Zum Davos 2018 Special von Handelsblatt Online

Weltwirtschaftsforum Vorschau auf Tag 4 – Erwarte das Unerwartete!

Die wirtschaftliche Zukunft der Welt sagt in Davos heute IWF-Chefin Christine Lagarde voraus. Doch diese Diskussion wird weniger beachtet als üblich. Der Grund dafür ist der Auftritt von US-Präsident Donald Trump.
Kommentieren
Weltwirtschaftsforum in Davos – Vorschau auf Tag 4 Quelle: AFP
Donald Trump in Davos erwartet

Eine Frau protestiert gegen den Besuch von US-Präsident Donald Trump in Davos. Seine Rede beim Weltwirtschaftsforum wird mit Spannung erwartet.

(Foto: AFP)

DavosTraditionell gehört der letzte Tag des Weltwirtschaftsgipfels eigentlich den Propheten und Prognostikern: Beim „Global Economic Outlook“ sagen bekannte Wirtschaftsauguren wie die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde und der Bank-of-England-Gouverneur Mark Carney die wirtschaftliche Zukunft der Welt voraus. Das wird auch in diesem Jahr wieder der Fall sein. Doch Donald Trump wird den Tag bestimmen.

Der US-Präsident und bekennende Anti-Globalist hat sich für seinen großen Auftritt auf dem Klassentreffen der Globalisierungsfans den letzten Tag des Forums ausgesucht. Sein Schlussakkord des Gipfels wird in diesem Jahr alles überschatten, was an den dreieinhalb Tagen davor gesagt, angekündigt und debattiert wurde.

Ausgerechnet der Freihandelsgegner Trump ist der erste US-Präsident seit Bill Clinton, der an dem Treffen in den Schweizer Bergen teilnimmt. Und er wird in seiner Air Force One eine prominent besetzte Entourage mitbringen: Allein acht Kabinettsmitglieder machten sich mit auf die Reise. Dazu gehören Finanzminister Steven Mnuchin, Handelsminister Wilbur Ross und der Chef des nationalen Wirtschaftsrats und ehemalige Goldman-Sachs-Spitzenbanker Gary Cohn.

Davos wird dem 71 Jahre alten Präsidenten und ehemaligen Immobilienunternehmer die perfekte Bühne bieten, um seine politische und ökonomische „America first“-Agenda zu bekräftigen. Damit könnte er einen Gegenpol setzen zum Vorjahr, in dem sich der chinesische Staatspräsident Xi Jinping als glühender Verfechter des Freihandels präsentierte. Einen derartigen Rollentausch hätte wohl noch vor ein paar Jahren keiner der Davos-Reisenden für möglich gehalten. Doch so richtig kann niemand vorhersehen, welche Botschaft der heftig umstrittene US-Präsident in diesem Jahr von den Alpen in die Welt transportieren wird. Schließlich war bei Donald Trump bislang immer nur eines sicher: dass er unberechenbar ist.

Unberechenbar ist auch der Ausgang des gigantischen geldpolitischen Experiments, welches die Notenbanken der westlichen Staaten während der Finanzkrise gestartet haben. Den Fragen, ob und wie die große Geldflut der vergangenen Jahre wieder rückgängig gemacht werden kann und welche ökonomischen Folgen das haben wird, werden sich UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber, Benoît Cœuré von der Europäischen Zentralbank und Hedgefonds-Titan Ray Dalio widmen. Und auch beim „Global Economic Outlook“ wird dieses Thema natürlich eine zentrale Rolle spielen.

Wem nach so viel Programm und harter Gedächtniskost der Kopf ordentlich dröhnt, der kann sich zum Abschluss des Forums in der Kongresshalle zu den Klängen des Davoser Kammerchors entspannen.

Startseite

Mehr zu: Weltwirtschaftsforum - Vorschau auf Tag 4 – Erwarte das Unerwartete!

0 Kommentare zu "Weltwirtschaftsforum: Vorschau auf Tag 4 – Erwarte das Unerwartete!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%