Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coronavirus Soziale Netzwerke sollen Maßnahmen gegen falsche Informationen offenlegen

Die EU-Kommission fordert Plattformen auf, in der Pandemie monatlich über ihren Kampf gegen Desinformation zu berichten. Bisherige Maßnahmen reichten nicht aus.
08.06.2020 - 16:12 Uhr Kommentieren
Plattformen wie Facebook sollen detailliert Auskunft darüber geben, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie entdeckt haben. Quelle: dpa
Das Berliner Löschzentrum von Facebook

Plattformen wie Facebook sollen detailliert Auskunft darüber geben, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie entdeckt haben.

(Foto: dpa)

Brüssel Die EU-Kommission drängt die sozialen Netzwerke zu mehr Transparenz im Kampf gegen Desinformation. Facebook, Twitter und Co. sollten monatlich Bericht erstatten, wie sie mit falschen Informationen über die Corona-Pandemie umgingen, heißt es in Leitlinien der Brüsseler Behörde, die am Mittwoch vorgestellt werden und dem Handelsblatt im Entwurf bereits vorliegen.

Die Plattformen sollen demnach detailliert Auskunft geben, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie entdeckt haben und wie groß deren Reichweite war. Auch über die geografische Herkunft und die genutzte Sprache sollen sie Auskunft geben, heißt es in dem Papier, das unter Federführung von Kommissionsvize Vera Jourova und dem Außenbeauftragten Josep Borrell erarbeitet wurde.

Davon erhofft sich die Kommission ein besseres Bild darüber, wie stark die versuchte Einflussnahme anderer Staaten in den Netzwerken ist. In einigen Fällen hätten etwas Russland und China die Coronakrise für Kampagnen genutzt, die „die demokratische Debatte untergraben und die soziale Polarisierung verstärken“ sollten, schreibt die Behörde.

Die sozialen Netzwerke sollen zudem für jedes EU-Land auflisten, wie sie die Platzierung von Werbung auf Webseiten verhindern, die Falschinformationen verbreiten. Viele Fake-News-Seiten finanzieren sich durch Anzeigenerlöse, die umso höher ausfallen, je mehr Nutzer sie mit ihren Inhalten erreichen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ebenfalls offenlegen sollen sie, wie gut die Sichtbarkeit offizieller Informationen zur Pandemie war, inklusive des Volumens der Anzeigenplätze, die den Gesundheitsbehörden kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Auch die Reichweite von Faktencheckern sollen sie transparent machen.

    Trotz der bisherigen Bemühungen von Facebook und Co. würden weiterhin Millionen falsche Posts über das Coronavirus verbreitet, so die Kommission. Daher sei es nötig, dass „die Plattformen ihre Arbeit intensivieren“.

    Auf Websites und in den sozialen Medien würden nutzlose Produkte an verunsicherte Verbraucher verkauft und Horrormeldungen über das Virus verbreitet, sagt auch Andreas Schwab, Sprecher der Christdemokraten im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europaparlaments: „Wer damit Geld verdient, muss sich entsprechend seiner Mitverantwortung stellen.“

    Einmal jährlich reicht Jourova nicht

    Die Aufforderung richtet sich zum einen an Google, Facebook, Twitter, Microsoft und Mozilla, die alle den freiwilligen Verhaltenskodex der Kommission zum Umgang mit Desinformation unterzeichnet haben. Aber auch bislang nicht beteiligte Anbieter wie WhatsApp und TikTok sollten Bericht erstatten, heißt es in der Kommissionsmitteilung.

    In dem Kodex hatten sich die Unterzeichner verpflichtet, einmal jährlich über ihre Aktivitäten Auskunft zu geben. Jourova aber reicht das nicht. Sie hatte Vertreter der Plattformen bereits zweimal während der Pandemie zum Gespräch gebeten, um den Kampf gegen die damit einhergehende „Infodemie“ zu koordinieren.

    Die Kommission arbeitet auch bereits an gesetzlichen EU-Vorgaben für die Netzwerke. Bis Jahresende will sie im Rahmen ihres „Digital Services Act“ und eines Aktionsplans für die Demokratie verbindliche Anforderungen formulieren.

    Mehr: Studie: Das sind Deutschlands größte Verbreiter von Verschwörungstheorien

    Startseite
    Mehr zu: Coronavirus - Soziale Netzwerke sollen Maßnahmen gegen falsche Informationen offenlegen
    0 Kommentare zu "Coronavirus: Soziale Netzwerke sollen Maßnahmen gegen falsche Informationen offenlegen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%