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Coronakrise Frankreich verlängert Ausgangsbeschränkungen um vier Wochen

Frankreichs Präsident Macron bietet seinen Bürgern keine Lockerung der geltenden Auflagen. Die Regierung will aber über neue umfangreichere Hilfen beraten.
13.04.2020 - 22:33 Uhr Kommentieren

Ausgangssperre in Frankreich bis zum 11. Mai verlängert

Paris Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat am Montagabend in einer Fernsehansprache angeordnet, dass die geltenden strikten Ausgangsbeschränkungen bis mindestens zum 11. Mai verlängert werden. In der Zwischenzeit werde es keinerlei Lockerungen geben. Sollte die Epidemie sich an diesem Stichtag deutlich verlangsamt haben, was sich vorsichtig abzuzeichnen beginne, könnten die Regeln dann angepasst werden.

Frankreich zählte am Montagabend 14.967 Tote in Krankenhäusern und Altersheimen. Die Menschen, die bei sich zu Hause sterben, gehen nicht in die Zahlen der Covid-19-Toten ein. Macron sagte, dass die Krankenhäuser im Osten Frankreichs und in der Ile de France um Paris weiter am Anschlag arbeiten.

Frankreich ist mit der von Macron angekündigten Ausdehnung des Lockdowns derzeit das EU-Land, das die Bewegungsfreiheit seiner Bürger noch für die längste Zeit einschränken will. „Wir durchleben schwierige Tage, Müdigkeit und Überdruss für die einen, Trauer für die anderen“ räumte der Präsident ein.

Zum ersten Mal gab er auch zu, dass es „Fehler und Unzulänglichkeiten“ in der Reaktion auf die Krise gegeben habe. „Wir waren nicht genügend vorbereitet“, übte der Präsident ungewohnte Selbstkritik, ging dabei aber nicht ins Detail.

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    „Die Hoffnung kommt zurück, aber noch ist nichts errungen.“ versuchte Macron, die Bürger auf weitere volle vier Wochen ohne soziale Kontakte einzustimmen. Die eigene Wohnung darf nur für unbedingt nötige Einkäufe, Arztbesuche und täglich maximal eine Stunde Luft schnappen verlassen werden, jede Art von Treffen ist verboten, sämtliche Ausflüge ebenfalls. „Der Stichtag 11. Mai wird nur möglich sein, wenn wirklich alle die Regeln strikt einhalten und die Verbreitung des Virus gebremst wird“, kündigte der Staatschef an.

    Bislang keinen Exit-Plan

    Eine Exit-Strategie, wie sie in Deutschland und anderen Ländern diskutiert wird, ließ Macron nicht erkennen. Er begründete die Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen damit, dass erst eine kleine Minderheit der Franzosen mit dem Virus in Kontakt gekommen sei. In „vielen asiatischen Ländern“, die sich wieder geöffnet hätten, komme die Epidemie zurück. Macron nannte keine Namen.

    Offenbar sind noch immer nicht genügend Masken und Tests verfügbar. Der massive Rückgriff darauf hat es Ländern wie Südkorea ermöglicht, glimpflich durch die Epidemie zu kommen und er erlaubt es Deutschland, weniger strikte Regeln als der französische Nachbar anzuwenden.

    Macron sagte, bis zum 11. Mai solle aber sowohl die Versorgung mit Masken als auch mit Tests deutlich besser sein. Dann würden alle Mitarbeiter des Gesundheitssystems und alle Franzosen mit Covis-19-Symptomen getestet, um anschließend in Quarantäne zu kommen.

    Einen Hoffnungsschimmer ließ der Präsident für die Franzosen aufleuchten, die seit mehr als vier Wochen ihre Kinder zu Hause unterrichten müssen. Die Kindergärten und Schulen sollten nach dem 11. Mai graduell wieder geöffnet werden. Wie und in welchem Umfang, sagte er nicht.

    Was die Wirtschaft angeht, hob Macron hervor, dass alle Industriebetriebe arbeiten könnten, die Sicherheits- und Hygienevorschriften einhielten. Das Problem ist, dass viele von ihnen nicht die erforderliche Schutzkleidung für ihre Belegschaft auftreiben können.

    Regierung berät über weitere Wirtschaftshilfen

    Zugleich machte der Präsident klar, dass auch nach dem 11. Mai alle Restaurants, Cafés, Theater und Kinos geschlossen blieben. Die traditionellen Kulturfestivals im Sommer könnten frühestens ab Mitte Juli starten, doch sei dies noch längst nicht sicher. Mittwoch werde die Regierung weitere Hilfen für die Unternehmen beschließen, außerdem solle es eine Sofortzahlung für besonders bedürftiger Franzosen geben.

    Mit anderen Ländern arbeite Frankreich an einer App auf freiwilliger Basis, die es erlaubt, Kontakte nachzuvollziehen. Bevor etwas entscheiden werde, solle das Parlament diskutieren, „denn unsere Freiheiten dürfen nicht leiden.“ Am Ende seiner Ansprache versuchte Macron, etwas Zuversicht zu verbreiten: „Versuchen wir, uns neu zu erfinden, ein anderes Projekt in Eintracht zu schaffen, ein französisches Projekt des Zusammenlebens.“

    Mehr: EZB-Chefin Christine Lagarde fordert Europas Regierungen zu mehr Solidarität auf.

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