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Digitale Spione Der kalte Cyber-Krieg

Angesichts der vielen anderen politischen Brandherde ist das Thema Internet-Sicherheit in Davos in den Hintergrund gerückt. Doch Experten warnen vor einem digitalen Kampf zwischen den Nationen.
1 Kommentar

Cyberattacken – Deshalb sind weltweit IT-Experten besorgt

Cyberattacken – Deshalb sind weltweit IT-Experten besorgt

DavosGreg Bell ist sich sicher: „Der nächste Krieg wird ein Cyberkrieg.“ Der Berater beobachtet, dass immer mehr Staaten weltweit in diesem Bereich in geradezu militärischer Manier aufrüsten. „Wir befinden uns in einer Art kaltem Cyberkrieg“, so der Experte, der das Globale Cyber-Sicherheits-Team bei KPMG leitet, bei einem Gespräch am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos. „Regierungen rund um die Welt möbeln ihre Fähigkeiten in diesem Gebiet auf. Sowohl zu defensiven als auch zu offensiven Zwecken.“

Die digitalen Angreifer aller Couleur, sie wachsen sich zunehmend zu einem riesigen Problem aus – und nach den Unternehmen und Privatpersonen steht immer mehr auch das politische System im Fokus. So richtig deutlich wurde das erstmals im US-Wahlkampf, in dem vermeintlich russische Hacker pikante Informationen über die demokratische Partei ergatterten und via WikiLeaks veröffentlichen ließen. Das hat möglicherweise die vom republikanischen Kandidaten Donald Trump gewonnene US-Präsidentschaftswahl mit beeinflusst.

Ein Szenario, dass auch für den Bundestagswahlkampf in diesem Herbst befürchtet wird. So rechnet der Bundesverfassungsschutz mit einem massiven Anstieg der Cyberattacken bis zu den Wahlen am 24. September. „Die Hinweise auf Versuche der Beeinflussung der Bundestagswahl im kommenden Jahr verdichten sich“, sagte kürzlich der BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen. „Im politischen Bereich stellen wir zunehmend aggressive Cyberspionage fest.“

Die besten Zitate des Tages
„Deutschland muss Führungsrolle in Europa übernehmen.“
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In einer Diskussionsrunde betont Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass „wir für etwas kämpfen, nicht gegen etwas“. Demokratie, offene Gesellschaften, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte seien die Punkte, für die Europa und die USA in ihrer Allianz geeint kämpfen. Zudem „muss Europa einen fairen Anteil an der Last schultern“.

„In den Industrieländern ist die Mittelschicht definitiv in der Krise.“
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IWF-Chefin Christine Lagarde sieht den Kampf gegen Ungleichheiten in der Gesellschaft als zentrales Element im Umgang mit Populisten. Ausufernde Ungleichheit sei kontraproduktiv für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds in Davos. Um dem gegenzusteuern, müsse unter anderem Reichtum umverteilt werden. Dies sei ein zentraler Punkt jeder Strategie, so Lagarde.

Globalisierung mit mehr Protektionismus in den einzelnen Ländern umzukehren, sei der falsche Weg.
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Laut der IWF-Chefin müsse eine Strategie gegen Ungleichheiten auch eine genaue Analyse beinhalten, wie neue Technologien den Arbeitsmarkt beeinflussen.

„Viele Menschen glauben, dass die politische Elite komplett versagt hat.“
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Die Leute seien laut Eric Cantor, Investmentbanker bei Moelis&Company, auf der Suche nach starken Führern, die auch ihre Identität bewahren könnten. Er sieht aber auch noch einen anderen Lösungsansatz: „Wenn wir das Vertrauen zurückgewinnen wollen, müssen wir vor allem das Problem der Einwanderung lösen.“

„Ich bin ein großer Fan der Globalisierung.“
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Auch der scheidende Vizepräsident der USA, Joe Biden, ist zu Gast. Die Globalisierung habe aber nicht nur positive Effekte. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffe, sei ebenso eine Folge der Globalisierung.

Russland will „die jahrzehntelangen Fortschritte“ zerstören.
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Weiterhin hat der 74-Jährige mit scharfen Angriffen gegen Russland zur Verteidigung der liberalen Weltordnung aufgerufen.

„Wir haben keine Vision in Europa.“
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Dem italienischen Finanzminister, Pier Carlo Padoan, fehlt ein Plan, den die Europäische Union den populistischen Kräften entgegensetzen kann. Europa habe keine Antwort auf Trump oder die Brexit-Entscheidung.

Die CDU und der Bundestag waren bereits Opfer von Cyberattacken. Doch noch viel mehr sind einzelne Individuen im Visier der digitalen Spione. Besonders Regierungsmitglieder, Bundestagsabgeordnete und Mitarbeiter der demokratischen Parteien seien gefährdet, so Maaßen. Mithilfe von Cyberattacken erhaltene Informationen könnten dazu genutzt werden, um Politiker zu diskreditieren.

Auch Bell sieht bislang noch das größte Risiko darin, dass die Angreifer aus dem Netz Politiker attackieren und von ihnen diskreditierende Informationen erbeuten. „In vielen Fällen sind es nicht Regierungsstellen die angegriffen werden, sondern Individuen oder Parteien.“

In der letzten Dekade seien viele staatliche oder regierungsnahe Hackergruppen herangewachsen, die vor allem aus finanziellen Motiven spioniert haben, so Bell. Jetzt würden diese Gruppen aber zunehmend auch im politischen Bereich aktiv. „Wenn eine Regierung eine andere Regierung (digital) angreift, um einen kritischen Teil ihrer Infrastruktur lahmzulegen, ist das dann schon ein Kriegsakt? Wir nähern uns hier wirklich Neuland.“

Zu solch größeren Attacken gegen andere Regierungen sei es bislang noch nicht gekommen, und das obwohl fast jede Regierung derzeit aufrüstet. „Was wir nur noch nicht gesehen haben, ist was in der Branche derzeit als Cyber Pearl Harbour diskutiert wird“, sagt Bell. „Sprich ein großer Angriff, der einen Regierung zu einer aggressiven Reaktion zwingt.“

Noch nicht, scheint der Sicherheitsexperte zwischen den Zeilen zu sagen. Nach der Kriegsrhetorik in der Handels- und Währungspolitik hält die bellizistische Sprache damit nun auch Einzug in die digitalen Beziehungen zwischen den Regierungen.

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1 Kommentar zu "Digitale Spione: Der kalte Cyber-Krieg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

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