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Corona-Pandemie In Spanien wächst die Angst vor der dritten Welle: Fast jeder dritte Infizierte zeigt keine Symptome

Einer von zehn Spaniern hat sich bereits mit dem Virus infiziert, in Madrid sind es fast doppelt so viele. Experten warnen vor der Hoffnung auf eine Herdenimmunität.
15.12.2020 - 21:31 Uhr Kommentieren
Die Infektionszahlen in Spanien steigen kurz vor Weihnachten wieder. Quelle: dpa
Volle Innenstadt in Madrid

Die Infektionszahlen in Spanien steigen kurz vor Weihnachten wieder.

(Foto: dpa)

Madrid Wo wir uns mit dem Coronavirus anstecken und warum es einige Superspreader gibt, während andere kaum infektiös sind, ist noch nicht geklärt. Eine neue Studie aus Spanien kommt nun zu dem Ergebnis, dass sich selbst die Mehrheit derjenigen, die mit einem Infizierten zusammenwohnen, in der zweiten Welle nicht angesteckt hat: Nach vorläufigen Ergebnissen der jüngsten Antikörperstudie in Spanien haben nur 31 Prozent der direkten Lebenspartner eines Infizierten ebenfalls Antikörper.

Spanien ist eines der Länder in Europa, die am stärksten unter dem Virus leiden. Die repräsentative Studie, deren Daten Ende November erhoben wurden, ist die vierte Runde von Proben seit Ausbruch des Virus im März. Sie liefert wichtige Hinweise darauf, wie sich die Pandemie ausbreitet und kommt unter anderem zu dem Schluss, dass rund 30 Prozent aller Infizierten keine Symptome aufweisen.

Unter denjenigen, die Symptome haben, ist der Verlust des Geschmacksinns ein starkes Indiz für das Coronavirus: 43 Prozent derjenigen, die ihn verlieren, waren damit infiziert.

Keine Herden-Immunität

Landesweit haben sich insgesamt 9,9 Prozent der Spanier mit dem Coronavirus infiziert, insgesamt 4,7 Millionen Menschen. Das sind deutlich mehr als die 1,7 Millionen Infizierten, die in der nationalen Statistik als positiv Getestete auftauchen. In der am schlimmsten betroffenen Region Madrid weisen der Studie zufolge sogar rund 19 Prozent der Einwohner Antikörper auf.

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    Marina Pollán, Chefin des nationalen Zentrums für Epidemiologie am Gesundheitszentrum Carlos III, das die Studien durchführt, warnte jedoch vor Hoffnungen auf eine Herden-Immunität. „Die Tatsache, dass diese Seroprävalenz erreicht wurde, bedeutet nicht, dass die Maßnahmen zur Eindämmung in diesen Provinzen nicht mehr angewandt werden müssen“, sagte sie.

    Madrid war besonders von der Pandemie betroffen. Die Regionalregierung dort verzichtete in den vergangenen Wochen – anders als die meisten Regionen – aber auf drastische Restriktionen wie die Schließung von Restaurants.

    Dennoch hatte die Hauptstadt-Gegend phasenweise eine der niedrigsten Infektionsraten des ganzen Landes. Experten machten dafür auch eine Teil-Immunität verantwortlich – neben der Abriegelung besonders betroffener Stadtteile sowie der Nutzung von Schnelltests.

    Die Daten der Studie belegen das nur bedingt. „Wenn 18 Prozent der Einwohner Antikörper haben, bremst das die Ausbreitung des Virus zwar etwas“, sagt Miguel Ángel Royo, Sprecher der spanischen Gesellschaft für Epidemiologie, dem Handelsblatt. „Aber das ist noch weit von einer Herden-Immunität entfernt, die bei rund 60 Prozent beginnt.“

    Sorge bereitet ihm, dass die Infektionsraten in Madrid wie in anderen Regionen derzeit wieder steigen. Er macht dafür das Brückenwochenende Anfang Dezember mit zwei Feiertagen verantwortlich, in denen die Innenstädte teils voller Menschenmassen waren.

    Schon wächst die Angst vor einer dritten Welle in Spanien. In den vergangenen 14 Tagen lag die die Zahl der Neuinfektionen in Spanien bei 218 pro 100.000 Einwohnern. In Deutschland waren es 341.

    Die Initiatoren der Studie gehen davon aus, dass inzwischen rund 60 Prozent aller Infizierten per Test ausfindig gemacht werden, während es in der ersten Welle nur zehn Prozent waren. Die Dunkelziffer bleibt damit aber nach wie vor hoch.

    Mehr: Das traurige Ende des schwedischen Corona-Sonderwegs

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