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Das Titanic-Szenario Der Euro steuert auf den Eisberg zu

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23. Juli 2012: Der Bundestag lehnt Euro-Bonds und Marshallplan ab.

Der Bundestag berät über das eilig formulierte Gesetz zur Einführung von Euro-Bonds. Auch über eine stärkere Wirtschaftsförderung für Italien und Spanien soll diskutiert werden. Am Vorabend der Beratungen haben FDP- und Unionsfraktion Zählappelle durchgeführt. „Die Mehrheit steht“, sagten danach die Fraktionsvorsitzenden. Trotz der sechs Austritte hat die Koalition noch eine Mehrheit von 14 Sitzen. Auf Stimmen aus der Opposition will sich Merkel nicht stützen – sie verbindet die Abstimmung mit der Vertrauensfrage.

Die Debatte im Bundestag verläuft hitzig. SPD-Finanzexperte Peer Steinbrück wirft der Kanzlerin vor, mit ihrem ständigen Zögern vor jedem Schritt die Euro-Rettung immer teurer gemacht zu haben. Schon im Juli 2011 hatte er der Kanzlerin vorgehalten: „Die Horrorvision einer Transferunion halte ich für absurd, weil wir es längst mit einer Transferunion zu tun haben.“ Damals hatte sich die SPD für Euro-Bonds ausgesprochen. Inzwischen rücken aber auch immer mehr SPD-Politiker angesichts der wachsenden Wut der Bürger davon ab.

Aus den eigenen Reihen spürt die Kanzlerin Widerstand. CSU-Chef Horst Seehofer greift sie an: „Es ist dem deutschen Steuerzahler nicht mehr zuzumuten, auch nur einen weiteren Euro für Südeuropa zu zahlen“, poltert er. Das ist nicht originell, aber Seehofer trifft Volkes Stimmung.

Als Merkel ans Rednerpult tritt, spricht sie ungewohnt emotional: „Es geht hier um die Zukunft Europas, und, ja, es geht womöglich auch um Krieg und Frieden“, ruft sie ins Plenum. „Wir alle müssen jetzt über unseren Schatten springen, um die europäische Idee zu retten.“

Als das Abstimmungsergebnis bekanntgegeben wird, wird sie bleich. Weil sich der größte Teil der Opposition enthält, scheitert das Gesetz. Die FDP erklärt ihren Austritt aus der Koalition.

Gespräche über eine Große Koalition scheitern – Union und SPD einigen sich auf Neuwahlen in sechs Monaten. Bis dahin will Merken mit einer Minderheitsregierung, die von der SPD toleriert wird, weiterregieren. Meinungsumfragen sehen die obskure, erst vor kurzem gegründete „Deutschlandpartei“ bei über 15 Prozent.

In den folgenden Tagen spielen die Finanzmärkte verrückt. Anleger flüchten aus dem Euro und auch aus Staatsanleihen der europäischen Staaten, bis auf Deutschland. Die Börsen brechen um zehn Prozent ein, der Dax fällt unter die Marke von 2 500 Punkten.

In Paris, Rom und Madrid formieren sich Demonstrationszüge gegen Deutschland.

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5. August 2012: Auf einem Geheimtreffen in Deauville beschließen Merkel und Sarkozy den Nord-Euro.
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81 Kommentare zu "Das Titanic-Szenario: Der Euro steuert auf den Eisberg zu"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich stimme dem zu, habe aber einen anderen Startpunkt, der viel näher in der Zukunft liegt.

    In der jetzigen Situation Europas haben alle Führer dasselbe Problem: Sie brauchen ein Ereignis, dass sie aller Verantwortung enthebt und ihr Volk in eine Richtung lenkt, welches die Folgen dieses Ereignisses dann ungeachtet aller finanziellen oder sozialen Nachteile als gottgegeben und somit freiwillig anzunehmen bereit ist. Die Alternative bedeutet nämlich, dass diese Führer noch eine gewisse Zeit Unfrieden verbreiten können und dann von ihren programmgemäß radikalisierten Völkern erschlagen werden.

    In ein paar Wochen sind ja die olympischen Spiele, deren Eröffnungsfeier wahrscheinlich wieder eine Milliarde Menschen rund um den Globus verfolgen werden. Tausende Kameras werden da sein und jede noch so kleine Einzelheit aufzeichnen. Alle Länder Europas werden dann zum gleichen Zeitpunkt durch ihre Athleten an einem Punkt der Welt vertreten sein. Ein Anschlag, und wenn er kommt wird er fatal sein, wird eine Maschinerie in Gang setzen, die kaum vorstellbar ist. Es wird ablaufen wie bei 9/11, als die Welt tagelang durch die einseitige Berichterstattung wie gelähmt vor den Bildschirmen verbrachte. Was im Hintergrund geschah ist mittlerweile traurige Geschichte.

    Die Finanzkrise tritt in Lichtgeschwindigkeit in den Hintergrund, während die Medien tagelang auf allen Kanälen immer nur dieselben Bilder mit den passenden Experten zeigen. In dieser Zeit werden im Hintergrund alle fehlenden oder blockierten Verträge abgeschlossen und Eurogendfor bekommt den ersten großen Auftrag. Die Vorratsdatenspeicherung ist sofort in Kraft und die totale Überwachung somit perfekt. Das Internet wird mit der Begründung der Abwehr terroristischer Aktivitäten abgeschaltet. Viele andere Dinge fallen mir auch noch spontan ein.

    Das Volk wird es akzeptieren, weil die Begründung so alternativlos einfach ist.

    Danach ist Krieg jeder gegen Jeden.

    Ich hasse meine Phantasie.















  • Hoppla, ich vergaß die möglichen negativen Auswirkungen der neuen Währung: Der USD rutscht in tiefste Tiefen und pendelt sich bei 5 Cent/Neu-Euro ein; die Anleger stürzen sich auf die neue Währung; die USA stehen kurz vor der Pleite, weil keiner mehr USD haben will. Da verliert durch einen unglücklichen Zufall ein US-Bomber (der eigentlich in den Iran fliegen wollte, sich aber verirrt hat) über Deutschland ein paar Bomben - die wichtigsten Industrieanlagen sind platt. Die USA entschuldigen sich zwar sofort für dieses Versehen, es kann aber dennoch auf Jahre hinaus hier nicht mehr viel produziert werden. Eine andere Version: Einige wichtige Menschen aus Politik und Wirtschaft werden von Autobomben zerfetzt. Zwei Stunden später ist klar, daß die RAF-Aktivisten aus ihren Gräbern auferstanden sind und Deutschland zerstören wollen. Die verbleibenden Politiker und Bosse werden ganz kleinlaut und machen alles, was einige Leute mit Schlapphut ihnen "vorschlagen". Europa ade - Deutschland ade!

  • Hoppla, ich vergaß die möglichen negativen Auswirkungen der neuen Währung: Der USD rutscht in tiefste Tiefen und pendelt sich bei 5 Cent/Neu-Euro ein; die Anleger stürzen sich auf die neue Währung; die USA stehen kurz vor der Pleite, weil keiner mehr USD haben will. Da verliert durch einen unglücklichen Zufall ein US-Bomber (der eigentlich in den Iran fliegen wollte, sich aber verirrt hat) über Deutschland ein paar Bomben - die wichtigsten Industrieanlagen sind platt. Die USA entschuldigen sich zwar sofort für dieses Versehen, es kann aber dennoch auf Jahre hinaus hier nicht mehr viel produziert werden. Eine andere Version: Einige wichtige Menschen aus Politik und Wirtschaft werden von Autobomben zerfetzt. Zwei Stunden später ist klar, daß die RAF-Aktivisten aus ihren Gräbern auferstanden sind und Deutschland zerstören wollen. Die verbleibenden Politiker und Bosse werden ganz kleinlaut und machen alles, was einige Leute mit Schlapphut ihnen "vorschlagen". Europa ade - Deutschland ade!

  • Könnte alles so ablaufen, ist sogar ziemlich wahrscheinlich. Nur der Schluß wäre mit Sicherheit ein anderer. Deutsche Produkte würden auf dem Weltmarkt nämlich billiger, denn Rohstoffe, Energie und in östlichen Ländern vorgefertigte Teile wären um 40% billiger zu haben, d.h., wir hätten dann weit und breit für unsere preiswerten Qualitätsprodukte keine Konkurrenz mehr. Auch für Otto Normalverbraucher gingen die Preise für importierte Güter runter; von der Banane bis zum Heizöl, vom Urlaub im sonnigen Süden ganz zu schweigen, alles wesentlich günstiger zu haben. Und unsere Wirtschaft würde im Geld schwimmen, da diese neue Währung eine der stabilsten der Welt wäre und für Anleger hoch interessant. Meine Hoffnung ist, daß unsere Regierung nicht bis zum letzten Drücker mit dem Austritt wartet, sondern schon 2012 die Reißleine zieht.

  • Eurotator sagt:

    Ja ist denn schon wieder 1. April?!
    Also die Sache mit dem Silbereisen gefällt mir fast so gut wie die mit dem Goldlöckchen!
    Ich bin dafür alle Währungen abzuschaffen! Hat doch eh keinen Sinn. Lasst uns wieder mit Kartoffeln, Kohlen, Ablaßbriefen und Fleischesdiensten handeln, es hat sich bewährt! Erst als die Könige, Fürsten und die späteren Klugscheißer kamen und für dolle Sprüche ein Salär haben wollten, geriet die Welt aus den Fugen.

  • Ein interessanter Artikel. In der Papierausgabe von 2./3. gibt es in der Grafik und rechts auf Seite 11 leider zweimal Slowenien und die Slowakei fehlt. Rechnet das Handelsblatt mit einer Annektion der Slowakei durch Slowenien bis 2013? ;-)

  • Moin,
    war lustig zu lesen, ihr worstcase scenario.
    Ich habe vermisst, was wurde denn aus der Schweiz, angesichts der Bindung des Franken an den Euro, wenn der Euro auf 98 cent fällt ?

  • Euro und "EU"......ohne jedwede Beteiligung, sprich Volksentscheide, von "EU"-Fanatikern gegen Grundgesetz und Volksvermögen.......die Zukunft Deutschlands zerstört. Es kommt zum Aufstand, Bürgerkrieg. Die Verantwortlichen flüchten. Die "EU" zerfällt, der Euro endgültig für tot erklärt.
    10 Jahre später.....Deutschland hat die DM wieder eingeführt und kommt ganz ohne "EU" und Brüssel bestens zurecht. Deutschland liegt wieder auf den wirtschaftlich ersten Plätzen und kümmert sich einzig und allein um seine eigenen Interessen!!!

  • r.jonasson, bitte nehmen Sie sich die Zeit und erklären,was Sie mit dem "Fundament aus Lug und Trug" meinen, was mit "gebrochenen Verträgen und Versprechungen"?

  • @Machiavelli
    Warum ein Nord-Euro? Ganz einfach, weil es dann auch einen Süd-Euro geben wird und die Länder dieser Währungszone innerhalb der EU duch Abwertung ihrer Währung wettbewerbsfähiger werden. Zudem würden sie infolge des starken Nord-Euros nicht mehr soviel aus D. importieren und das jetzt herrschende Ungleichgewicht verringern, was ihren eigenen Volswirtschaften zugute kommt. Nord-Euro und Süd-Euro nutzt allen. Nur die Banken würden jammern, zumindest eine Zeit lang.

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