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Weltwirtschaftsforum in Davos 2019

Klimaaktivistin Greta Thunberg „Ich will, dass ihr in Panik geratet“

Die 16 Jahre alte Schwedin Greta Thunberg wendet sich direkt an die Wirtschaftseliten. Der klare Appell der jungen Klimaaktivistin in Davos: nicht hoffen, sondern handeln.
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Schülerin Greta Thunberg aus Schweden  setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein - so zum Beispiel beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger bloß über den Klimawandel geredet wird. Quelle: AP
Klimaaktivistin Greta Thunberg

Schülerin Greta Thunberg aus Schweden setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein - so zum Beispiel beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger bloß über den Klimawandel geredet wird.

(Foto: AP)

DavosMit einem emotionalen Appell hat die 16 Jahre alte Klimaaktivistin Greta Thunberg die Top-Manager und Spitzenpolitiker in Davos zu sofortigen Maßnahmen gegen den Klimawandel aufgerufen. „Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es“, sagte die Schwedin an diesem Freitag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF). „Ich will eure Hilfe nicht. Ich will nicht, dass ihr ohne Hoffnung seid. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.“

Die Zeit für Höflichkeiten sei vorbei, sagte Thunberg in einer Diskussionsrunde zum Klimawandel. „Jetzt ist es an der Zeit, deutlich zu sein. Die Klimakrise zu lösen, ist die größte und komplexeste Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand“, sagte Thunberg. „An Orten wie Davos erzählen Menschen gerne Erfolgsgeschichten. Aber ihr finanzieller Erfolg hat ein unvorstellbares Preisschild. Und beim Klimawandel müssen wir anerkennen, dass wir versagt haben.“

In Davos gehe es – wie überall – nur um Geld, sagte die Teenagerin. „Es hat den Anschein, dass Geld und Wachstum unsere einzige Sinnerfüllung sind.“ Und weil die Klimakrise eine Krise sei, die noch nie als Krise erkannt worden sei, seien viele Menschen sich der Konsequenzen nicht bewusst.

Noch aber gebe es eine Lösungsmöglichkeit, „so einfach, dass selbst ein kleines Kind sie versteht: Wir müssen den Ausstoß von Treibhausgasen stoppen“. Aber jeder müsse sich entscheiden. „Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht“, betonte Thunberg.

Fürs Klima vom Flugzeug auf den Zug umsteigen – und das viele, viele Stunden lang. Das ist etwas, was jeder einzelne fürs Klima tun kann und was Greta Thunberg getan hat: Den Weg von Schweden nach Davos hat sie mit der Bahn in Angriff genommen. Schon am frühen Dienstagmorgen trat die 16-Jährige in Schweden ihre erste Etappe auf der Reise an. Flugreisen produzieren viel CO2 und sind damit klimaschädlich.

„Morgenzug zum Weltwirtschaftsforum in Davos“, schrieb sie dazu auf Twitter. Fahrtdauer hin und zurück: etwa 65 Stunden. Im Gepäck: ein Rucksack, ein kleiner roter Koffer und ein Demonstrationsschild mit der Aufschrift „Skolstrejk for klimatet“ (Schulstreik fürs Klima).

Thunberg setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein. Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger nur über den Klimawandel geredet wird. Im Rahmen der Schulstreik-Aktion demonstriert sie jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. Die Aktion fand bereits Nachahmer in aller Welt.

Die 16-Jährige war bereits mit einem ähnlichen Appell auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz im Dezember bekannt geworden. „Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen“, hatte die junge Schwedin damals gesagt.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Klimaaktivistin Greta Thunberg: „Ich will, dass ihr in Panik geratet“"

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  • Als ich 16 Jahre war, habe ich auch naiv geglaubt alles verlangen zu können. Doch wenn man selbst in der Verantwortung steht, sieht die Welt ganz anders aus.
    Andererseits erinnert mich das ganze an Zeiten von Jungendorganisationen verschiedener Länder oder Parteien. Es ist schon extrem ideologisch geprägt, wenn man spricht:
    "Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht“
    Hört sich irgendwie fanatisch an. Würde es einer der Herren Gauland, Trump, Putin, Macron sagen, so würde die Presse über jene Politiker herfallen.
    Richtig ist: Es geht nicht ums Überleben, es geht um evolutionäre, also graduelle Verbesserungen, die den Wohlstand erhöhen:
    Die Luftverschmutzung der Autos hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert, doch nichts ist den Aktivistinnen gut genug!
    Weil ein junger Mensch im Allgemeinen "Welpenschutz" genießt, so werden fanatische Aussagen nicht kritisch hinterfragt und auch brav in der Presse abgedruckt.

    „!Ich will, dass ihr in Panik geratet“. Meine Antwort an Thunberg: "Gerade Du doch in Panik" und fahre mit dem Zug oder dem Fahrrad nach Davos, so kannst Du etwas für die Natur tun. Übrigens, die nicht anwesenden Herren haben anständig CO2 gespart.