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Coronavirus Mit Finanzhilfen und Helikoptergeld wollen Staaten ihre Wirtschaft am Laufen halten

Mit Finanzspritzen wollen Länder Unternehmen zumindest auffangen. Doch die Ausfälle in den Lieferketten werden auch andere Länder treffen.
27.02.2020 - 19:18 Uhr Kommentieren
Die Kronkolonie hatte wegen des Handelskriegs schon vor dem Virus mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Quelle: Bloomberg
Containerschiff in Hongkong

Die Kronkolonie hatte wegen des Handelskriegs schon vor dem Virus mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.

(Foto: Bloomberg)

Berlin, Peking, Tokio, Rom Hongkongs Finanzminister Paul Chan verkündete das milliardenschwere Konjunkturpaket diesen Mittwoch: Jeder Hongkong-Bürger, der mindestens 18 Jahre alt ist, bekommt 10.000 Hongkong-Dollar (rund 1178 Euro) in bar ausgezahlt. Damit soll der lokale Konsum, der nach Protesten und infolge des US-chinesischen Handelskriegs ohnehin gelitten hatte, in Zeiten des Coronavirus angekurbelt werden. Rund acht Milliarden Euro verteilt die Regierung so als Helikoptergeld.

Barauszahlungen durch die Regierung sind in Hongkong angesichts massiver Haushaltsüberschüsse nicht unüblich, allerdings waren die Summen in der Vergangenheit kleiner. Zudem plant Hongkong Miet- und Gebührenerleichterungen für ausgewählte Unternehmen.

Auch auf dem chinesischen Festland wirken Provinzen und Städte den wirtschaftlichen Schäden durch das Coronavirus entgegen. Einige Städte gewähren Unternehmen Nachlässe auf Sozialversicherungsbeiträge, Firmen können ihre Steuern später zahlen oder erhalten Subventionen für Forschungsausgaben. Experten erwarten in den kommenden Wochen weitere fiskal- und geldpolitische Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft.

Das RWI-Institut hat kürzlich die Wirtschaftseffekte des Coronavirus für China berechnet. „Im ersten Quartal würde das chinesische Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gegenüber 2019 auf 3,5 Prozent sinken, anstatt wie erwartet etwa sechs Prozent zu erreichen“, sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn dem Handelsblatt. Die Annahme dabei: Eine Monatsproduktion der Provinz Hubei fällt komplett aus. Nun dürften die Ausfälle noch größer werden.

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    Auch die deutsche Wirtschaft wird durch sinkende Nachfrage und Ausfälle in den Lieferketten beeinträchtigt. Stefan Kooths, Konjunkturchef beim IfW-Kiel, rechnet nach einer ersten groben Schätzung damit, dass sich das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 0,2 Prozent verringern wird. Damit würde Deutschland wohl wirtschaftlich stagnieren. Genauere Einschätzungen wird es im März geben.

    „Wie stark Zulieferungen ausfallen, werden wir erst sehen, wenn die Güter auf den Schiffen, die jetzt nicht in China losfahren, hier nicht wie geplant ankommen“, sagte Kooths dem Handelsblatt. „Wenn sich das Virus auch hierzulande ausbreiten sollte, würde auch das Vertrauen der Konsumenten leiden“, warnt zudem DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Bisher sei der Konsum die Stütze der deutschen Wirtschaft, diese könnte jedoch nun in Gefahr geraten.

    „Die einzig sinnvolle Maßnahme ist die Förderung der Kurzarbeit“

    Die Bundesregierung, da sind sich die Ökonomen einig, könnte gegen den Coronavirus-Schock wirtschaftspolitisch so gut wie nichts tun, weil vor allem die Angebotsseite der Wirtschaft betroffen sei. „Güter, die sich nicht produzieren lassen, kann auch der Staat nicht ersetzen“, argumentiert Kooths. Steuerentlastungen oder andere Maßnahmen, die den Bürgern netto mehr bringen, wirkten nicht.

    „Wegen des Virus sollen die Leute ja eher zu Hause bleiben als shoppen zu gehen“, sagt Döhrn. „Die einzig sinnvolle Maßnahme ist die Förderung der Kurzarbeit, wenn wegen fehlender Zulieferungen Fabriken stillstehen sollten.“ Nachdenken könnte die Bundesregierung auch über die Förderung von Überbrückungskrediten für stillstehende Fabriken.

    In Italien soll ein Gesetz zur Stützung der Wirtschaft am Donnerstag in Kraft treten. Vorgesehen sind Steuererleichterungen für Betroffene sowie finanzielle Hilfen für mittlere und kleine Unternehmen mit wenigen Beschäftigten. Angesichts der hohen Verschuldung Italiens bedeutet dies jedoch eine zusätzliche Belastung für den Haushalt.

    In Südkorea hat die Regierung einen Nachtragshaushalt zur Bekämpfung der Seuche aufgelegt, der Beobachtern zufolge bis zu elf Milliarden Euro betragen könnte. In Japan will die Regierung bisher kein gesondertes Konjunkturprogramm auflegen.

    Mehr: Diese Wirkstoffe könnten gegen das Coronavirus helfen.

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