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Coronakrise Einbruch im Tourismus belastet spanischen Arbeitsmarkt

3,8 Millionen Spanier waren im August als erwerbslos gemeldet, leicht mehr als im Vormonat. Grund sind hohe Infektionszahlen und Reisewarnungen.
02.09.2020 - 15:09 Uhr Kommentieren
Corona: Einbruch im Tourismus belastet spanischen Arbeitsmarkt Quelle: Reuters
Mallorca

Die Krise setzt den spanischen Tourismus unter Druck.

(Foto: Reuters)

Madrid Spanien leidet stärker als jedes andere europäische Land unter der Coronakrise. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tagen liegt dort bei 228 Fällen pro 100.000 Einwohnern, während sie in Deutschland bei 22 und in Frankreich bei 97 Fällen liegt.

Die Entwicklung gefährdet die Erholung der Wirtschaft. So ist die Arbeitslosigkeit im August um fast 30.000 Personen auf 3,8 Millionen Arbeitslose gestiegen. Das sind 0,79 Prozent mehr als im Juli, wo die Arbeitslosenzahl noch um 2,33 Prozent gesunken war.

Der August ist ein schwieriger Monat auf dem spanischen Arbeitsmarkt, weil dann viele Saisonverträge im Tourismus auslaufen. Gemessen daran war der Corona-August zwar gar nicht schlecht – die Arbeitslosigkeit stieg weniger stark als im August der vergangenen vier Jahre.

„Ein Monatsvergleich ist aber nicht sehr aussagekräftig“, gibt Marcel Jansen, Arbeitsmarktexperte von der Autonomen Universität Madrid, zu bedenken. So sind dieses Jahr etwa weniger Verträge in der wichtigen Urlaubsbranche geschlossen worden, weshalb auch der Einbruch zum Saisonende geringer ausfällt. Insgesamt waren im August 2020 in Spanien 797.100 Personen mehr arbeitslos als ein Jahr zuvor, ähnlich viele Menschen sind derzeit noch in Kurzarbeit.

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    Der Tourismus macht zwölf Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus und ist in der aktuellen Krise für die meisten Arbeitslosen verantwortlich. Spanien hat im Juni seine Grenzen wieder geöffnet, um die Sommersaison zu retten. Im Juli aber stieg die Zahl der Infektionen wieder deutlich, und zahlreiche Länder verhängten Quarantäne-Vorschriften für Spanien-Rückkehrer oder warnten vor Reisen dorthin. Das hat die Erholung gebremst.

    Grafik

    Der spanische Arbeitsmarkt ist sehr volatil, weil ein Viertel aller Arbeitsverträge befristet ist. In der Finanz- und Immobilienkrise in Spanien lag die Arbeitslosigkeit auf dem Höhepunkt 2013 bei 27 Prozent. Ende Juli dieses Jahres betrug sie 15 Prozent, die Kurzarbeiter allerdings zählen nicht zu den Arbeitslosen. Im ersten Halbjahr sind in Spanien mehr Jobs vernichtet worden als in jedem anderen europäischen Land.

    Wie auch schon in den vergangenen Krisen leiden vor allem die Jungen am stärksten: Nach einer Studie der spanischen Großbank BBVA haben in der Pandemie doppelt so viele unter-25-Jährige ihre Stelle verloren wie andere Altersgruppen.

    Dieses Mal sind immerhin die Aussichten besser: In der Immobilienkrise wurden vor allem Jobs im überdimensionierten Bausektor zerstört, als die Immobilienblase 2008 platzte. Ein Großteil dieser Stellen wurde nie wieder aufgebaut, weil die Branche deutlich geschrumpft ist.

    In der Urlaubsbranche ist das anders: „Ich sehe keinen Grund, warum Spanien langfristig Marktanteile im internationalen Tourismus verlieren sollte“, sagt Experte Jansen. Wenn es einen Impfstoff gebe und die aktuelle Krise überwunden sei, würden auch wieder neue Jobs in der Branche entstehen.

    Über all dem schwebt jedoch die Angst vor einer neuen Ausganssperre, die etwa in der Region Madrid nötig werden könnte, die ein Drittel aller neuen Infektionen des Landes aufweist. Sie würde die spanische Coronakrise noch einmal deutlich verschärfen.

    Mehr: Spaniens Außenministerin Arancha González Laya: „Kein neuer Lockdown in Spanien“

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