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Coronavirus Unicredit-Volkswirt Rees: „Die Lieferketten sind die Achillesferse“

Der Deutschland-Chefvolkswirt der italienischen Großbank Unicredit sieht vor allem die deutsche Autobranche durch die Corona-Epidemie gefährdet.
25.02.2020 - 10:05 Uhr Kommentieren
Der Deutschland-Chefvolkswirt der italienischen Großbank sieht konkrete Auswirkungen des Virus-Ausbruchs auf die Konjunktur. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Andreas Rees

Der Deutschland-Chefvolkswirt der italienischen Großbank sieht konkrete Auswirkungen des Virus-Ausbruchs auf die Konjunktur.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Herr Rees, in Italien gibt es nun im ersten europäischen Land einen größeren Ausbruch der Corona-Epidemie. Wie verändert das Ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Perspektiven für Deutschland?
Ehrlich gesagt, um das einzuschätzen, schaue ich stärker nach China als nach Italien. Was in China passiert, strahlt wegen des fast 20 Prozent großen Anteils Chinas am globalen Bruttoinlandsprodukt sehr stark auf die Weltwirtschaft aus – von deren Wohl und Wehe wiederum die exportorientierte deutsche Wirtschaft stark abhängt. Außerdem haben viele deutsche Unternehmen in China investiert oder setzen dort einen beträchtlichen Teil ihrer Produkte ab.

Noch scheint es nicht gelungen zu sein, die globale Ausbreitung des neuartigen Virus einzudämmen. Wie stark wird das Ihrer Einschätzung nach das deutsche Wirtschaftswachstum drücken?
Die Unsicherheit, wie es mit dieser Epidemie weitergeht, ist so groß, dass das derzeit niemand seriös beziffern kann. Wir gingen bisher von 0,2 Prozent Wachstum in Deutschland im ersten Quartal und 0,7 Prozent im Gesamtjahr aus. Klar ist, dass die Risiken für diese Prognose eher nach unten zeigen.

Wann werden wir mehr wissen?
Das könnte noch gut einen Monat dauern. Erst einmal werden nachlaufende Indikatoren hereinkommen, wie die Industrieproduktion im Januar. Die könnte nach dem sehr schlechten Dezemberwert durchaus einen Anstieg verzeichnen. Aber davon darf man sich natürlich nicht blenden lassen.

Wo liegt die Hauptgefahr?
Die sehe ich bei einer anhaltenden Unterbrechung der internationalen Lieferketten. Die sind sehr komplex geworden und betreffen Produktionsstätten in vielen Ländern. Diese komplexen Lieferketten sind die Achillesferse der globalisierten Wirtschaft. Aber nachhaltige Unterbrechungen der Lieferketten sind sehr seltene und spezielle Ereignisse. Deshalb fehlen uns hier die Erfahrungswerte. Am nächsten kommt vielleicht noch das Unglück in Fukushima. Aber damals waren die Produktionsausfälle nur temporär und auf Japan begrenzt.

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    Welche Branchen würde es in Deutschland besonders hart treffen, wenn sich die Epidemie nicht eindämmen lässt und in vielen Ländern die Produktion stillgelegt wird?
    Am anfälligsten sind vermutlich die Autohersteller. Sie haben mit über 30 Milliarden Euro am meisten in Produktionsanlagen in China investiert. In anderen Branchen sind es weniger als zehn Milliarden. Und die Produktionsanlagen für Zwischenprodukte erstrecken sich bei den Autoherstellern über mehr Länder und Branchen, als das in anderen Industriezweigen der Fall ist.

    Mehr: Im Kampf gegen das Coronavirus sollte der Westen alles tun, um China zur Seite zu stehen. Denn er ist selbst betroffen – nicht nur wirtschaftlich.

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