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Weltwirtschaftsforum in Davos 2019

Mark Haefele UBS-Investmentchef glaubt an robustes Wachstum

Mark Haefele sieht ein herausforderndes Jahr mit politischen Risiken und turbulenten Märkten kommen. Trotzdem glaubt er auch an das allgemeine Wachstum.
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Der Investmentchef von UBS will die Schweizer Großbank absichern. Quelle: Reuters
Mark Haefele

Der Investmentchef von UBS will die Schweizer Großbank absichern.

(Foto: Reuters)

DavosNach dem Ausverkauf an den Märkten im vierten Quartal und den immer pessimistischeren Prognosen der Ökonomen zum globalen Wirtschaftswachstum sind die Investoren auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos verunsichert. Mark Haefele, der in Zürich sitzende Investmentchef der Schweizer Großbank UBS, versucht es mit vorsichtigem Optimismus. 

Herr Haefele, nach einem Kursabsturz in den vergangenen Monaten sind die Aktienmärkte seit Jahresbeginn wieder gestiegen. Ist das nur der Hüpfer einer toten Katze, wie man an den Finanzmärkten einen leichten Kursaufschwung inmitten einer Baisse nennt? 
Nein. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind noch intakt. Wir glauben weder, dass der Handelskrieg eskaliert, noch, dass die US-Notenbank Federal Reserve mit den Zinserhöhungen längerfristig pausieren wird. 

Ist es in dieser politisch aber noch sehr unsicheren Gemengelage überhaupt möglich, vernünftige Vorhersagen zu machen?
Eines ist sicher: Es wird ein herausforderndes Jahr. Es wird Zeiten geben, in denen die politischen Risiken wieder zunehmen und es an den Märkten turbulent zugehen wird. 

Die Wirtschaftsaussichten haben sich zuletzt deutlich eingetrübt, wie auch an der jüngsten Warnung des Internationalen Währungsfonds hier in Davos zu sehen ist. Sind wir am Beginn eines rapiden wirtschaftlichen Abschwungs?
Die wichtigste Frage ist doch: Werden eine Zinserhöhungspause der Fed, ein weiterer Stimulus in China und die niedrigen Aktienkursbewertungen in Europa das Wachstum stützen, auch wenn es weitere, politisch disruptive Phasen geben wird?  

Was ist ihre Meinung dazu?
Ich glaube, dass das Wachstum robust bleiben und das Gewinnwachstum der Unternehmen in diesem Jahr weitergehen wird. Das sollte die Bewertungen stützen. Wir setzen daher in unserem Portfolio weiter auf globale Aktien und auf Dollar-Staatsanleihen aus Schwellenländern. Aber anders als früher sichern wir dieses Portfolio auch stärker ab. So haben wir die Schwankungen an den Märkten genutzt, um uns mit sogenannten Hedges als Gegengewicht zu unseren Investments gegen fallende Kurse abzusichern.

Warum?
Wir glauben zwar, dass der Markt in diesem Jahr leicht nach oben gehen kann. Aber es kann genauso gut wieder einen politischen Schock geben, der erneut zu einem Ausverkauf führen würde. Dagegen sichern wir uns ab.

Was sind derzeit die größten Risiken für die Märkte?  
Immer noch der Handelskrieg und die Geldpolitik. Allerdings ist dieses Jahr die Hürde für die Fed noch etwas höher gelegt, denn die US-Konjunktur ist weiter gewachsen, und die Löhne steigen ebenfalls weiter. Das muss die Notenbank in ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Das heißt Sie rechnen damit, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr weiter erhöht?
Ja, wir denken, dass die US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte die Zinsen anheben wird, weil die Konjunktur gut laufen wird. 

Was erwarten Sie für die Eurozone? 
Die Eurozone insgesamt ist interessant. Eigentlich gibt es hier eine Menge wirtschaftliche Chancen, aber es braucht die Unterstützung der Politik, um diese zu realisieren. Eine der größten Sorgen über Europa ist nicht von ungefähr, dass die Europäische Zentralbank auch zehn Jahre nach der Finanzkrise immer noch nicht die Zinsen angehoben hat. Europa hat diese lange die Wachstumsphase schlichtweg nicht ausgenutzt, um Reformen anzugehen. 

Erwarten Sie, dass das Wachstum in diesem Jahr zurückgeht?
Wir hoffen nicht. Wir erwarten für 2019 rund 1,5 Prozent Wachstum für die Eurozone und für Deutschland einen leichten Rückgang von 1,7 auf 1,6 Prozent. 

Kann es sich die Eurozone überhaupt leisten, die Zinsen anzuheben?
Die Erfahrung aus den USA ist, dass eine Zinserhöhung noch kein Desaster auslöst. Aber angesichts der derzeitigen Wachstumsschwäche in der Eurozone wäre es dennoch schwierig, die Zinsen anzuheben.  

Sie erwarten also nicht, dass die EZB die Zinsen in diesem Jahr anhebt?
Das Jahr ist lang, das ist noch nicht ausgemacht. Aber vom heutigen Standpunkt aus wäre ein solcher Schritt schwer zu begründen.

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