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Cyberkriminalität Wannacry, Sony-Hack, Bangladesch-Raub – USA beschuldigen Nordkoreaner

Die US-Justiz geht gegen einen Hacker Nordkoreas vor, auch um den Druck auf das Land zu erhöhen. Es gibt jedoch Zweifel an der Methode.
Update: 07.09.2018 - 01:29 Uhr Kommentieren
Vertreter des US-Justizministeriums und des FBI stellen in Los Angeles ihre Ermittlungsergebnisse vor. Quelle: AFP
Gesuchter Nordkoreaner

Vertreter des US-Justizministeriums und des FBI stellen in Los Angeles ihre Ermittlungsergebnisse vor.

(Foto: AFP)

WashingtonKnapp vier Jahre nach dem Hackerangriff auf die Filmproduktionsfirma Sony Pictures hat das US-Justizministerium Anklage gegen einen nordkoreanischen Programmierer erhoben. Dieser habe bei dem Angriff im Auftrag der nordkoreanischen Regierung gearbeitet, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Auch an dem massiven Wannacry-Angriff von 2017 und dem Raub von 81 Millionen Dollar von der Zentralbank in Bangladesch sei er beteiligt gewesen.

Eine Strafanzeige ist laut dem „Wall Street Journal“ auf den 8. April datiert. Sie wurde jedoch erst am Donnerstag bekanntgegeben. Der Beschuldigte, der sich mutmaßlich in Nordkorea befindet, habe sich mit anderen zusammengeschlossen, um eine Reihe von Angriffen zu verüben, erläuterte das Justizministerium.

Es handele sich um einen der komplexesten Fälle der Cyberkriminalitätsermittlungen überhaupt, sagte der für die nationale Sicherheit zuständige stellvertretende Justizminister John Demers. Eine Sony-Sprecherin kommentierte den Fall auf Anfrage nicht.

Um Beweise für die vermeintlichen Straftaten des Hackers zu sammeln, untersuchten die Ermittler eigenen Aussagen zufolge komprimierte Computer. Zudem seien mehr als 100 Durchsuchungsbefehle ausgestellt worden, um Zugang zu mehr als 1000 E-Mails sowie Social-Media-Profilen zu bekommen.

Der Fall ist der erste, der explizit auf staatlich unterstützte Hacker in Nordkorea abzielt. Er wurde nur wenige Tage vor dem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni eröffnet.

Das Justizministerium lehnte es aber ab zu erklären, wieso der Fall erst so spät publik gemacht wurde. Die Behörde sagte dazu nur, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung einer solchen Untersuchung mit mehreren Faktoren zusammenhängt, beispielsweise wann sie die größten Auswirkungen hat.

Die USA werfen Nordkorea unter anderem vor, Ende 2014 wegen des Films „The Interview“ in das Sony-Computernetz eingedrungen zu sein und dabei massenhaft Daten gestohlen zu haben. In der Komödie mit James Franco und Seth Rogen geht es um ein fiktives Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, der Film hatte die Führung in Pjöngjang immens verärgert.

Unter Ex-Präsident Barack Obama waren wegen des Angriffs neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängt worden, unter anderem gegen den wichtigsten Geheimdienst und das staatliche Waffenhandelsunternehmen sowie zehn Einzelpersonen.

In den vergangenen Jahren hat das US-Justizministerium Anklagen gegen Hacker aus China, dem Iran und Russland vorgebracht, um so die Länder öffentlich in Verlegenheit zu bringen, weil sie Cyberangriffe auf US-Unternehmen unterstützt haben sollen.

Doch zweifeln manche an der Wirkung solcher Maßnahmen. So auch Blake Darche, ehemaliger Hacker der Nationalen Sicherheitsbehörde und Mitgründer der Sicherheitsforma Area 1 Security: Die Vorwürfe sind „süß, aber unwirksam“, sagt er. „Die Angriffe werden sich fortsetzen“

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