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Weltwirtschaftsforum in Davos 2019

Weltkonjunktur IWF senkt die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft

Das globale Wachstum wird sich weiter verringern, glaubt der IWF. Ökonomen haben diverse Risiken für die Konjunktur identifiziert – Deutschland trifft es besonders hart.
1 Kommentar
WEF Davos 2019: Die größten Risiken für die Weltkonjunktur Quelle: dpa
Risiken für das Wachstum

Der IWF warnt vor einer schwächeren Weltkonjunktur.

(Foto: dpa)

Davos Wenn die rund 3000 Teilnehmer des World Economic Forum (WEF) ab Dienstag in Davos über die drängendsten politischen und wirtschaftlichen Fragen debattieren, bläst ihnen aus der Weltwirtschaft ein kalter Wind ins Gesicht: das globale Wachstum soll sich in diesem Jahr weiter verringern und sich erst 2020 leicht stabilisieren.

Mit dieser Warnung reist Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), nach Davos. Die Warnung kommt, nachdem das Wirtschaftswachstum in China im vergangenen Jahr auf 6,6 Prozent gesunken ist und in den letzten drei Monaten 2018 nur noch 6,4 Prozent betrug. Das ist der geringste Zuwachs seit Anfang der 90er Jahre. Grund für die Abkühlung der Konjunktur ist unter anderem der Handelskonflikt mit den USA, der das Investitionsklima spürbar eingetrübt hat.

Auch Ifo-Chef Clemens Fuest teilt die Sorge um die konjunkturelle Entwicklung in China. Der Handelskrieg mit den USA treffe die Volksrepublik härter als andere Länder. „China steht vor der besonderen Herausforderung, den Strukturwandel von einem investitionsgetriebenen zu einem stärker innovationsgetriebenen Wachstum mit höherem Konsum zu erreichen“, erklärt Fuest. All das führe dazu, „dass das BIP-Wachstum in China sinkt“.

Der IWF sagt in seinem neuesten World Economic Outlook (WEO) für 2019 ein globales Wachstum von 3,5 Prozent voraus. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als noch im Oktober. Im kommenden Jahr soll es dann mit 3,6 Prozent wieder etwas stärker aufwärts gehen. Aber auch diese Prognose liegt leicht unter der vorherigen. Vorgestellt wurde der WEO in Davos erstmals von der neuen Chefökonomin des Fonds, Gita Gopinath.

Für Deutschland hat Gopinath eine besonders bittere Botschaft dabei: Hierzulande soll sich das Wachstum in diesem Jahr auf nur noch 1,3 Prozent verlangsamen. Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als noch im vergangenen Herbst. Zugleich ist es der größte Rückschlag in allen entwickelten Volkswirtschaften. Erst 2020 werde sich die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,6 Prozent wieder erholen.

Verantwortlich für den Schwächeanfall macht der Fonds unter anderem die neuen Emissionsstandards für Dieselfahrzeuge, die Bremsspuren in der Industrieproduktion und beim privaten Konsum hinterlassen hätten. Zudem habe sich auch die Auslandsnachfrage abgeschwächt.

Etwas optimistischer blickt Ifo-Chef Fuest auf Deutschland. Zwar werde sich die Bundesrepublik „der Abkühlung der Weltkonjunktur nicht entziehen können“, aber Anzeichen für eine Rezession gebe es derzeit nicht. Deutschland profitiere von einer „starken Binnenkonjunktur“. „Für die Zahl der Erwerbstätigen ist für 2019 sogar einer neuer Rekord zu erwarten“, sagte Fuest.

Deutschland und China sind jedoch nicht die einzigen Bremsklötze der Weltwirtschaft. Zur globalen Wachstumsschwäche hätten auch die von den unklaren politischen Verhältnissen gedämpfte Inlandsnachfrage in Italien sowie der Konjunktureinbruch in der Türkei beigetragen, heißt es in dem Bericht.

Darüber hinaus schlage die Nervosität auf den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft durch. Für die hohe Unsicherheit unter den Anlegern sorge unter anderem der anhaltende Shutdown der Regierung in den USA, der nach Angaben der US-Notenbank auch die konjunkturelle Entwicklung bremsen könnte.

Dabei könnte es sogar noch schlimmer kommen. „Es besteht das Risiko, dass sich die Weltkonjunktur weiter abschwächt“, warnt der IWF. Zu den größten Gefahren für die Weltwirtschaft zählt der Fonds eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen China und den USA, die noch nicht abschätzbaren Auswirkungen einer restriktiveren Geldpolitik durch die großen Notenbanken, die wirtschaftlichen Risiken eines ungeordneten Brexit sowie eine weitere Abschwächung des Wachstums in China.

Die internationale Gemeinschaft solle ihre Handelskonflikte „gemeinsam und schnell“ lösen, anstatt durch neue Handelsbarrieren die schwächelnde Weltwirtschaft noch weiter zu destabilisieren, forderte Lagarde. Beim WEF in Davos läuft sie damit offene Türen ein: Kooperation statt Konfrontation ist auch das Motto des globalen Brainstormings in den Schweizer Bergen. Eine schwächelnden Weltwirtschaft könnte jedoch den wirtschaftlichen Nationalismus weiter verstärken und eine gemeinsame Krisenprävention erschweren.

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1 Kommentar zu "Weltkonjunktur: IWF senkt die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft"

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  • Ich meine, die Zahlen des IWF - besonders für Deutschland - zeigen doch sehr deutlich, daß die Politik in unserem Land, und damit meine ich vor allem die derzeitige schwache Regierung, sich nur noch mit Sozialgeschenken und Katzbuckeln vor den USA beschäftigt und immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt hat und endlich die deutsche Wirtschaft mit Steuererleichterung und Investitionshilfen naach vorne bringt. Ebenso Förderungen z.B von Arbeitskräften für die neuen Erfordernisse der Digitalisierung.
    Da beschäftigt man sich lieber mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf den Autobahnen (bringen mit Sicherheit noch mehr Staus als schon vorhanden)

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