Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coronavirus Geschäfte und Restaurants schließen – Österreich schottet sich ab

Ab Montag wird auch in Österreich das öffentliche Leben zum Erliegen kommen. Geschäfte und Restaurants schließen. Unternehmen ziehen Konsequenzen.
13.03.2020 - 20:00 Uhr Kommentieren
Ab Montag sollen auch die meisten Geschäfte in Österreich schließen. Quelle: dpa
Österreich

Ab Montag sollen auch die meisten Geschäfte in Österreich schließen.

(Foto: dpa)

Wien Auf der legendären Ringstraße herrscht gähnende Leere. Im berühmten Wiener Café Imperial sind am Freitagnachmittag nur drei Tische belegt und die Kellner langweilen sich in dem legendären Kaffeehaus im Herzen der österreichischen Hauptstadt. Nur kurz zuvor hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die drastischen Maßnahmen seiner Regierung gegen das Coronavirus vorgestellt: Österreich schließt sich immer weiter ein.

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, werden ab Montag nur noch die Geschäfte zur Grundversorgung öffnen. Darunter fallen Supermärkte, Apotheken, Banken, Tankstellen und die Post. Auch alle gastronomischen Betriebe des Landes werden ab 15 Uhr am Montag ihre Pforten schließen. Auch Diskotheken und Bars, selbst Rasthäuser an den Autobahnen werden geschlossen.

Außerdem stellt die schwarz-grüne Regierung Teile Österreichs unter Quarantäne. Konkret handelt es sich um die vom Coronavirus betroffenen Skigebiete im Paznauntal, wie Ischgl und Galtür, sowie St. Anton am Arlberg. Die Quarantäne in den Skigebieten gilt erst einmal für einen halben Monat. Wintersporttouristen müssen abreisen.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bat um eine zügige Ausreise der ausländischen Gäste ohne Zwischenstopp in Österreich. Die Polizei riegelt die betroffenen Wintersportorte ab. Für die Versorgung mit Lebensmittel wird gesorgt, betonte Kanzler Kurz in seiner Pressekonferenz am Freitagnachmittag. „Es ist eine Zeit, in der wir alle zusammenstehen“, sagte der Regierungschef. „Jeder Einzelne hat seine Verantwortung.“  Das soziale Leben werde auf ein Minimum reduziert.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Schutzprogramm für Risikogruppen

    Der Regierung in Wien gehe es darum, eine ähnliche Situation wie in Italien zu verhindern. Sie bittet darum, die direkten sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, damit sich das Virus nicht weiter rasant ausbreiten kann. Besonders gefährdet sind nach Angaben des österreichischen Gesundheitsministers Rudolf Anschober (Grüne) Menschen über 70 Jahren und Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Er sicherte für diese Gruppe ein besonderes Schutzprogramm im Land zu.

    Die Versorgung mit Lebensmitteln in Österreich sei gesichert, teilt unterdessen auch der Handelsverband mit. Der österreichische Lebensmittelhandel gewährleistet als zentraler Nahversorger die 100-prozentige Versorgungssicherheit der gesamten Bevölkerung, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Nachfrage nach über eine lange Zeit haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln sei zuletzt deutlich angestiegen. Die Öffnungszeiten im Lebensmittelhandel bleiben unverändert.

    Um ihre Mitarbeiter zu schützen, greifen Großunternehmen in Österreich ab Montag zu drastischen Maßnahmen. Der Öl- und Gaskonzern OMV schließt seine Konzernzentrale in Wien nahezu komplett. „Nur noch business critical staff wird im Haus sein“, sagte ein OMV-Sprecher am Freitagnachmittag. Termine fänden nur noch statt, wenn sie von großer geschäftlicher Bedeutung für den teilstaatlichen Konzern sind.

    Angst vor Banken-Run

    Angesichts der rigiden Maßnahmen versorgen sich viele Österreicher mit Bargeld. „Es gibt keinen Grund, einen Banken-Run zu machen und Bargeld in Massen abzuheben“, sagte Innenminister Nehammer eindringlich. Die Oesterreichische Nationalbank teilte unterdessen mit, sie sei jederzeit in der Lage, die Bargeldversorgung Land aufrecht zu erhalten. Sie verfüge über „ausreichende Bargeldreserven“, um die Geldautomaten, die Banken und die Unternehmen mit Bargeld zu versorgen. Als eine Maßnahme weitete die Nationalbank die Öffnungszeiten im Bargeldbereich aus. „Es besteht überhaupt kein Grund, mehr Bargeld als sonst zu beheben“, mahnte die Nationalbank am Freitagnachmittag.

    Österreich stellt ab Montag auch Flüge in die Schweiz, Frankreich und Spanien ein. An der Grenze zur Schweiz werden Grenzkontrollen wie zuvor zu Italien eingeführt. Der öffentliche Nahverkehr in Österreich wird hingegen aufrechterhalten.

    Österreich verzeichnete am Freitagnachmittag nach Regierungsangaben 432 Infizierte. Am Donnerstag gab es den ersten Toten im Land.

    Mehr: Alle Entwicklungen der Coronakrise im Newsblog.

    Startseite
    Mehr zu: Coronavirus - Geschäfte und Restaurants schließen – Österreich schottet sich ab
    0 Kommentare zu "Coronavirus: Geschäfte und Restaurants schließen – Österreich schottet sich ab"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%