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Coronavirus Indien verhängt Einreisesperre für deutsche Staatsbürger

Als erste große Volkswirtschaft hat Indien ein weitgehendes Einreiseverbot für Menschen aus Deutschland erlassen. Unternehmer fürchten eine Beeinträchtigung der Wirtschaftsbeziehungen.
11.03.2020 - 16:50 Uhr 1 Kommentar
Deutschen ist die Einreise in Indien sowohl über Flughäfen, als auch an Landgrenzen und per Schiff verboten. Quelle: dpa
Ärzte untersuchen Inder nach der Landung in Hindan

Deutschen ist die Einreise in Indien sowohl über Flughäfen, als auch an Landgrenzen und per Schiff verboten.

(Foto: dpa)

Bangkok Menschen aus Deutschland sind angesichts von Europas Coronavirus-Epidemie in Indien nicht länger willkommen. Die Regierung in Neu-Delhi erklärte in der Nacht zu Mittwoch sämtliche Visa, die deutschen Staatsbürgern erteilt wurden, für ungültig. Nur wer sich schon im Land aufhalte, könne bleiben, hieß es in einer Mitteilung des indischen Gesundheitsministeriums.

Indiens Einwanderungsbehörden teilten mit, dass die Einreise sowohl über Flughäfen, als auch an Landgrenzen und per Schiff nun verboten sei. Ausnahmen würden nur erteilt, wenn zwingende Gründe vorliegen, hieß es. Auch in der deutschen Botschaft in Neu-Delhi war von einer Einreisesperre für Deutsche die Rede.

Indien ist mit der Entscheidung die erste große Volkswirtschaft, die sich mit Blick auf die Ausbreitung des Coronavirus vor Besuchern aus Deutschland abriegelt. Die neu verhängte Visumssperre gilt auch für französische und spanische Staatsbürger. Bereits zuvor waren Einreiseverbote für Reisende aus China, Italien, Südkorea und dem Iran erlassen worden. Betroffen sind sowohl Touristen als auch Geschäftsreisende. Die Reisebeschränkung trifft damit nun auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien.

Von der Entscheidung überrascht

Klaus Maier, der in Neu-Delhi lebt, unterstützt mit seinem Beratungsunternehmen Maier+Vidorno seit zwei Jahrzehnten deutsche Unternehmen bei der Expansion nach Indien. Für das kommende Wochenende plante er einen Flug nach Deutschland für ein wichtiges Kundengespräch. Die Reise sagt er nun ab: Der Berater geht davon aus, dass er ansonsten nicht wieder nach Indien einreisen darf. „Wir werden jetzt versuchen, den Termin per Videokonferenz abzuhalten“, sagt Maier.

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    Von der nächtlichen Entscheidung der Inder zeigte sich der Berater überrascht. Er rechnet nun damit, dass die Reisesperre mehrere Monate anhalten wird. „Neue Projekte von deutschen Unternehmen in Indien werden mit Sicherheit darunter leiden“, sagt er. Gerade wenn es darum gehe, neue Mitarbeiter mit Führungsverantwortung in Indien zu verpflichten, würden in der Regel Unternehmensvertreter aus Deutschland persönlich anreisen – das ist nun offenbar vorerst nicht mehr möglich. „Expansionsvorhaben dürften nun verschoben werden“, sagt Maier.

    Auch deutsche Expats mit Wohnsitz in Indien müssen damit rechnen, das Land vorerst nicht verlassen zu können, ohne dabei ihren aktuellen Aufenthaltsstatus zu gefährden. Die Einreisebeschränkung der Inder zielt nämlich explizit auf deutsche Staatsbürger ab – unabhängig davon, ob sie sich tatsächlich kürzlich in Europa aufgehalten haben. Die Visumssperre gilt auch für andere Staatsbürger, die sich seit Februar in einem der Risikoländer aufgehalten haben.

    Maier berichtet davon, dass es für Menschen aus Deutschland aus Sorge vor der Coronavirus-Epidemie in Indien schon in den vergangenen Tagen Alltagseinschränkungen gegeben habe. Vereinzelt seien Hotels nicht bereit, Gäste mit deutschem Pass aufzunehmen. Bei einem großen indischen Konzern gebe es die Anweisung, deutsche Staatsbürger nicht mehr zu Meetings zu empfangen – ebenfalls unabhängig davon, ob sich diese kürzlich in Deutschland aufgehalten haben.

    Deutschland neuntwichtigste Herkunftsland

    Das Einreiseverbot traf auch Urlauber unvorbereitet. Marvin Bäumer aus Münster stand am Dienstagabend bereits am Check-in-Schalter für seine Reise mit der Airline Emirates nach Indien, als er über die Webseite des Auswärtigen Amtes von der Entscheidung aus Neu-Delhi erfuhr. Die Fluggesellschaft habe ihn dann beim Umsteigen in Dubai darüber informiert, dass er keinesfalls nach Indien weiterreisen könne, erzählt Bäumer. Dort habe er dann spontan entschieden, stattdessen in Sri Lanka Urlaub zu machen. Umbuchen konnte er kostenfrei. Für Indiens Tourismusindustrie war Deutschland zuletzt das neuntwichtigste Herkunftsland.

    Mit Reiseeinschränkungen müssen Menschen aus Deutschland seit dem Coronavirus-Ausbruch derzeit in mehreren Ländern rechnen. Unter den G-20-Staaten ist Indien nach Angaben von Diplomaten aber das erste Land, das Reisende aus Deutschland ausschließt. Anfang der Woche hatte bereits Vietnam angekündigt, die visumsfreie Einreise für deutsche Staatsbürger vorerst zu stoppen. Mit einem Visum sind Reisen aber offenbar noch möglich. Restriktionen gibt es auch in Israel. Dort dürfen Menschen aus Deutschland nur einreisen, wenn sie über die Möglichkeit einer 14-tägigen Heimquarantäne verfügen, was Touristen faktisch ausschließt.

    Mehr: Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog.

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    1 Kommentar zu "Coronavirus: Indien verhängt Einreisesperre für deutsche Staatsbürger"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Amerikaner haben es ja fuer den gesamten Schengen-Raum erlassen, und die sind
      immerhin die groesste Volkswirftschaft. Ich glaube, die Inder wissen ueberhaupt nicht,
      was bei ihnen zuhause los ist. Das Einreiseverbot schuetzt die Deutschen nicht die Inder.
      Wir sollten dafuer dankbar sein.

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