Zum Davos 2016 Special von Handelsblatt Online

Weltwirtschaftsforum Davos Wirtschaft, sei optimistisch!

Verunsicherung und Weltuntergangsprognosen sind fehl am Platz. Stattdessen sollte die globale Elite beim Weltwirtschaftsforum zuversichtlich in die Zukunft blicken. Ein Kommentar.
11 Kommentare
Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun.
Daumen hoch!

Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun.

Es gibt eine alte Regel beim Weltwirtschaftsforum: Meistens kommt es anders, als es sich die globale Elite auf ihrem Gipfel in den Schweizer Bergen ausmalt. Das gilt besonders dann, wenn sich viele Manager und Politiker angesichts zahlreicher Krisen in Untergangsprognosen flüchten.

Glaubt man den Umfragen, die zum Auftakt des globalen Brainstormings veröffentlicht wurden, dann steht die Führungselite der Welt heute erneut mit weichen Knien am Abgrund: bedrückt von der wachsenden sozialen Ungleichheit, erschüttert von den Turbulenzen auf den Öl- und Rohstoffmärkten, geschwächt von der wirtschaftlichen Müdigkeit Chinas, verängstigt von den Bürgerkriegen im Nahen Osten und den Flüchtlingsströmen in Europa sowie verunsichert von einer technologischen Revolution, die Arbeitsplätze ebenso hinwegfegt wie Geschäftsmodelle.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Der Autor

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.

Die Welt ist jedoch weder nach der Finanzkrise 2009 untergegangen noch wird sie das heute tun. Im Gegenteil: Trotz aller berechtigten Sorgen ob der weltweiten Unordnung haben wir allen Grund dazu, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Und das ist vor allem eben jener „vierten industriellen Revolution“ zu verdanken, die das Hauptthema des Weltwirtschaftsforums ist. So viel Zukunft war selten möglich: ob bei der Bekämpfung von Krankheiten, der produktiveren Organisation unserer Arbeitswelt, dem weltweiten Austausch von Ideen und Informationen – die Digitalisierung bietet ungeahnte Chancen, unser Leben zu verbessern. „Wir müssen den technologischen Wandel annehmen und dürfen uns ihm nicht in den Weg stellen“, sagte der ehemalige Bundesbank-Chef und heutige UBS-Banker Axel Weber zum Auftakt. Klar, die digitale Revolution birgt auch viele Risiken: für unsere Privatsphäre zum Beispiel, für unsere Jobs, die sich verändern oder vielleicht ganz verschwinden. Wandel ist immer anstrengend, weil man sich ständig dem Neuen anpassen muss. Aber diese Anpassungsfähigkeit ist genau der Schlüssel, damit der Umbruch eben nicht nur zur Zerstörung der alten, sondern auch zur Schöpfung einer neuen, besseren Welt führt.

Polizisten und Panzer für die Promis
Idylle mit Panzer
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Militärpolizei auf Patrouille: Nach den Anschlägen in Paris wurden die Sicherheitsvorkehrungen für das Weltwirtschaftsforum noch einmal erhöht.

Mit Überblick
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Scharfschützen der Schweizer Polizei bringen auf den Dächern rund um das Konferenzzentrum in Stellung.

Im Anflug
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Wichtige Staatsgäste, wie US-Vize-Präsident Joe Biden und seine Entourage, reisen mit Armee-Helikoptern an.

Kontrolle ist besser...
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Alle anderen sind auf das Auto angewiesen – und müssen die Polizei-Checkpoints an den Zufahrtstraßen nach Davos passieren.

Soldat auf Streife
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Neben der Graubündner Kantonspolizei sind auch tausende Soldaten für die Sicherheit der Konferenz-Teilnehmer verantwortlich.

Nato-Draht
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Meterhohe Zäune und Nato-Draht sollen Eindringlinge abschrecken.

Kein Durchblick für Zaungäste
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Wer keine Einladung hat und doch ein Blick auf die Reichen und Mächtigen werfen will, muss den Hals recken.

Die globale Elite sollte also möglichst schnell ihre Verzagtheit ablegen und sich an die Arbeit machen. Entscheidend ist nämlich, wie wir die zahlreichen Krisen und den technologischen Wandel managen. Da hilft es nicht, an alten Geschäftsmodellen festzuhalten – weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Gefragt sind Unternehmer – und zwar im klassischen Sinne des „Entrepreneurs“. Also Menschen, die etwas unternehmen, kreieren wollen, sei es mit einer neuen Geschäftsidee für die digitale Wirtschaft, sei es als politischer Unternehmer einer sich ebenfalls verändernden Zivilgesellschaft. Weder braucht man dafür ein riesiges Startkapital noch eine riesige Organisation. Den neuen Technologien sei Dank. „Wir wollten fliegende Autos und haben 140 Buchstaben (bei Twitter) bekommen“, hat der Technologieinvestor Peter Thiel einmal über die digitale Revolution gespottet. Nach den Fortschritten mit den fahrerlosen Karossen von Google und anderen Hightech-Firmen sind wir von fliegenden Autos nicht mehr so weit entfernt. Jetzt geht es vor allem darum, unsere anderen Ideen zum Fliegen zu bringen und die Chancen des Wandels zu nutzen. Die Manager und Politiker in Davos sollten dafür beherzt das Signal zum Aufbruch geben.

World Economic Forum Davos 2016
Themen einer 16-seitigen Beilage zum Treffen der globalen Elite aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter anderem:

  • Beschäftigt – Siemens-Chef Joe Kaeser erwartet einen Gesprächsmarathon. Warum er nach Davos fährt
  • Getrieben –Vorstand Philipp Rösler erklärt, wie das WEF die Mächtigen der Welt zusammenbringt. Ein Interview.
  • Verwandelt – Die Digitalisierung stellt Branche für Branche auf den Kopf. Beispiele aus Industrie und Finanzen.

  • Jetzt lesen: Den Digitalpass vier Wochen gratis testen und das komplette Handelsblatt Topic „World Economic Forum“ kostenlos als PDF downloaden oder die gedruckte Ausgabe am Mittwoch als Beilage im Handelsblatt am Kiosk erwerben.

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    11 Kommentare zu "Weltwirtschaftsforum Davos: Wirtschaft, sei optimistisch!"

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    • SWR lädt AfD aus TV-Runde aus, auf Druck von SPD/ Grüne!

      Die wahren Un-Demokraten haben ein Gesicht: Malu Dreyer und Winfried Kretschmann. Der Wähler in BW und RP sollte daraus seine konsequenten Schlüsse ziehen.

      Ein klarer Fall für die EU: Verstoss gegen den Rechtsstaatsmechanismus. Mal sehen, wann das Verfahren eingeleitet wird.

      Es zeigt mal wieder, der zwangsfinanzierte ÖR in Deutschland ist nicht neutral, sondern wird von den herrschenden Parteien dominiert.

    • Breaking News: Schlag gegen Schleuserring heute morgen in Deutschland

      Aussage der Staatsanwaltschaft: Staatsangehörigkeit, der aus Deutschland heraus operierenden Führungsorganisation ausnahmslos: Syrer!

      Ein weiteres Indiz dafür, dass wir vermutlich ein massives Problem in unserer Gesellschaft haben mit der Auswahl der Zuwanderer, die insb. Migranten aus einer bestimmten Region/ Weltanschauung betrifft.

      Aber wenn man das thematisiert, muss man mit politisch forcierter sozialer Ausgrenzung rechnen.

    • "Zerstören und erschaffen"oder "Dekonstruktivismus als Voraussetzung für konstruktives Handeln".

      In älteren Zeiten haben so etwas Kriege in Europa geleistet. Heute sind diese Kriege in die europäischen Peripherie verschoben und da zu beobachten, allerdings mit Folgeerscheinungen, die weit über die kriegführenden Regionen und Länder hinausweisen.

      Ob die Flüchtlingskrise in den Griff zu bekommen ist, wie es jetzt Österreich versucht, mit der von Kanzlerin Merkel weiter bekämpften "Obergrenze" bleibt abzuwarten.

      Eines ist unzweideutig, die europäsischen Staaten machen Politik auf eigene Rechnung, weder ist etwas von europäischer Solidarität zu sehen noch von zentralen Abstimmungsmustern im Rahmen der EU.

      Warum ist das so? Staaten haben in erster Linie Interessen, die sie selber definieren. Der deutsche idealistische romantische Zugang zur Politik, ist den anderen Staaten in Europa fremd, wenn nicht unheimlich.

    • Wen interssiert denn überhaupt noch die Wirtschaft. Es ist zwar nix in unserer nächsten Stadt passiert, man muss sich aber mal vorstellen, es ist dunkel und eine Frau läuft alleine auf eine Horde junger Männer (etwa 10) zu, die in einer Linie entgegenkommt.

      O.k. ich war dabei und es war hell und um uns noch weitere Menschen.

      100 m weiter nochmals an der Seite ca. 8 junge Männer, die lau herumschrien und auf die Erde r...en.

      Na ja, was will man dazu sagen. Man wird sich daran gewöhnen oder solche Städte zukünftig meiden und diese sich selbst überlassen.

      Das kennen wir von den prominenten Städten deren Zukunft in Deutschland die Tabelle im Ranking von hinten anführt.

      So sieht also die Zukunft aus. Köln u.a. Multikutistädte und Gebiete sind heute schon überfordert. Das ist schon seit Jahren zu spüren. Auch die Medien haben nicht rechtzeitig den Finger in die Wunde gelegt.

      Es kann ruhig ein weiter so geben. Es wird sich zukünftig nix in diesem Sozialstaat tun. In Hamm und Gelsenkirchen wohnt heute schon mehr als jeder Zweite (51,..%) mit einem Migrationshintergrund.

      Ich kann verstehen, dass Menschen in solchen Situationen Angst bekommen und sich bewaffnen.

      Zumindest hat man kein sicheres Gefühl in diesen Situationen. Und diese werden bis vor unseren eigenen Haustür täglich mehr.

      Wer will es den Menschen übel nehmen, dass solche Situationen von uns nicht positiv gesehen werden.

      Die Kanzlerin, die Politiker und sonstige der Ägide im Land sollten solchen dynamischen Fehlentwicklugen die auf die Bevölkerung zukommt nicht mit ihren Folgen unterschätzen.

      Das ist weitaus dynamischer wie die Wirtschaft die jährlich um die 1 Komma wächst.




    • Sie verwechseln da etwas, sie reden vom Leistungsprinzip, da bin ich ja voll mit ihnen, und natürlich wird es auch zukünftig Aufsteiger aus eigenem Antrieb geben. Es geht aber um die relative Verschlechterung solcher Zahlen im Vergleich zum leistungslosen Einkommen der Macht- und Geldeliten, und das ist auch empirisch nachgewiesen.

      Leistungsorientierte Marktwirtschaft ja, Macht- und Finanzkapitalismus nein!

    • Das ändert aber nichts an dem physikalischen Grundgesetz, dass der, der gute Ideen hat und hart arbeitet, erfolgreich sein wird und der, der keine Ideen hat und faul ist, es eben zu nichts bringt. Und noch was: Umverteilung bringt gar nichts! Denn wenn die mit den guten Ideen nicht mehr da sind und nicht mehr bereit sind, hart zu arbeiten, um das System zu alimentieren, gibt’s auch nichts mehr umzuverteilen!

    • Du lieber Himmel.

      Ob sie (und der Rest der Menschheit gleich mit) zuversichtlich in die Zukunft blicken kann oder nicht, hätte die „globale Elite“ doch ohnehin selbst in der Hand, wenn das tatsächlich von ihr abhängen sollte (wie Sie zu suggerieren scheinen)?

    • Jenseits von Optimismus und Pessimismus, ist Realismus angesagt.

      Und realistisch ist, dass 2016 ein Jahr mit vielen Inponderabilien sein wird. Ob es zu einer Krise wie 2008 kommen wird, wer weiß das schon außer den Besitzern von weissagenden Kristallkugeln.

      Ein bekannter und erfolgreicher Wunderheiler vom Bodensee, dessen Namen ich hier nicht erwähnen will, sagt, dass Frau Merkel von vielen unheilvollen geistigen Wesenheiten umgeben ist, die sie teilweise steuern, sog. Reptiloiden.

      Glaube ich das? Natürlich nicht, schließlich bin ich Realist, aufgeklärter Europäer
      und Bewohner dieses Planeten im 21. Jahrhundert.

      Merkel ist selbstverantwortlich! lol

    • Journalist Riecke sollte seine überheblichen Thesen einmal vor dem Multi-Millionenheer von Arbeitslosen und Minderbemittelten, den Opfern der EUR-Dauer- und Bankster-Rettung in ganz Südeuropa fabulieren. Die sog. Eliten, die sich gerade in der Schweiz zum entspannten Plausch im gepflegten Ambiente treffen, sind soweit weg von der Lebensrealität der meisten Bürger der westlichen Welt, wie die dunkle Seite des Monds von der Sonne. Von der Lebensrealität anderer Regionen in der Welt müssen wir gar nicht reden.

      Wir befinden uns in nichts weniger als einer massiven Systemkrise des ungezügelten Turbo-Kapitalismus, betrieben vor allem aus der angelsächsischen Finanzbranche, und das muss ich als überzeugter Anhänger einer (sozialen) Marktwirtschaft sagen.

      Das Ganze hat auch nicht mehr mit einer Leistungsgesellschaft zu tun, Oxfam hat in dieser Hinsicht Recht und spricht von einem Macht- und Privilegien getriebenen System, also so ziemlich das Gegenteil von Chancengleichheit und Leistungsorientierung.

      Die Globalisierung hat leider vor allem die aggressivsten Systeme zum Zuge kommen lassen, die nur sehr wenigen allg. Wohlstand bescheren und hat die ausbalancierten Systeme wie einst bis in die 1990er vor allem auch in Deutschland als Erfolgsmodell einer starken Mittelschicht, deutlich zurückgedrängt.

      Man muss daher leider eher pessimistisch sein, nicht hoffnungslos, aber man darf von den aktuellen Eliten nicht mehr viel erwarten.

    • Man hört zwar viel richtiges aus der CSU, ABER bisher hat sie nicht entsprechend gehandelt, sondern Merkel weiter unterstützt.

      Deshalb kann eine Änderung der aktuell völlig inakzeptablen unkontrollierten hin zu einer gesteuerten Zuwanderung mit Identitätsfeststellung nur durch eine starke AfD zustande kommen.

      Konservative sollten daher die AfD wählen.

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