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Weltwirtschaftsforum in Davos 2019
Bundestag

Das Misstrauen überwiegt nach wie vor gegenüber der eigenen Regierung, der nur 48 Prozent vertrauen.

(Foto: AP)

Nährboden für Populismus Mehr als die Hälfte der Deutschen misstraut der Bundesregierung

Die Deutschen trauen der eigenen Regierung nicht mehr viel zu. Der Arbeitgeber gilt einer Studie zufolge als vertrauensvollere Institution – weil er viel kontrollierbarer wirkt.
3 Kommentare

DavosSeit Jahren sinkt rund um den Globus das Vertrauen der Bürger in ihre wichtigsten sozialen Institutionen. Waren es nach der Finanzkrise vor allem Manager und Banker, gegen die sich das wachsende Misstrauen richtete, sind es jetzt der Staat und die Regierungen, denen die Bürger das Vertrauen entziehen. Nahezu unbeschadet von diesem Vertrauensschwund ist für viele Menschen dagegen der eigene Arbeitgeber.

Nach dem neuesten Edelman Trust Barometer, eine Umfrage der gleichnamigen Marktforscher unter weltweit 33.000 Bürgern, genießt die eigene Firma mit 75 Prozent den größten Vertrauensbonus. „Das liegt vor allem daran, dass die Beziehung zum eigenen Arbeitgeber besonders eng ist und deshalb als kontrollierbar gilt“, erklärte Richard Edelman in Davos.

Es folgen Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) mit 57 und die Wirtschaft mit 56 Prozent. Das Misstrauen überwiegt nach wie vor gegenüber der eigenen Regierung, der nur 48 Prozent vertrauen. Und auch die Medien bringen es im Zeitalter von Fake News nur auf einen Vertrauensbonus von 47 Prozent. Wobei die Bürger hierzulande den klassischen Medien deutlich mehr trauen (68 Prozent) als den sozialen Medien, die es nur auf einen Vertrauenswert von 32 Prozent schaffen.

Besonders in Deutschland ist das Vertrauen in die eigene Regierung gering. Nur noch 40 Prozent (minus drei Punkte) der Befragten gaben an, Zutrauen zu den Politikern zu haben. Die Bundesrepublik landet damit nur auf Platz 21 von 26 Ländern insgesamt. „Immer mehr Menschen glauben, dass das gesellschaftliche System für sie nicht funktioniert“, sagt Ernst Primosch, der für Deutschland zuständige CEO bei Edelman.

Entsprechend düster sind auch die Zukunftserwartungen der Deutschen: Nur rund jeder vierte Bundesbürger glaubt, dass es ihm und seiner Familie in den kommenden fünf Jahren besser gehen wird.

„Unternehmen sind in der besten Position, das Vertrauen zurückzugewinnen“, schreiben die Edelman-Experten. Aber auch sie müssen sich das Zutrauen neu verdienen. Weltweit verlangen 76 Prozent der Befragten von CEOs, dass sie die Führung beim Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen und nicht darauf warten, dass die Regierung sie durchsetzt. „CEOs müssen mehr Kontur zeigen. Haltung wird zum Imperativ“, sagt Primosch.

Obwohl das Grundvertrauen in alle Institutionen weltweit leicht gestiegen ist, gibt es nach Meinung von Edelmann zwei besorgniserregende Trends: Die Vertrauenslücke zwischen informierter und breiter Öffentlichkeit wird immer größer. Während fast zwei Drittel der informierten Bürger ihren wichtigsten Institutionen vertrauen, sind es in der Masse nur 49 Prozent. Hier sieht Edelman den Nährboden für Populismus, Nationalismus und Protektionismus.

Zutiefst misstrauisch sind alle Bürger gegen die bestehende Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die von Populisten häufig unter dem Kampfbegriff „System“ zusammengefasst wird. Nur noch jeder fünfte Bürger glaubt, dass er vom „System“ profitieren würde.

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3 Kommentare zu "Nährboden für Populismus: Mehr als die Hälfte der Deutschen misstraut der Bundesregierung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn sie den Artikel richtig lesen würden dann hätten sie bemerkt wie Populismus und auch ihre Kommentare verbal verbreitete bei der "nicht informierten" Bevölkerung wirken. Diejenigen welche sich informieren haben ein anderes Bild von unserer Regierung bzw. den richtigen Blick auf die Gesellschaft.

  • ich bin erstaunt,...
    ..daß Politiker, die Aussenstände in Höhe von fast 1000 Mrd. € nicht eintreiben, pro Jahr ca 50 Mrd. für die Alimentierung von Illegalen Zuwanderern ausgeben und gleichzeitig das Rentenniveau auf 48% des Arbeitslohnes gesenkt, die Steuern auf Weltrekordniveau erhöht und den Niedriglohnsektor auf 25% der Beschäftigten hochgetrieben haben, noch das Vertrauen von 40 % der Bevölkerung genießen. Das wäre in keinem anderen Land der Welt möglich.

  • Mir würde das zu denken geben, wenn ich dieser Regierung angehören würde. Aber wie sagte Décartes: Je pense alors je suis-ich denke also bin ich. Diese Regierung ist unfähig, sich selbst in Frage zu stellen, wenn sie den Spiegel vorgehalten bekommt. Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Frau Merkel besonders wünsche ich alles an den Hals, was es im Köcher der Natur gibt.

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