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Coronavirus Trump spricht von „historischem Durchbruch“: USA erlauben Behandlung mit Blutplasma

Vor dem Wahlparteitag der Republikaner feiert Donald Trump eine Notfallgenehmigung für Covid-19-Erkrankte. Die Zulassungsbehörde nennt es einen „kleinen Schritt“.
24.08.2020 - 00:42 Uhr 1 Kommentar
Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70.000 Menschen in den USA Plasma erhalten. Quelle: Reuters
Blutplasma eines von Covid-19 geheiltem Patienten

Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70.000 Menschen in den USA Plasma erhalten.

(Foto: Reuters)

Washington Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung der Erkrankung Covid-19 mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Das kündigte US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus an. Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie bekommen Patienten Plasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Plasma wird seit über 100 Jahren genutzt und gilt als sicher für Patienten. Bislang noch unklar ist aber, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-Sterblichkeitsrate zu senken.

Trump feierte die Notfallgenehmigung der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) für Plasma als „sehr historischen Durchbruch“, obwohl die Behandlungsmethode in den USA bereits weit verbreitet ist. Im Rahmen einer klinischen Sondergenehmigung haben bereits rund 70.000 Menschen Plasma erhalten, wie die führende Mayo Clinic auf ihrer Webseite erklärt. Die Notfallgenehmigung entspricht zudem keiner formellen Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gelten. Zudem ist das Plasma-Angebot begrenzt, da es nur aus den Blutspenden Genesener gewonnen werden kann.

Der Schritt der FDA mache vor allem den Handel mit Plasma einfacher und dürfte Herstellern helfen, ihre Kosten zu decken, wie der frühere FDA-Chef Scott Gottlieb vorab dem Fernsehsender ABC sagte. Es handle sich aber insgesamt nur um einen kleinen Schritt, sagte er.

Die Idee hinter der Plasma-Behandlung ist bestechend: Weil es noch keinen Impfstoff gibt, der die Bildung von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 anregt, verabreicht man Patienten Antikörper von Menschen, die diese nach einer natürlichen Infektion gebildet haben. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland. Bislang gibt es aber keinen überzeugenden Nachweis, ob und wie sehr Plasma Covid-Patienten tatsächlich hilft.

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    In den USA haben Forscher Daten aus der Anwendung der Mayo Clinic zu 35.000 zumeist schwer erkrankten Patienten erfasst. Ihre bislang unveröffentlichte Studie zeigt, dass Patienten, die drei Tage nach einer Covid-Diagnose eine Transfusion bekamen, eine etwas geringere Sterblichkeitsrate hatten als jene, die später behandelt wurden. Allerdings gab es bei der Studie keine Kontrollgruppe, die Ergebnisse sind also nur sehr begrenzt aussagekräftig. Weitere Studien, bei denen ein Teil der Probanden nur ein Placebo bekommt, laufen noch.

    Trump macht Druck auf die FDA

    Trump wiederum sprach bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus von einer „wirkmächtigen Therapie“ mit einer „unglaublichen Erfolgsrate“. Seine Aussagen waren aber nicht von der schriftlichen Genehmigung der FDA gedeckt, die angesichts der bislang unzureichenden Datenlage vorsichtig von einer möglichen positiven Wirkung sprach.

    Trump war am Wochenende in die Kritik geraten, weil er Druck auf die FDA machte, Behandlungsmöglichkeiten und Impfungen möglichst schnell zu genehmigen. Trump hat wiederholt gesagt, er hoffe, dass es in etwa bis zur Wahl im November einen einsatzbereiten Corona-Impfstoff gebe. Derzeit laufen mehrere große klinische Studien zu Impfstoffen. Eine Verfügbarkeit vor nächstem Jahr gilt jedoch bei einer Prüfung unter Einhaltung der wissenschaftlichen Kriterien als unwahrscheinlich.

    Die Behandlung mit Plasma, dem sogenannten Rekonvaleszenten-Plasma, hat folgenden biologischen Hintergrund: Im Verlauf einer Infektion bildet das Immunsystem eines Menschen unter anderem Antikörper, um den eingedrungenen Erreger zu beseitigen. Diese Antikörper bleiben nach einer Infektion zumindest eine Weile im Körper erhalten. Man kann also aus dem Blut Genesener die Antikörper gewinnen und diese dann akut Erkrankten verabreichen – damit sie auch bei ihnen das Virus bekämpfen und die Schwere der Erkrankung abmildern.

    Die Corona-Pandemie ist in den USA weiterhin völlig außer Kontrolle. Die Behörden haben bisher rund 5,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet. Fast 177.000 Menschen starben.

    Mehr: Roche und Regeneron: Allianz der Antikörper-Spezialisten

    • dpa
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    1 Kommentar zu "Coronavirus: Trump spricht von „historischem Durchbruch“: USA erlauben Behandlung mit Blutplasma"

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    • Blutplasma im Kampf gegen einen Virus ist ein alter, aber bewährten Hut. Warum kommt die Meldung denn erst jetzt und nicht vor 6 Monaten? Es ist der Notnagel, an dem man sich versucht zu klammern, denn man bekommt den Virus nicht in den Griff und die Anzahl der Toten steigt und steigt und steigt. Auch ein Indiz, dass evtl. die dritte Phase der Impfstoffe nicht so gut läuft wie erwartet. Was die meisten immer noch nicht verstanden haben ist die Tatsache das Forschung Zeit braucht! Aber die Wirtschaft kennt nur Rhythmus und wir Menschen müssen uns diesem Rhythmus unterordnen. Von Ludwig Erhard stammt der Satz: "Die Wirtschaft muss den Menschen dienen!" und nicht umgekehrt. Allerdings scheint der Return on Invest mittlerweile im Heute zu liegen und nicht im Morgen!

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