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Weltwirtschaftsforum in Davos 2019

Junge Führungskräfte in Davos Die Netzwerkerin für einen besseren Staat

Social Entrepreneurs wollen die Welt ein Stückchen besser machen. Lisa Witter, eine der „Young Global Leaders“ in Davos, hat sich den dicksten Brocken ausgesucht: den Staat.
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WEF Davos 2019: Junge Führungskräfte beim Weltwirtschaftsforum Quelle: Lisa Witter
Lisa Witter

Laut Witter könnten OECD-Länder ihre Staatsleistungen viel effektiver finanzieren.

(Foto: Lisa Witter )

Lisa Witter schafft etwas, das es hierzulande nicht gerade im Überfluss gibt: unternehmerisches Engagement mit Zukunftsoptimismus und sozialer Verantwortung zu verbinden. Die Amerikanerin lebt in Deutschlands Start-up-Metropole Berlin und hilft dem Staat mit Technologien und Ideen dabei, seine Arbeit auf ein neues Niveau zu heben.

Nur konsequent, dass WEF-Gründer Klaus Schwab die heute 49-jährige Firmengründerin 2010 in den Kreis der „Young Global Leaders“ des Forums berief. Das Café im Soho House, nahe dem Berliner Alexanderplatz: Junge Menschen hocken auf Ledersofas mit Laptops auf dem Schoß. Bei Latte Macchiato und leiser Musik diskutieren sie über ihre Geschäftsideen.

Lisa Witter hat ihren Businessplan schon lange in die Tat umgesetzt: Apolitical heißt ihr Projekt. Die Idee, auf der die politische Plattform basiert, ist ebenso einfach wie bestechend: „Überall auf der Welt stellen sich Regierungen die gleichen Fragen: Wie sollen wir die Digitalwirtschaft regulieren? Was können wir gegen den Klimawandel tun? Wie können wir Künstliche Intelligenz für öffentliche Dienstleistungen einsetzen?“, erklärt Witter.

Statt bei null anzufangen, ergebe es viel mehr Sinn, sich in der Welt umzuschauen und von den Menschen zu lernen, die sich ähnliche Fragen stellen und vielleicht schon erste Antworten haben: „Apolitical ist eine Mischung aus Tripadvisor und LinkedIn für Staatsdiener, die sich um bessere öffentliche Dienstleistungen bemühen.“

Die Mutter zweier Söhne, die mit einem Deutschen verheiratet ist, hat ihre ersten politischen Erfahrungen im Kommunalparlament ihrer Heimatstadt Seattle gesammelt. Seitdem sind Public Servants für Witter die Helden des Alltags. Anders als in Deutschland, wo der Staat und seine Mitarbeiter oft noch als Obrigkeit betrachtet werden, sieht Witter in den Staatsdienern Partner und Mitbürger.

In diesem Wirgefühl drückt sich der Gemeinschaftsgedanke des amerikanischen Kommunitarismus aus, der sich bei Witter mit einem Fortschrittsglauben an die digitalen Technologien verbindet. „Ich will etwas bewegen“, sagt sie. Oft höre man nur von den Problemen, wenn der Staat und seine Behörden versagten, kritisiert sie.

Ihr gehe es darum, auch die guten Geschichten öffentlicher Leistungen zu erzählen. „Wir waren einfach frustriert, dass man mithilfe digitaler Plattformen zwar problemlos ein Hotel am anderen Ende der Welt buchen kann, aber kaum etwas über die Ideen und Erfahrungen mit öffentlichen Dienstleistungen erfährt, die andere Länder machen“, erklärt die Pionierin.

Zusammen mit ihrer Partnerin Robyn Scott gründete Witter deshalb 2010 Apolitical. Heute nutzen bereits Staatsdiener aus 120 Ländern die Ideen- und Kontaktplattform, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen.
Mit Apolitical will Witter aber nicht nur die Welt verbessern, sondern auch Geld verdienen.

Nur als profitables Unternehmen, glaubt die Sozialunternehmerin, könne man mithilfe von Spitzentechnologien dazu beitragen, dass das Wissen, das nationale, regionale und lokale Behörden rund um den Globus ansammeln, auch weltweit geteilt und genutzt werde. „Die OECD-Länder geben im Durchschnitt mehr als 35 Prozent für Staatsleistungen aus“, sagt Witter, „es gibt also ein riesiges Potenzial, um dieses Geld effizienter einzusetzen.“

Ideen für ihre Unternehmungen holt sich die Amerikanerin auch beim World Economic Forum, wo sie seit neun Jahren Dauergast ist. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen und war anfangs skeptisch angesichts der elitären Aura von Davos“, erzählt Witter. „Jedes Jahr treffe ich dort jedoch nicht nur faszinierende Menschen, sondern stoße auch auf Ideen, die die Welt verändern können.“

Als sie das erste Mal am WEF in Davos teilnahm, wurde sie von einigen Männern für eine mitreisende Partnerin gehalten. „Die Männer waren überrascht und fragten, wie ich das alles schaffe: Mutter, Ehefrau und viel beschäftigte Unternehmerin. Ich fand die Frage komisch, weil keiner der Männer sich diese Frage selbst stellen würde.“ In diesem Jahr nimmt Witter erstmals ihren Ehemann mit nach Davos – als Partner.

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