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Coronavirus EU-Forschungskommissarin schürt Hoffnung auf Impfstoff im Herbst

EU-Kommissarin Mariya Gabriel hofft auf die schnelle Zulassung eines Corona-Impfstoffs. Andere Fachleute und Behörden sind allerdings skeptisch.
02.04.2020 - 10:09 Uhr Kommentieren
Laut der Forschungskommissarin kann der Einsatz von „Supercomputern“ dabei helfen, wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen das Coronavirus schneller zu identifizieren. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
Mariya Gabriel

Laut der Forschungskommissarin kann der Einsatz von „Supercomputern“ dabei helfen, wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen das Coronavirus schneller zu identifizieren.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

Brüssel, Frankfurt EU-Forschungskommissarin Mariya Gabriel schürt Hoffnung auf die schnelle Verfügbarkeit eines Impfmittels gegen das Coronavirus. Normalerweise dauere die Zulassung eines neuen Serums zwölf bis 18 Monate, sagte sie dem Handelsblatt. „Aber wir erwarten, dass ein Impfstoff viel schneller auf dem Markt verfügbar sein wird, womöglich im Herbst.“ Es handele sich um ein Rennen gegen die Zeit.

Firmen und Forscher arbeiten derzeit fokussiert an Impfstoffen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2. Die Wirkstoffe müssen vor ihrem Einsatz in der Breite aber auf Wirksamkeit und mögliche Gesundheitsrisiken getestet werden. Bei der Sicherheit dürfe man keine Abstriche machen, betonte Gabriel: „Wir können keine Abkürzungen in den klinischen Versuchen erlauben, die dann Menschenleben gefährden.“

Der Einsatz von „Supercomputern“ könne dabei helfen, wirksame Impfstoffe und Medikamente gegen das Coronavirus schneller zu identifizieren, sagte die Bulgarin. Ein mit EU-Mitteln finanziertes Forschungsprojekt mit dem Namen Exscalate4CoV nutze die Rechner der Supercomputing-Zentren in Bologna, Barcelona und Jülich, um womöglich gegen das Virus wirksame Moleküle zu identifizieren. „Was mit herkömmlichen Methoden mehrere Jahre dauern würde, können die Supercomputer binnen weniger Monate erledigen“, so Gabriel.

Die Kommission finanziert 18 Forschungsprojekte zum Coronavirus mit insgesamt 48,5 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm. Die paneuropäischen Forscherteams arbeiten auch an schnelleren Nachweistests für das Virus.

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    Die meisten Fachleute und auch die zuständige Arzneimittelbehörde zeigen sich bislang eher skeptisch, dass ein Impfstoff schon vor Jahresende bereitsteht. Hintergrund sind nicht zuletzt erhebliche Schwierigkeiten, die sich in der Vergangenheit bei vielen anderen Impfstoffprojekten offenbarten, etwa bei HIV oder Malaria. 

    Frage der Kapazitäten

    Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) äußerst sich deutlich vorsichtiger. Der Zeitplan für die Neuentwicklung von Impfstoffen sei sehr schwierig vorherzusagen, heißt es in ihrer jüngsten Mitteilung zur Corona-Situation. Man schätze, dass es mindestens ein Jahr dauern werde, bevor ein Impfstoff gegen Covid-19 zulassungsreif sei und in genügend großer Menge zur Verfügung stehe. 

    Insgesamt führt die Agentur nach eigenen Angaben inzwischen Gespräche über rund ein Dutzend Entwicklungsprojekte in diesem Bereich. Zwei Impfstoffkandidaten befinden sich danach bereits in der ersten Phase der klinischen Tests.

    Praktisch alle etablierten Impfstoffhersteller wie Glaxo-Smithkline, Pfizer oder Sanofi sind in der Entwicklung engagiert, ebenso wie eine Reihe von Biotechfirmen. Dazu gehören die deutschen Firmen Curevac und Biontech. Biontech will in Kooperation mit Pfizer Ende April erste klinische Versuche für einen eigenen Impfstoffkandidaten starten. Curevac plant diesen Schritt für den Frühsommer. Die US-Firma Moderna hat inzwischen einen ersten Kandidaten in die klinischen Tests gebracht.

    Auch von dort aus ist es noch ein weiter Weg bis zur Marktreife eines solchen Produkts. Denn ein Covid-19-Vakzin wird, wie alle Impfstoffe, in größeren sogenannten Phase-III-Studien ein hohes Sicherheitsniveau nachweisen müssen.

    Es überrasche daher nicht, dass die Experten der WHO mit mindestens 18 Monaten rechneten, bis ein Impfstoff zur Verfügung stehe, erklärt Alexander Roussanov, Partner bei der Kanzlei Arnold & Porter und ehemals juristischer Berater für Arzneimittelzulassungen bei der Ema. In der ganzen Diskussion könne zudem nicht außer Acht gelassen werden, ob es ausreichend Kapazitäten gebe, um die Produktion der neuen Impfstoffe schnell genug hochfahren zu können.

    Mehr: Marcus Schreiber: „Als Unternehmer sage ich: Die Kontaktsperren sind richtig. Doch wenn wir in der Coronakrise nicht per Trial and Error entscheiden wollen, sind bessere Daten unverzichtbar.“

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