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Coronavirus Virusbekämpfung und Wirtschaft hochfahren: China versucht den Spagat

Die chinesische Regierung will, dass die Wirtschaft zurückkehrt zur Normalität. Zugleich soll das Coronavirus in Schach gehalten werden.
03.03.2020 - 19:21 Uhr Kommentieren
Die Zahl der neu Infizierten in China sinkt seit Tagen. Quelle: AFP
Coronavirus

Die Zahl der neu Infizierten in China sinkt seit Tagen.

(Foto: AFP)

Peking Im Stadtbild Pekings scheint derzeit noch immer wenig normal. An den Eingängen vieler Wohnhaussiedlungen stehen kleine blaue Plastikzelte. Darin warten Sicherheitsleute, die die Temperatur der Bewohner kontrollieren. Die meisten Restaurants sind leer. Auf den Straßen herrscht allenfalls minimal mehr Betrieb als in der vergangenen Woche.

Dabei sinkt die Zahl der mit dem Coronavirus neu Infizierten in China seit mehreren Tagen. Am Dienstag meldete die chinesische Gesundheitsbehörde die niedrigste Zahl, seit China das erste Mal im Januar nationale Daten veröffentlicht hatte.

Dennoch hat die chinesische Hauptstadt in den vergangenen Tagen ihre Sicherheitsmaßnahmen zur Prävention sogar noch weiter erhöht. Neue Vorgaben regeln nun etwa, wie viele Menschen sich maximal zur gleichen Zeit in einem Supermarkt aufhalten dürfen.

Chinas lokale Führungsebene befindet sich in einer schwierigen Situation, denn die Zentralregierung, nach der sie sich richten muss, sendet widersprüchliche Signale: Mitte Februar hatte Chinas Premierminister Li Keqiang die Erhaltung der Beschäftigung, sprich das Hochfahren der Wirtschaft, zur „dringenden Priorität“ erklärt.

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    Anfang dieser Woche mahnte er jedoch, dass die strengen Präventions- und Kontrollmaßnahmen beibehalten werden müssten. Man befinde sich in einer „kritischen Phase“ der Seuchenbekämpfung. Auch Experten warnen, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass die Fallzahlen wieder steigen, sobald Restriktionen aufgehoben werden. Ungeklärt ist zudem, ob sich eine Person zweimal mit dem Virus anstecken kann.

    Die Lokalregierungen versuchen den Spagat. Mittlerweile haben insgesamt 19 Provinzen ihren Alarmstatus von der höchsten Gefahrenstufe 1 auf Stufe 2 oder 3 gesenkt. Neun Provinzen senkten ihn am Montag, zehn hatten ihn vergangene Woche geändert. Die Stufe sagt etwas darüber aus, wie hoch die Ansteckungsgefahr ist und wie hoch die Betroffenheit der Provinzen.

    Die Nervosität unter den Lokalregierungen ist groß, denn die Krise hat bereits einige Staatsvertreter ihren Job gekostet. Keiner will einen Fehler machen.

    „Die lokalen Regierungen sind sehr unterstützend dabei, dass die Unternehmen ihre Arbeit wieder aufnehmen können“, sagte Jens Hildebrandt, Chef der deutschen Außenhandelskammer in Peking, dem Handelsblatt. Er schätzt, dass derzeit etwas mehr als 70 Prozent der deutschen Firmen in China wieder ihre Arbeit aufgenommen haben.

    Allerdings änderten sich die Bedingungen derzeit täglich. „Dort, wo es neue Fälle von Infizierten gibt, werden die Maßnahmen wieder hochgefahren“, hat Hildebrandt beobachtet.

    „Es wird von Tag zu Tag lockerer“, sagt Stefan Kracht, Geschäftsführer der Beratungsfirma Fiducia, die in Hongkong, Schanghai und Peking Büros hat. Von Normalität ist jedoch auch sein Unternehmen noch entfernt. Alles sei mit viel mehr Aufwand verbunden, täglich müssten neue Absprachen mit lokalen Behörden oder den sogenannten Nachbarschaftskomitees getroffen werden, sagt Kracht. Auch Reisen seien nach wie vor schwierig.

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    Laut offiziellen Zahlen der Nationalen Statistikbehörde, die am Samstag veröffentlicht wurden, haben 85,6 Prozent der großen Produktionsunternehmen ihre Arbeit wieder aufgenommen. Bei den zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen sieht es jedoch deutlich trüber aus. Laut Daten von Ende Februar liegt deren Produktion derzeit nur bei rund einem Drittel der Kapazität.

    Medienberichte werfen zudem Zweifel auf, ob die an die Zentralregierung gemeldeten Zahlen die Wirklichkeit reflektieren. Laut der chinesischen Wirtschaftszeitung „Caixin“ halten Lokalregierungen Unternehmen offenbar dazu an, falsche Angaben über ihre Produktionsauslastung zu machen.

    Sie sollen ihre Computer und Maschinen laufen lassen, ohne tatsächlich zu arbeiten. So kann dem Wunsch der Zentralregierung zumindest auf dem Papier entsprochen werden, ohne dass die Präventionsmaßnahmen runtergefahren werden.

    Mehr: So läuft Chinas Kampf gegen eine zweite Corona-Welle

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