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Corona-Virus „Die Uhr tickt, das Virus schläft nicht“ – WHO-Konferenz sucht Mittel gegen Coronavirus

Auf einer zweitägigen Konferenz in Genf besprechen Wissenschaftler mögliche Lösungen für die Corona-Krise. Dabei geht es auch um die Suche nach einem Impfstoff.
12.02.2020 - 09:26 Uhr Kommentieren
Coronavirus-Impfstoff: WHO-Konferenz sucht Mittel gegen Covid-19 Quelle: Reuters
Tedros Adhanom Ghebreyesus

Der Generaldirektor der WHO ruft die Teilnehmer der Corona-Konferenz zur Zusammenarbeit auf.

(Foto: Reuters)

Genf Wie lässt sich das Coronavirus stoppen? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Experten aus der ganzen Welt nach Genf eingeladen, um Antworten auf diese Frage zu finden. Rund 400 Wissenschaftler und Mediziner diskutieren dort seit gestern, wie sich die Kräfte der internationalen Gemeinschaft bündeln lassen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Auf dem „Forschungs- und Innovationsforum“ der WHO geht es auch um die Suche nach einem Impfstoff gegen das Virus.

Die Zeit drängt: Inzwischen ist weltweit von mehr als 45.000 bestätigten Corona-Fällen die Rede. Die meisten davon traten in China auf. Die internationale Gemeinschaft müsse das Zeitfenster nutzen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, forderte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Die Uhr tickt, das Virus schläft nicht“, sagte er am Mittwochnachmittag in Genf. 

Der Corona-Ausbruch sei gleich auf mehrfache Weise ein Test für die internationale Gemeinschaft. Es stelle etwa die politische Solidarität auf die Probe. „Kann die Welt zusammenfinden, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen, der keine Grenzen oder Ideologien respektiert?“ Das Corona-Virus sei aber auch eine Nagelprobe für Solidarität von Wissenschaftlern und Geldgebern.

Der WHO-Chef rief Forscher, Behördenvertreter und Geldgeber dazu auf, an einem Strang zu ziehen. „Jetzt zählen nicht Publikationen, Patente oder Profite, sondern das Stoppen des Ausbruchs und das Retten von Leben“, sagte Tedros.

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    Die Veranstaltung in Genf bringt führende internationale Corona-Forscher zusammen, darunter auch Experten der Berliner Charité. Aber auch Vertreter von Gesundheitsbehörden, Ministerien und Forschungsförderer gehören zum Teilnehmerkreis.  

    Die Forscher diskutieren über offene Fragen und mögliche Lösungsansätze für die Epidemie. Offen sei etwa, wie das Virus erstmals auf Menschen übertragen wurde oder wie lange es ansteckend ist.

    Schutz durch zeitnahe Impfungen unwahrscheinlich

    Auch über Schutzmaßnahmen wird in Genf diskutiert. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt ist dabei die Suche nach einem möglichen Corona-Impfstoff. Zwar suchen weltweit Experten nach einem solchen Mittel. Dass ein solcher Impfstoff rechtzeitig und in ausreichendem Maß verbreitet werden kann, gilt jedoch in Expertenkreisen bislang als unwahrscheinlich.

    Tedros rief Forscher zur Kooperation auf. Sie sollen etwa Proben und Gensequenzen des Virus miteinander teilen. „Die Hauptsache ist Solidarität, Solidarität und Solidarität“, so der WHO-Generaldirektor.

    In den vergangenen Tagen war es Wissenschaftlern in verschiedenen Ländern gelungen, das Corona-Virus zu isolieren. Die Isolation gilt als wichtiger Schritt, um das Virus und dessen Ausbreitung besser zu verstehen. So lassen sich etwa Antikörpertests entwickeln, mit denen sich auch vergangene Infektionen nachweisen lassen. 

    Dieser Nachweis ist wichtig, damit sich die Behörden ein realistisches Bild von der Verbreitung des Virus machen können. Denn noch ist unklar, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind.

    Die Konferenz soll aber auch dazu beitragen, die Maßnahmen von Behörden, Unternehmen und Geldgebern besser miteinander abzustimmen. Die WHO sieht sich in einer entscheidenden Rolle, indem sie die internationalen Anstrengungen koordiniert. So soll das Treffen eine „Roadmap“ für die weitere Forschung erarbeiten, an der sich Wissenschaftler und Geldgeber gleichermaßen orientieren können.

    99 Prozent der registrierten Fälle in China

    Wenige Stunden vor der Eröffnung der Konferenz hatte ein erstes Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation seine Arbeit in China aufgenommen. Es soll mit chinesischen Experten zusammenarbeiten, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

    Laut der WHO traten bislang 99 Prozent der registrierten Fälle in China auf. Doch zuletzt häuften sich die Fälle, bei denen das Virus außerhalb von China übertragen wurde. So war das Virus in Frankreich bei fünf britischen Staatsbürgern nachgewiesen worden. Sie hatten sich offenbar in einem französischen Skigebiet angesteckt.

    Die kleine Zahl an Fällen könne der Funken sein, aus dem ein größeres Feuer wird, sagte WHO-Direktor Tedros. „Aber bislang ist es nur ein Funken“. Das Ziel bleibe es, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die Behörde rief alle Länder dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu stoppen.

    Die WHO fürchtet vor allem, dass sich das Virus in Ländern mit einem schwachen Gesundheitssystem ausbreiten könnte. Zwar gebe es dafür im Moment keine Anzeichen, aber: „Ein solcher Ausbruch in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem könnte ernste Konsequenzen haben“, sagte Tedros. 

    Dabei gehe es nicht nur um die Zahl der potenziellen Opfer, sondern auch um politische, soziale und wirtschaftliche Folgen. Ein Virus wie Corona könne schlimmstenfalls gar einen politischen Aufstand auslösen. 

    Zugleich riefen WHO-Experten aber auch zur Besonnenheit auf. Man wolle die Öffentlichkeit informieren, aber keine Panik schüren. „Jeder einzelne kann ein Teil dieser Containment-Strategie sein“, sagte Tedros. Schon einfache Maßnahmen sollen helfen. So rät die WHO dazu, die Hände regelmäßig zu waschen und beim Niesen ein Taschentuch oder die Armbeuge zu benutzen.

    Mehr: Chinas Behörden wird vorgeworfen, die Aufklärung über das Virus verschleppt zu haben. Stimmt das? Bedingt – denn Peking zeigt sich ungewohnt offen.

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