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Corona-Pandemie US-Präsident Trump will New York doch nicht unter Quarantäne stellen

Donald Trump will besonders vom Coronavirus betroffene Regionen nicht mehr unter Quarantäne stellen. Dafür soll nun die Gesundheitsbehörde Reisehinweise ausarbeiten.
28.03.2020 Update: 29.03.2020 - 03:55 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident hat seinen Quarantäne-Vorstoß nicht mit dem New Yorker Gouverneur Cuomo abgesprochen. Quelle: AFP
Donald Trump

Der US-Präsident hat seinen Quarantäne-Vorstoß nicht mit dem New Yorker Gouverneur Cuomo abgesprochen.

(Foto: AFP)

Washington Trotz der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise sind nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Überlegungen über eine Quarantäne der Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut vorerst vom Tisch. „Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein“, schrieb Trump am Samstag (Ortszeit) auf Twitter. Auf Empfehlung seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und nach Beratungen mit den Gouverneuren der drei betroffenen Bundesstaaten habe er die Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, „starke Reisehinweise“ zu veröffentlichten.

Darin werden Einwohner von New York, New Jersey und Connecticut nun dazu angehalten, in den kommenden 14 Tagen auf nicht notwendige inländische Reisen zu verzichten. Dies gelte nicht für Arbeitnehmer beispielsweise im Gesundheitswesen, in Finanzdienstleistungsunternehmen oder in der Lebensmittelindustrie. Generelle Reisewarnungen oder -beschränkungen für inländische Reisen sprach die Behörde nicht aus. Allerdings wurden Reisende aufgerufen, Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, sich anzustecken oder zur weiteren Ausbreitung des Virus beizutragen.

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Am Samstag stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in New York, New Jersey und Connecticut zusammen auf mehr als 62.000 – das sind mehr als die Hälfte aller Fälle in den USA.

Gerade in New York wurde aber auch deutlich mehr getestet als in anderen Landesteilen. Insgesamt starben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore zufolge in den USA bislang mehr als 1900 Menschen – mehr als 700 davon kamen aus dem Staat New York.

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    Trump sagte, viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. „Das wollen wir nicht“, kritisierte er. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: „Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es.“ Für den Fall, dass solche Maßnahmen ergriffen werden müssten, würden diese für kurze Zeit gelten. Trump sprach von einem Zeitraum von zwei Wochen.

    Nach Meinung des Gouverneurs des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, würden Trumps Maßnahmen ins Chaos führen. Eine solche Maßnahme werde wirtschaftliche Verwerfungen zur Folge haben, sagte Cuomo am Samstag dem TV-Sender CNN. Die Börsen würden „sinken wie ein Stein“, die Wirtschaft könnte sich Monate oder Jahre nicht davon erholen. Zudem sei ihm nicht klar, wie Trump solche weitreichenden Reisebeschränkungen auch rechtlich umsetzen wolle, so Cuomo weiter. „Ich glaube, es ist illegal.“

    Fallzahlen in den USA werden weitersteigen

    Trump hatte die Tragweite des Virus noch bis vor einem Monat heruntergespielt. Ihm wird vorgeworfen, zu zögerlich auf die Krise reagiert zu haben und dass die Pandemie das Land in der Folge kalt erwischt habe. Laut Johns-Hopkins-Universität in Baltimore lag die Zahl der nachweislich Infizierten am Samstag bei mehr als 116.500, fast 1900 Menschen starben demnach.

    Experten erwarten, dass sich die Lage in den USA weiter verschlechtern wird, bevor mit einer Beruhigung gerechnet werden kann. New Yorks Gouverneur Cuomo erwartet den Höhepunkt der Infektionswelle für seinen Bundesstaat in zwei bis drei Wochen.

    Mitte März hatte Trump einen Einreisestopp für Reisende aus Europa verhängt, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Die Möglichkeit von Reisebeschränkungen innerhalb des Landes hatte er im Fall von sich entwickelnden Hotspots nicht ausgeschlossen. Bislang sah die Regierung von Maßnahmen dieser Art allerdings ab.

    Trump verabschiedete am Samstag in Norfolk das Lazarettschiff „Comfort“, das in New York Krankenhäuser entlasten und dort am Montag eintreffen soll. „Ihr habt die unerschütterliche Unterstützung der gesamten Nation, der gesamten Regierung und des gesamten amerikanischen Volkes“, sagte Trump vor dem Auslaufen des Schiffs in einer Ansprache an die New Yorker gerichtet. Das Schiff mit seinen 1000 Betten solle eine „Botschaft der Hoffnung und Solidarität“ senden, sagte Trump. Mit Blick auf das Virus beklagte er: Länder auf der ganzen Welt würden derzeit „von diesem fürchterlichen, unsichtbaren Feind angegriffen“.

    In New York hatten lokale Behörden immer wieder gewarnt, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht ansatzweise auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet seien. Für den Bundesstaat rechnet die Regierung mit einem Bedarf von 30.000 Beatmungsgeräten. Im Moment gibt es nach Angaben vom Freitag nur etwa 11.000. Lokalen Medien zufolge könnten die Kliniken in den kommenden Tagen punktuell erstmals an ihre Kapazitätsgrenze gelangen.

    New York City ist mit über acht Millionen Einwohnern die größte US-amerikanische Stadt und eines der kulturellen und wirtschaftlichen Zentren der Welt. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen. Alle Bürger sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben, „nicht lebenswichtige“ Einrichtungen und Firmen sind geschlossen. In den Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut leben mehr als 30 Millionen Menschen.

    Mehr: Trump verspricht Produktion vieler Beatmungsgeräte - Zwang gegen GM

    • dpa
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