Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coronakrise Starker Abschwung: Arbeitslosigkeit in Italien und USA steigt drastisch

Italien und die USA sind besonders von der Coronakrise betroffen. Nicht nur die Gesundheitssysteme sind überlastet, auch die ökonomischen Folgen sind verheerend.
23.04.2020 - 20:33 Uhr Kommentieren
Seit Beginn der Coronakrise haben sich über 26 Millionen US-Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Quelle: AP
Geschlossenes Geschäft in den USA

Seit Beginn der Coronakrise haben sich über 26 Millionen US-Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet.

(Foto: AP)

Rom, Washington Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und Italien rücken die dramatischen Folgen der Corona-bedingten Einschränkungen des Arbeitsmarkts immer stärker ins Blickfeld. Die USA verzeichneten in der vergangenen Woche erneut einen drastischen Anstieg der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung.

Laut den Zahlen, die das US-Arbeitsministerium am Donnerstag vorgelegt hat, haben zwischen dem 11. und 18. April 4,4 Millionen Bürger Arbeitslosengeld beantragt. Das ist zwar etwas weniger als in der Vorwoche, in der 5,2 Millionen Anträge eingingen. Insgesamt setzt sich damit jedoch der historische Abschwung des US-Arbeitsmarkts fort.

Bis zum Beginn des Corona-Lockdowns Mitte März herrschte in den USA praktisch Vollbeschäftigung. Seitdem haben sich 26,5 Millionen US-Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Das entspricht etwa zehn Prozent aller dortigen Arbeitskräfte.

Die Arbeitslosenquote für April, die in den USA erst am 8. Mai veröffentlicht wird, dürfte nach Schätzung von Experten bei etwa 15 Prozent liegen. Das Forschungsinstitut Oxford Economics kalkuliert, dass durch die Corona-Pandemie in den USA insgesamt knapp 28 Millionen Jobs verloren gehen werden. Zum Vergleich: Durch die Rezession nach der Finanzkrise im Jahr 2008 sind in den USA nur etwa neun Millionen Jobs zerstört worden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die Anmeldungen fürs Arbeitslosengeld in den USA dürften auch deshalb besonders hoch ausfallen, weil die US-Regierung als Reaktion auf den Coronaschock die Ansprüche auf Unterstützung deutlich ausgeweitet hat.

    Amerikanische Arbeitslose erhalten nun zusätzlich zum Arbeitslosengeld von meist einigen Hundert Dollar monatlich, das von Bundesstaat zu Bundesstaat variiert, eine befristete Pauschalzahlung von 600 Dollar pro Woche aus dem Bundeshaushalt.

    Für manche gering qualifizierten Beschäftigten ist die staatliche Unterstützung damit höher als ihr vorheriges Gehalt. Auch haben erstmals Soloselbstständige aus der sogenannten Gig-Economy ein Anrecht auf Arbeitslosengeld.

    Damit haben mehr entlassene Beschäftigte als zuvor einen Anreiz, sich auch tatsächlich arbeitslos zu melden. Wer von sich aus kündigt oder aufgrund seines Verhaltens rausfliegt, hat in den USA allerdings in der Regel keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

    Lage in Italien

    In Italien ist die Furcht vor der Corona-bedingten Arbeitslosigkeit inzwischen fast so groß wie die vor dem Virus selbst. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Tecnè von Dienstag haben 54 Prozent der Italiener Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, darin eingeschlossen sind auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Das Coronavirus fürchten derweil 62 Prozent der Bevölkerung.

    In Italien ist nicht nur die Zahl der Corona-Toten in Europa immer noch am höchsten, auch die ökonomischen Folgen der Krise sind hier am dramatischsten. Bereits in der fünften Woche steht die Produktion im Land bis auf wenige Ausnahmen still. Erst ab dem 4. Mai soll es Lockerungen geben. Der Internationale Währungsfonds rechnet deshalb für 2020 mit einem Einbruch der italienischen Wirtschaftsleistung um 9,1 Prozent.

    Die Ratingagentur Fitch schätzt in ihrem „Global Outlook“ für Italien, dass die Arbeitslosenquote, die 2019 bei zehn Prozent lag, in diesem Jahr auf 12,1 Prozent ansteigt und bis Ende 2021 nur geringfügig auf 11,8 Prozent sinken wird.

    Das italienische Statistikamt Istat hat erst Anfang April die Arbeitslosenquote für Februar veröffentlicht, es wurde ein Rückgang auf 9,7 Prozent vermeldet. Doch das war vor der Eskalation der Corona-Pandemie in Italien. Erst Anfang Mai werden die März-Zahlen das wahre Ausmaß der Coronakrise am Arbeitsmarkt zeigen.

    Mehr: Wie schlagen sich verschiedene Länder und Systeme in der Coronakrise? Während europäische Staaten die vorderen Plätze belegen, sind China und die USA abgeschlagen.

    Startseite
    Mehr zu: Coronakrise - Starker Abschwung: Arbeitslosigkeit in Italien und USA steigt drastisch
    0 Kommentare zu "Coronakrise: Starker Abschwung: Arbeitslosigkeit in Italien und USA steigt drastisch"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%