich dort die zuerst in Indien entdeckte Corona-Variante ausbreitet. „Dieser Schritt ist hart für Großbritannien, aber er ist notwendig, um die schnelle Ausbreitung der indischen Variante in Deutschland zu verhindern“, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am späten Freitagabend in Berlin.

„Wenn wir die Infektionszahlen weiter drücken wollen, müssen wir verhindern, dass ansteckende Virusvarianten diese positive Entwicklung gefährden“, erklärte er. „Erst wenn mehr Menschen geimpft sind, sind wir gegen solche Gefahr gewappnet.“

Großbritannien ist das erste Land in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. In diese höchste Risikokategorie fallen derzeit nur elf Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die indische Virusvariante B.1.617.2 gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den letzten Monaten explodiert sind. In Großbritannien sind – Stand 19. Mai – mehr als 3400 Fälle der Variante bestätigt worden.

Schwerpunkte sind vor allem die Städte Blackburn und Bolton in Mittelengland sowie ein Westlondoner Bezirk. Es gebe allerdings auch in anderen Gegenden einzelne „Cluster“, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit.

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    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen zur indischen Variante noch keine ausreichenden Daten vor. Vermutet werde eine deutlich höhere Übertragbarkeit und wahrscheinlich ein leicht reduzierter Impfschutz, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich mit Blick auf Großbritannien besorgt. Es solle vermieden werden, dass sich die Variante in Deutschland verbreite, sagte er bereits vor der Einstufung als Virusvariantengebiet.

    Eine Studie der britischen Regierungsbehörde Public Health England macht jedoch Hoffnung. Demnach schützen die Präparate von Biontech/Pfizer und Astrazeneca nach zweifacher Impfung beinahe so effektiv gegen eine durch die indische Variante ausgelöste Corona-Erkrankung wie gegen eine durch die britische Variante B.1.1.7 hervorgerufene.

    Großbritannien entwickelt sich vom Erfolgsmodell zum Gefahrenherd

    Großbritannien galt zwischenzeitlich als Erfolgsmodell, was die Bekämpfung der Corona-Pandemie angeht. Ein harter Lockdown und ein hohes Impftempo hatten die Infektionszahlen so weit gedrückt, dass die Bundesregierung das Land vorübergehend ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete nahm. In der vergangenen Woche wurde es wegen der indischen Virusvariante aber wieder in die niedrigste Risikokategorie eingestuft. Ab Sonntag gilt für das Vereinigte Königreich wieder die höchste Risikostufe.

    Die britische Regierung zeigt sich bisher zuversichtlich, die Ausbreitung in den Griff zu bekommen. In den betroffenen Gebieten wurden die Testkapazitäten deutlich erhöht. Zudem dürfen sich dort alle über 18-Jährigen impfen lassen, mobile Impfzentren sind im Einsatz. Landesweit sind eigentlich erst Menschen ab 34 Jahren berechtigt, eine Dosis zu erhalten.

    In Bolton und Blackburn wurde zuletzt ein leichter Anstieg von Corona-Patienten in Kliniken gemeldet. Gesundheitsminister Matt Hancock betonte jedoch, der Großteil sei noch nicht gegen Corona geimpft gewesen, obwohl die Betroffenen berechtigt gewesen seien. Die Impfungen schützten also auch gegen die Variante, zeigten sich Regierungsvertreter überzeugt.

    Für scharfe Kritik an Premierminister Boris Johnson sorgte, dass die Regierung Indien erst nach Wochen zum Risikogebiet erklärt und auf eine „rote Liste“ für Reisen gesetzt hatte. Wer aus solchen „roten“ Ländern zurückkehrt, muss direkt nach Ankunft auf eigene Kosten für zehn Tage in ein Hotel zur Quarantäne einchecken.

    Johnson habe einen für Ende April in Indien geplanten, aber letztlich doch noch abgesagten Besuch, bei dem er über ein Freihandelsabkommen sprechen wollte, nicht riskieren wollen. Deshalb sei das südasiatische Land erst Wochen nach seinen Nachbarstaaten Bangladesch und Pakistan auf die „rote Liste“ gesetzt worden.

    Frankreich zum Risikogebiet herabgestuft

    Medien berichteten, dass trotz der Einstufung noch täglich mehrere Direktflüge aus Indien in Großbritannien landen. Aus anderen „roten“ Staaten wie Brasilien oder Südafrika sind Direktflüge verboten. Die Regierung verteidigte sich, es handele sich bei den Einreisenden nur um Briten und Iren oder Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien. Bei Direkteinreisen sei die Überwachung der Hotel-Quarantäne sicherer. Allerdings wiesen Medien darauf hin, dass Reisende aus Indien stundenlang und ohne Abstand im Flughafen neben Ankommenden aus anderen, sichereren Ländern an der Passkontrolle warteten.

    Neben Großbritannien stuft die Bundesregierung nur drei Länder in Lateinamerika und in der Karibik auf der Corona-Risikoliste wieder hoch: Surinam und Trinidad und Tobago werden wegen steigender Infektionszahlen Hochinzidenzgebiete und St. Lucia wird zum Risikogebiet erklärt.

    Für Frankreich, Kroatien und Slowenien wird dagegen wegen stark sinkender Infektionszahlen die generelle Quarantänepflicht von 5 bis 10 Tagen aufgehoben. Die drei EU-Länder werden am Sonntag ebenso wie Oman, die Mongolei und Andorra vom Hochinzidenzgebiet zum normalen Risikogebiet heruntergestuft. Ganz von der Liste der Risikogebiete gestrichen werden die Slowakei, Finnland, Rumänien, San Marino und Jamaika sowie einzelne Regionen in Spanien und Irland.

    Mehr: Indien-Variante: Briten bangen um die Früchte ihres Impfwunders

    • dpa
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