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Coronavirus Inzidenz in Spanien binnen weniger Tage verdreifacht – Erste Regionen verhängen neue Restriktionen

Kurz nachdem die Regierung einige Corona-Maßnahmen gelockert hat, explodieren die Infektionszahlen regelrecht. Vor allem eine bei Touristen beliebte Region ist betroffen.
07.07.2021 - 15:50 Uhr Kommentieren
Die Region rund um Barcelona ist am stärksten betroffen in Spanien. Quelle: AP
Menschen mit Gesichtsmaske in Barcelona

Die Region rund um Barcelona ist am stärksten betroffen in Spanien.

(Foto: AP)

Madrid Ausgerechnet zum Beginn der so wichtigen Sommersaison schießen im weltweit zweitgrößten Reiseziel die Infektionen in die Höhe. In den vergangenen sieben Tagen hat sich die Inzidenz in Spanien von 58 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 155 Fälle fast verdreifacht. Dieser Anstieg ist sogar noch stärker als der in Portugal und Großbritannien.

Auslöser sind vor allem Infektionen unter Jungen und noch Ungeimpften. Auf Mallorca steckten sich bei einer Abschlussfahrt zum Ende des Schuljahres Hunderte Jugendliche mit dem Coronavirus an. Unter den 20- bis 29-Jährigen liegt die Inzidenz für die vergangenen vier Tage bei 717. Die Gruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen ist mit 653 nur wenig besser dran.

Anders als in früheren Wellen haben die Infektionen dieses Mal allerdings nicht zu einem parallelen Anstieg von schweren Fällen geführt. Die Krankenhaus-Einweisungen und die Covid-Belegung der Intensivstation sind nur leicht gestiegen.

Der spanische Notfallbeauftragte Fernando Simón warnte jedoch, dass die Jungen Ältere anstecken könnten, die dann sehr wohl einen schweren Verlauf entwickeln könnten.

Er sagte: „Je größer die Übertragung unter den ungeimpften Gruppen ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass nicht immunisierte Geimpfte etwas schwerere Erkrankungen haben.“ Schließlich schützten die Impfungen nicht zu 100 Prozent, und es bleibe immer ein Teil der Risikogruppen, der sich auch trotz Impfung anstecken könnte.

Katalonien schließt Nachtklubs

Erste spanische Regionen reagieren bereits. Katalonien schließt ab diesem Freitag für mindestens 15 Tage alle Nachtklubs und Diskotheken. Die Region rund um Barcelona ist am stärksten betroffen in Spanien.

In den vergangenen drei Wochen hat sich die Inzidenz dort verneunfacht und ist auf 378 Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gestiegen. „Wir können nicht so tun, als hätten wir das Virus überwunden, die Daten sind schlecht, und die Zahl der Infektionen wächst exponentiell, und das können wir uns nicht leisten“, sagte die Sprecherin der katalanischen Regionalregierung zur Begründung der Einschränkungen.

Fernando García Benavides, Professor für öffentliche Gesundheit an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona, ist der Meinung, dass Spanien die Einschränkungen zu früh beendet habe. Spanien hat im Mai fast alle Covid-Restriktionen auslaufen lassen.

Am 26. Juni hatte die spanische Regierung die Maskenpflicht im Freien da aufgehoben, wo ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Es war das Symbol für eine vermeintliche Rückkehr zur Normalität.

Die Delta-Variante ist für Notfallkoordinator Simon aber nicht der Grund für die vielen neuen Infektionen. „Der globale Anstieg der Infektionen ist jetzt nicht mit der Delta-Variante verbunden, sondern mit der Tatsache, dass wir nicht immune Populationen haben, unter denen das Virus zirkuliert“, sagte er.

Solange noch nicht 70 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft seien, müsse man weiter sehr vorsichtig sein. Die Delta-Variante macht in Spanien nach den aktuellsten Zahlen des Gesundheitsministeriums elf Prozent aller Infektionen aus. Die Gesundheitsbehörde der Region Madrid dagegen erklärte, Delta mache in der Hauptstadtregion einen Anteil von 44 Prozent aus und sei damit die dominierende Variante.

Neue Fälle bedrohen die Erholung des Tourismus

Der katalanische Ansatz, zu Restriktionen zurückzukehren, unterscheidet sich vom britischen. Premier Boris Johnson hatte vor wenigen Tagen eine vollständige Aufhebung aller Restriktionen angekündigt, obwohl die Inzidenz in Großbritannien ebenfalls steigt und sich die Fälle alle neun Tage verdoppeln. In Großbritannien sind aber bereits 64 Prozent aller Einwohner komplett geimpft. In Spanien sind es erst 41 Prozent. 56 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Dem Tourismus, der zwölf Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung ausmacht, droht der starke Anstieg der Inzidenz die wichtige Sommersaison erneut zu verhageln.

Bislang bleiben die Briten als größte Besuchergruppe Spaniens komplett aus, weil sie bei ihrer Rückkehr auf die Insel in Quarantäne müssten. Die steigenden Fallzahlen könnten nun wiederum Urlauber abschrecken.

Noch rechnet die spanische Regierung damit, dass der Tourismus in diesem Jahr gut die Hälfte seines Umsatzes aus dem Jahr 2019 erreicht. Im vergangenen Jahr war er um knapp 70 Prozent eingebrochen.

Mehr: Corona wie normale Grippe behandeln – Großbritannien, Israel und Singapur machen es vor

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