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Covid-19-Infektionen Die nächste Corona-Welle rollt: Asien macht wieder dicht

Erneut werden Freiheiten kassiert: Thailand riegelt Bauarbeiter-Unterkünfte ab, Bangladesch verhängt eine Ausgangssperre, Indonesien stellt Hunderte Gemeinden unter einen Lockdown.
30.06.2021 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Thailand ist eines von mehreren asiatischen Ländern, die angesichts steigender Infektionszahlen wieder stärkere Einschränkungen verhängen. Quelle: dpa
Kundin vor einem Drogeriemarkt in Bangkok

Thailand ist eines von mehreren asiatischen Ländern, die angesichts steigender Infektionszahlen wieder stärkere Einschränkungen verhängen.

(Foto: dpa)

Bangkok Die Kräne stehen noch, doch die Arbeiten an Bangkoks neuen Wolkenkratzern und Einkaufszentren sind zum Stillstand gekommen. Weil sich zuletzt Coronavirus-Infektionen an den Baustellen der thailändischen Megacity häuften, verordnete die Regierung von Südostasiens zweitgrößter Volkswirtschaft der Bauindustrie eine 30-tägige Zwangspause, die am Montag startete.

Mehr als 500 Camps, in denen Bauarbeiter meist in einfachen, provisorischen Unterkünften leben, wurden von staatlichen Einsatzkräften abgeriegelt. Rund 80.000 Menschen, hauptsächlich Arbeitsmigranten aus Nachbarländern wie Kambodscha und Myanmar, sind von der Isolierungsmaßnahme betroffen. Einige asiatische Länder verhängen wieder Einschränkungen:

  • Thailand ist eines von mehreren asiatischen Ländern, die angesichts steigender Infektionszahlen wieder stärkere Einschränkungen verhängen.
  • In Indonesien werden mehr als 1000 Gemeinden unter einen Lockdown gestellt.
  • Bangladesch plant ab Donnerstag landesweit umfassende Ausgangssperren für die 168 Millionen Einwohner.
  • Malaysia verlängerte Lockdown-Maßnahmen, die bereits seit Anfang Juni gelten.
  • Und auch in Teilen Indiens kommt es zu neuen Restriktionen.

Im westindischen Bundesstaat Maharashtra, in dem die Finanzmetropole Mumbai liegt, gelten seit Montag eingeschränkte Öffnungszeiten für den Einzelhandel. Restaurants dürfen keine Gäste mehr empfangen, sondern nur noch Essen für den Verzehr außer Haus verkaufen. Öffentliche Nahverkehrszüge können nur noch von medizinischem Personal und anderen als essenziell eingestuften Arbeitskräften benutzt werden.

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    Indiens Angst vor der Virusvariante Delta plus

    Maharashra reagiert damit auf die Ausbreitung der neuen Delta-plus-Variante, die von der Zentralregierung vergangene Woche als „besorgniserregend“ eingestuft wurde und die laut den indischen Gesundheitsbehörden noch ansteckender sein soll als die ohnehin bereits hochinfektiöse herkömmliche Delta-Variante. Sie weckt in dem 1,4 Milliarden Einwohner großen Land die Angst vor einer dritten Ansteckungswelle. Bisher gibt es davor kaum Schutz: Erst ein Fünftel der Bevölkerung hat mindestens eine Impfdosis erhalten.

    Die Delta-Variante führt auch im Nachbarland Bangladesch zu einem schnellen Anstieg der Neuinfektionen. Die Regierung in Dhaka will deshalb das öffentliche Leben ab Donnerstag für eine Woche weitgehend lahmlegen. Die Einwohner dürfen ihr Zuhause dann nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

    Die Ankündigung veranlasste Zehntausende Menschen zur Flucht aus der Hauptstadt – viele versuchten, noch vor Beginn des Lockdowns in ihre Heimatdörfer zu gelangen. Fährverbindungen waren am Montag heillos überfüllt.

    Mit 119 offiziell bestätigten Todesfällen verzeichnete Bangladesch am Sonntag den höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Beobachter gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen und viele Infektions- und Todesfälle nicht in die Statistiken einfließen.

    Auch Indonesien kämpft derzeit mit neuen Höchstwerten. Am Sonntag verzeichneten die Behörden 21.342 Ansteckungen und 409 Todesfälle. Die Provinz Zentraljava – eine der bevölkerungsreichsten des Landes – stellt wegen der Virusausbreitung ein Viertel ihrer 5700 Gemeinden unter einen Lockdown, wie die Lokalregierung am Montag bekannt gab.

    Sicherheitskräfte sollen überwachen, dass niemand die abgeriegelten Gegenden verlässt. Bereits vergangene Woche hatte Wirtschaftsminister Airlangga Hartarto die Schließung von Schulen und Bars in den am stärksten betroffenen Gegenden angeordnet. Büros, Restaurants und Einkaufszentren dürfen mit einer Kapazität von 25 Prozent arbeiten.

    Malaysia kündigt neues Konjunkturpaket an

    In Malaysia beschloss die Regierung, einen Lockdown, der ursprünglich am Montag enden sollte, wegen anhaltend hoher Fallzahlen unbefristet fortzuführen. Die Regelungen sehen vor, dass nur essenzielle Produktionsanlagen und Dienstleistungsbetriebe geöffnet bleiben dürfen. Einkaufszentren, Schulen und öffentliche Parks sind geschlossen. Die Gesundheitsbehörden meldeten indes, dass die Intensivbetten fast vollständig belegt sind.

    Um die Wirtschaft zu stützen, verkündete die Regierung in Kuala Lumpur am Montag ein weiteres Konjunkturpaket – bereits das vierte in diesem Jahr. Es sieht Ausgaben in Höhe von 36 Milliarden Dollar vor. Davon sollen rund zweieinhalb Milliarden Dollar für Geldtransfers an die Bevölkerung verwendet werden.

    Zudem soll es jedem Bürger möglich sein, die Rückzahlungsraten von Krediten für ein halbes Jahr aufzuschieben. „Sehr viele Menschen haben gerade finanzielle Schwierigkeiten“, sagte Regierungschef Muhyiddin Yassin. „Ich verspreche, dass wir trotz eines begrenzten fiskalischen Spielraums das Wohlergehen der Bevölkerung priorisieren.“

    Auch sein thailändischer Amtskollege Prayut Chan-ocha versprach am Montag Hilfen für die Betroffenen der neuen Corona-Maßnahmen: Er will dafür rund 235 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Neben den Baustellen müssen in der Hauptstadt Bangkok seit Montag auch die Gasträume von Restaurants schließen – erlaubt ist nur noch Außer-Haus-Verkauf.

    Menschen sitzen nach ihrer Impfung in einem Wartebereich. Quelle: dpa
    Impfzentrum in Bangkok

    Menschen sitzen nach ihrer Impfung in einem Wartebereich.

    (Foto: dpa)

    An dem geplanten Neustart des Tourismusgeschäfts will er trotz steigender Infektionszahlen festhalten. In einem Pilotprojekt dürfen ab Donnerstag vollständig geimpfte Urlauber auf die Ferieninsel Phuket reisen und müssen dort nicht in Quarantäne.

    Der Massentourismus, der Thailands Wirtschaft bis zum Beginn der Pandemie antrieb, dürfte aber vorerst ausbleiben: Die lokalen Behörden rechnen für das dritte Quartal gerade einmal mit 100.000 internationalen Gästen auf Phuket. Noch 2019 empfing Thailand pro Quartal durchschnittlich zehn Millionen Reisende.

    Mehr: Angst vor der Delta-Variante: Diese Einreiseregeln gelten weltweit

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    1 Kommentar zu "Covid-19-Infektionen: Die nächste Corona-Welle rollt: Asien macht wieder dicht"

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    • Natürlich, "The Show must go on...".

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