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Coronavirus China sorgt mit erneuter Änderung der Zählweise der Virus-Erkrankten für Verwirrung

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen fällt am Donnerstag drastisch. Ein chinesischer Experte warnt indes, dass das Virus vielleicht überhaupt nicht mehr verschwinden wird.
20.02.2020 - 13:59 Uhr Kommentieren
Coronavirus: China sorgt mit neuer Zählweise für Verwirrung  Quelle: AP
Testverfahren für Covid-19

Nach offiziellen Angaben haben sich bislang 74.576 Menschen an dem Virus infiziert.

(Foto: AP)

Peking Nachdem China erneut seine Zählweise ändert, sinken die Fallzahlen in der besonders betroffenen Provinz Hubei drastisch. Die Änderung sorgt jedoch für Verwirrung.

Die Zahl der offiziell bestätigten Neuinfektionen fiel am Donnerstag nach Angaben der chinesischen Gesundheitskommission auf 394 Fälle. Das ist der tiefste Stand seit Wochen. Am Vortag lag die Zahl noch bei 1749. Die Zahl der Todesopfer wurde mit 114 angegeben.

Grund für diesen Rückgang ist aber auch eine erneut geänderte Zählweise, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichen Papier der Gesundheitskommission hervorgeht. Demnach seien Nukleinsäure-Tests „die bevorzugte Diagnose-Methode“.

Das Verfahren gilt als zeitaufwendig und unzuverlässig, oftmals müssen die Tests mehrere Male durchgeführt werden. Zudem wurde von Experten kritisiert, dass die Zahl der durchführbaren Untersuchungen von Laborkapazitäten abhängig sei.

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    Sogenannte „klinische Diagnosen“ sollen hingegen nicht mehr als offiziell bestätige Fälle in die Statistik einfließen. Gemeint damit ist eine Diagnose, die aus einer Kombination von Faktoren wie Lungenbildern und körperlichem Zustand beruht.

    Erst vergangene Woche hatte die besonders betroffene Provinz Hubei, wo das Virus ursprünglich in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war, damit begonnen, klinische Diagnosen durchzuführen und die Ergebnisse in die Statistik aufzunehmen. Als Folge davon stieg die Zahl der als infiziert geltenden Patienten allein am 12. Februar sprunghaft auf über 15.000 an.

    Nun sollen auch dort wieder nur Labortests maßgeblich sein, die aber laut Experten in der Vergangenheit auch offensichtliche Erkrankungen nicht immer gleich erkannt haben.

    „Es wird empfohlen, die Fälle dem Datum zuzuweisen, an dem sie gemeldet werden“, meint Allen Cheng, Experte für Infektionskrankheiten an der Monash University in Melbourne. Er kann nicht nachvollziehen, warum zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Methoden diagnostiziert werde. Das stifte Verwirrung. 

    In Hubei gingen die neuen Infektionen am Donnerstag im Vergleich zum Vortag von 1649 auf 349 zurück. Würden die klinisch diagnostizierten Patienten dazugerechnet werden, wären es 279 Fälle mehr – also trotzdem rund 1000 weniger als am Vortag.

    Experten gehen von hoher Dunkelziffer aus

    Auch außerhalb der zentralchinesischen Provinz sank die Zahl zum 16. Tag in Folge: So gab es nur noch 45 Neuinfektionen, verglichen mit 56 am Tag zuvor.

    Trotz der rückläufigen Zahlen warnte ein führender chinesischer Wissenschaftler davor, dass das Coronavirus zu einer etablierten Krankheit wie die Influenza-Grippe werden könnte. „Das neue Coronavirus könnte zu einer Langzeitkrankheit werde, die genau wie die Grippe mit dem Menschen koexistiert“, sagte Wang Chen, Präsident der China Academy of Medical Science, am Mittwoch im chinesischen Staatsfernsehen.

    Insgesamt haben in China nach den offiziellen Angaben bislang 74.576 Menschen die Covid-19 genannte Lungenkrankheit, die vom Coronavirus ausgelöst wird. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

    Viele Patienten haben keine oder nur geringe Symptome und lassen sich nie testen. Bei rund 80 Prozent der Erkrankten, so fand eine chinesische Studie heraus, verläuft die Krankheit milde.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Alle Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie in unserem Newsblog.

    • hua
    • dpa
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