Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Covid-19 So läuft Chinas Kampf gegen eine zweite Corona-Welle

Die Zahl der Neuinfektionen sinkt, Fabriken fahren den Betrieb wieder hoch. Trotzdem bleiben viele Chinesen skeptisch: Sie fürchten eine neue Infektionswelle.
03.03.2020 - 12:35 Uhr Kommentieren
Seit Montag produzieren die Fabriken in der ostchinesischen Provinz wieder. Quelle: dpa
Fabrik in Zhejiang

Seit Montag produzieren die Fabriken in der ostchinesischen Provinz wieder.

(Foto: dpa)

Peking Eigentlich sind es gute Nachrichten: Am Montag registrierte die chinesische Gesundheitskommission lediglich 125 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. 31 Menschen seien an der Krankheit verstorben.

Die überwältigende Mehrheit der neu infizierten Patienten kam aus der zentralchinesischen Provinz Hubei, dem Krisenherd des Covid-19-Ausbruchs. Nur elf Fälle traten im Rest des chinesischen Festlands auf. Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer in China bei 2943 und die der Ansteckungen bei 80.151.

Wuhan konnte am Montag sogar das erste von 16 speziell errichteten Krankenhäusern schließen, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV am Montag. „Der schnell steigende Trend von Virusfällen in Wuhan wurde kontrolliert“, sagte Mi Feng, Sprecher der chinesischen Nationalen Gesundheitskommission, auf einer Pressekonferenz. „Ausbrüche in Hubei außerhalb Wuhans werden gebremst und Provinzen außerhalb von Hubei zeigen einen positiven Trend“, so Feng.

Bereits seit Tagen sinken die Fallzahlen in China und befinden sich nun auf dem tiefsten Stand seit dem 22. Januar – also kurz bevor die Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan und umliegenden Städte unter Quarantäne gestellt wurden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Auf einer Konferenz lobte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), China und drückte seine Zuversicht aus, dass das Land die Epidemie stetig besser in den Griff kriege.

    Dennoch sind viele Chinesen skeptisch. Zu groß ist die Gefahr einer zweiten Welle von Neuansteckungen. Auch wenn viele Mitarbeiter aus der Heimarbeit in ihren Büroalltag zurückkehren, nehmen die Fabriken und das normale Leben erst langsam wieder Normalbetrieb auf.

    Viele Wanderarbeiter, die aus ihrer Heimat in die Städte zurückkehren, beenden erst in den kommenden Tagen ihre zweiwöchige Quarantäne. Sollte sich auch nur ein Infizierter unter hunderten Arbeitern befinden, muss die Fabrik wieder schließen. Alle Angestellten müssten dann erneut 14 Tage in Quarantäne.

    Newsletter zum Thema: Corona Briefing

    Sie wollen ein regelmäßiges Update unserer Berichterstattung über die Auswirkungen des Corona-Ausbruchs auf Märkte, Wirtschaft und Gesellschaft? Hier geht es zur Anmeldung für unseren kostenlosen Handelsblatt-Corona-Newsletter.

    Zudem befürchten die chinesischen Behörden, dass nun durch die Einreise aus anderen internationalen Krisenherden neue Fälle eingeschleppt werden könnten. Sieben Fälle wurden zuletzt importiert, alle hatten engen Kontakt mit einer bereits infizierten Person in Italien gehabt und wurden nach ihrer Rückkehr positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Keiner von ihnen sei zuvor in der Provinz Hubei oder ihrer Hauptstadt Wuhan gewesen, so die Lokalregierung.

    Die Stadt Peking ordnete am Dienstag an, dass sich alle Reisenden aus Südkorea, Japan, Iran und Italien, wo zuletzt die Fallzahlen rasant zugenommen hatten, für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Auch Schanghai und die ostchinesische Provinz Guangdong, wo viele auf den Export ausgerichtete Werke stehen, gaben ähnliche Anweisungen.

    Die Gesundheitskommission Hubeis versprach am Dienstag, die strengsten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einsetzen zu wollen, um eine zweite Welle zu verhindern. Das Risiko von Neuerkrankungen sei nicht vollständig unter Kontrolle, sagte Hubeis Vize-Gouverneur Yang Yunyan am Dienstag und gab zu, dass es noch immer Unsicherheiten gebe.

    Im Rest Chinas wiederum will Mi Feng von der nationalen Gesundheitskommission „von der allgemeinen Eindämmung zur gezielten Eindämmung“ übergehen, wobei der Schwerpunkt innerhalb der Gemeinden und auf der medizinischen Behandlung vor Ort liegen solle.

    Auch weil die Angst vor Neuinfektionen groß ist, lockern die chinesischen Behörden nur sehr langsam ihre Auflagen. Bereits Ende Februar begannen einige Provinzen wie Liaoning, Yunnan oder Guangdong ihre Alarmstufen von eins auf zwei oder drei herunterzusetzen. Am Montag folgten nun auch die östlichen Provinzen wie Jiangsu und Zhejiang, wo sich eine Vielzahl von Fabriken und Umschlagplätzen befinden.

    China verfügt über ein vierstufiges Alarmstufensystem für Notfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit, das unter anderem festlegt, welche Maßnahmen in einer Region eingesetzt werden können. Eins gilt als höchste Stufe.

    Ein weiterer Grund für die fehlende Euphorie angesichts der sinkenden Fallzahlen mag auch das Misstrauen vieler Menschen gegenüber den offiziellen Statistiken sein. So wurde die Zählweise der nachgewiesenen Infektionen mehrfach geändert, was sich merklich auf die amtliche Statistik auswirkte.

    Wie das chinesische Magazin „Caixin“ berichtete, können beispielsweise Personen, die nachweislich infiziert sind, aber keine Symptome der Krankheit zeigen, seit Anfang Februar nicht mehr als neu bestätigte Ansteckungen mitgerechnet, sondern anderweitig aufgelistet werden.

    Dabei können solche Personen durchaus ansteckend sein. „Es zeigt sich, dass das Virus weiter verbreitet und schwieriger einzudämmen sein könnte, als wir denken, was vielleicht die wichtigste Komponente zu diesem Zeitpunkt ist“, zitierte „Caixin“ den Experten Michael Mina von der Harvard School of Public Health.

    Mehr: Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus, lesen Sie in unserem Newsblog.

    Startseite
    Mehr zu: Covid-19 - So läuft Chinas Kampf gegen eine zweite Corona-Welle
    0 Kommentare zu "Covid-19: So läuft Chinas Kampf gegen eine zweite Corona-Welle"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%