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Aussagen zum Dollar EZB übt indirekte Kritik an USA

Mit seinen Aussagen über den Dollar wirbelte US-Finanzminister Mnuchin die Finanzwelt ein Stück weit durcheinander. Die EZB sorgt sich – und kann sich eine indirekte Kritik nicht verkneifen.
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Der EZB-Direktor warnt Industriestaaten davor ihre Währungen für Wettbewerbsvorteile zu nutzen. Quelle: AFP
EZB-Direktor Benoit Coeure

Der EZB-Direktor warnt Industriestaaten davor ihre Währungen für Wettbewerbsvorteile zu nutzen.

(Foto: AFP)

DavosNach widersprüchlichen US-Signalen zur Wechselkurspolitik warnt die Europäische Zentralbank (EZB) vor einem internationalen Währungskrieg. Nach den Worten von EZB-Direktor Benoit Coeure sollten die großen Industriestaaten ihre Währungen nicht dazu einsetzen, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. „Das letzte, was die Welt heute braucht, ist ein Währungskrieg“, sagte er am Freitag in einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Wir sehen, dass zuletzt durch verschiedene Aussagen eine Menge Volatilität geschaffen wurde, und ich glaube, das ist schlicht nicht hilfreich“, ergänzte Coeure, der Mitglied des sechsköpfigen EZB-Führungsteams ist.

US-Finanzminister Steve Mnuchin hatte sich in dieser Woche positiv über einen schwachen Dollar geäußert und damit einen Kursrutsch der US-Währung ausgelöst. US-Präsident Donald Trump gab danach hingegen einen starken Dollar als Ziel aus. Ein Regierungsvertreter sagte am Freitag in Davos zu den unterschiedlichen Äußerungen, Trump und Mnuchin lägen auf einer Linie. Mit Spannung wird erwartet, ob und wie sich der US-Präsident bei seinem für den Freitagnachmittag erwarteten Auftritt in Davos zu dem Währungsthema äußert.

Am Donnerstag hatte bereits EZB-Chef Mario Draghi zu den jüngsten Devisenkurs-Kommentaren kritisch Stellung genommen - wenn auch vorsichtiger als nun Coeure. „Wenn jemand sagt, dass im Grunde genommen ein guter Wechselkurs Exporteuren nützt und gut für die Wirtschaft ist (...), das bedeutet die Wechselkurse zu beeinflussen“, sagte der Notenbankchef. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire forderte am selben Tag, Währungen sollten die wirkliche Stärke einer Volkswirtschaft widerspiegeln. Dies sei die Position der sieben führenden Industrienationen (G7), und er hoffe, dies gelte auch weiterhin.

Der EZB kommt der Höhenflug der Gemeinschaftswährung zum Dollar höchst ungelegen. Denn dies verbilligt die Importe, macht Produkte aus der Euro-Zone im Ausland weniger attraktiv und dämpft so die Inflation. Damit fällt es der Notenbank noch schwerer, ihr Inflationsziel zu erreichen, das sie bereits seit Frühjahr 2013 verfehlt.

  • rtr
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